HomeHundegesundheitGelenke meines Hundes knacken – ist das normal?

Gelenke meines Hundes knacken – ist das normal?

Hörst Du ein Knacken, wenn sich Dein Hund streckt oder aufsteht? Meist sind die Geräusche harmlos, doch häufiges Knacken kann auch auf Gelenkprobleme wie Arthrose, Dysplasie oder Verletzungen hindeuten. Hier erfährst Du alles über Anzeichen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Wenn Dein Hund sich streckt und dabei ein Knacken aus den Gelenken hörbar ist, sorgt das schnell für Verunsicherung. Schließlich verbindet man Gelenkgeräusche oft mit Schmerzen oder Erkrankungen. Doch nicht jedes Knacken bedeutet automatisch, dass etwas nicht stimmt.

Häufig sind die Ursachen harmlos und haben nichts mit einer Krankheit zu tun. Treten die Geräusche jedoch regelmäßig auf oder wirken sie lauter als sonst, kann es sinnvoll sein, genauer hinzusehen. Vor allem dann, wenn Dein Hund zusätzlich Anzeichen von Schmerzen zeigt.

In diesem Ratgeber erfährst Du, wann Knacken unbedenklich ist und wann ein Besuch beim Tierarzt nötig wird.

Mögliche Ursachen für knackende Gelenke beim Hund

Das Knacken von Gelenken beim Hund kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Harmlos sind zum Beispiel Gasbläschen in der Gelenkschmiere, die beim Strecken zerplatzen und ein Geräusch verursachen – ähnlich wie beim Fingerknacken beim Menschen. Auch Sehnen und Bänder, die über Knochen gleiten, können zum Beispiel beim Aufstehen oder Strecken hörbar sein, erklärt „Canine Life Co.“.

Diese Geräusche sind meist unproblematisch und können immer mal wieder vereinzelt auftreten. Problematisch wird es hingegen, wenn das Knacken häufig vorkommt und möglicherweise eine Erkrankung dahintersteckt.

Häufige Gelenkerkrankungen beim Hund sind Arthrose oder Gelenkdysplasien. Auch Verletzungen wie Kreuzbandrisse oder eine Patellaluxation, bei der die Kniescheibe verrutscht, können knackende Gelenke verursachen. In solchen Fällen treten häufig weitere Symptome wie Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen auf.

Knacken bei jungen und älteren Hunden

Bei Welpen und Junghunden ist das Knacken oft eine Begleiterscheinung des Wachstums. Muskeln, Knochen und Sehnen entwickeln sich manchmal nicht gleichmäßig, wodurch die Gelenke vorübergehend belastet werden. Solche Beschwerden verschwinden in der Regel von allein, können aber mit Schmerzen verbunden sein.

Hund streckt sich.
Foto: unsplash.com/Harshal (Symbolfoto)

Bei älteren Hunden deutet Knacken häufiger auf Arthrose hin. Die Gelenkknorpel nutzen sich mit der Zeit ab, sodass Knochen aufeinander reiben und Geräusche entstehen. Besonders betroffen sind große Rassen wie Labradore oder Schäferhunde. Auch Übergewicht oder falsche Belastungen können das Risiko für Gelenkprobleme im Alter erhöhen, erklärt Tierarzt Dr. Hölter.

Woran erkenne ich Schmerzen beim Hund?

Ob Dein Hund unter Gelenkschmerzen leidet, erkennst Du häufig an seinem Verhalten. Viele Tiere bewegen sich steif, haben Schwierigkeiten beim Aufstehen oder lahmen beim Gehen. Auch wenn der Hund weniger spielt, nicht mehr spazieren gehen oder Treppen steigen möchte, können das wichtige Hinweise auf Schmerzen sein.

Winseln, Knurren oder Lecken an den Gelenken sind ebenfalls deutliche Signale. Manche Hunde verändern zudem ihr Wesen, wenn sie Schmerzen haben. Einige ziehen sich zurück, andere wirken plötzlich gereizt oder aggressiver.

Auch ein nachlassender Appetit oder Unruhe können zeigen, dass die Gelenke Probleme bereiten. Spätestens dann ist ein Tierarztbesuch notwendig, um die Ursache abzuklären, berichten die Experten von „AniCura“.

So stellt der Tierarzt die Diagnose

Um die Ursache für das Knacken herauszufinden, beginnt der Tierarzt meist mit einer ausführlichen Anamnese. Dabei spielen Alter, Rasse, bisherige Erkrankungen und die genaue Beschreibung der Symptome eine Rolle. Im Anschluss werden die Gelenke abgetastet, das Gangbild beobachtet und auf Schmerzreaktionen geprüft.

Französische Bulldogge sitzt auf dem Boden.
Foto: unsplash.com/Brina Blum (Symbolfoto)

Bei Verdacht auf eine ernsthafte Gelenkerkrankung können bildgebende Verfahren eingesetzt werden. Röntgenaufnahmen zeigen Veränderungen an Knochen und Gelenken, während CT oder MRT noch detailliertere Einblicke liefern. Auch eine Untersuchung der Gelenkflüssigkeit kann notwendig sein, um Entzündungen oder Infektionen auszuschließen.

Behandlungsmöglichkeiten für betroffene Hunde

Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei Arthrose oder Dysplasie können Medikamente Schmerzen lindern und Entzündungen hemmen. Physiotherapie, Unterwasserlaufbänder oder gezieltes Muskeltraining entlasten die Gelenke zusätzlich. Auch Wärme- und Kältetherapie kommen unterstützend zum Einsatz.

Ein wichtiger Faktor ist zudem das Körpergewicht: Übergewicht belastet die Gelenke und sollte unbedingt reduziert werden. Eine angepasste Ernährung, gelenkschonende Bewegung und gegebenenfalls Nahrungsergänzungen können die Gelenkgesundheit langfristig unterstützen. In schweren Fällen kann auch eine Operation notwendig sein.

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Gelenkproblemen beim Hund vorbeugen

Damit es gar nicht erst zu schmerzhaften Erkrankungen kommt, spielt Vorbeugung eine wichtige Rolle. Dazu gehört regelmäßige, aber gelenkschonende Bewegung wie Spazierengehen oder Schwimmen. Sportarten mit vielen Sprüngen oder abrupten Stopps, etwa Frisbee oder Ballwerfen, belasten die Gelenke dagegen stark. Je nach Rasse, Vorgeschichte und Veranlagung kommen Agility-Training und ausgiebige Sportprogramme nicht infrage.

Ebenso entscheidend ist ein gesundes Gewicht. Schlanke Hunde haben ein deutlich geringeres Risiko für Gelenkprobleme als übergewichtige Artgenossen. Schon im Welpenalter solltest Du auf eine ausgewogene Fütterung achten, da falsche Ernährung und zu schnelles Wachstum die Gelenke stark beanspruchen können. Regelmäßige Tierarztchecks helfen außerdem, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Wichtiger Hinweis
Unsere Ratgeber ersetzen nicht die veterinärmedizinische Beratung bei Deinem Tierarzt. Sie dienen lediglich der Information und sollen einen Überblick über Krankheiten, Verletzungen und deren Behandlung liefern. Wenn Dein Tier Symptome zeigt, die auf Verletzungen, Krankheiten oder Unwohlsein hinweisen, solltest Du unbedingt eine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik aufsuchen.

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