HomeNewsGeierschildkröte gefunden – sie könnte Enten und Hunde töten

Geierschildkröte gefunden – sie könnte Enten und Hunde töten

In Kellinghusen ist eine Geierschildkröte aus den USA aufgetaucht. Das aggressive Tier wurde in einem Kanalschacht entdeckt. Gabi ist zwölf Kilogramm schwer und hat ein Gebiss, das sogar Panzer knacken kann. Nun sucht das Reptil ein neues Zuhause.

Mitten in Schleswig-Holstein wurde eine gefährliche Süßwasserschildkröte entdeckt, die ursprünglich in den warmen Südstaaten der USA beheimatet ist. Zwei Männer stießen während Reinigungsarbeiten in einem Schacht an der Stör auf das bissige Reptil.

Die Geierschildkröte, inzwischen auf den Namen Gabi getauft, brachte zum Fundzeitpunkt zwölf Kilogramm auf die Waage und verfügt über einen überaus kräftigen Kiefer. Das Tier wurde von Experten als potenziell gefährlich eingestuft, denn es ernährt sich nicht nur von Fischen und Krebsen, sondern kann sogar Enten erbeuten.

Geierschildkröte in Schleswig-Holstein gefunden

Als zwei Männer in Kellinghusen einen Schacht nahe der Stör reinigten, kam es zu einem unerwarteten Zwischenfall: In dem trüben Gewässer schnappte plötzlich ein runzeliges Maul auf. Es handelte sich um eine Geierschildkröte. In Deutschland sind diese Tiere nicht nur fremd, sondern auch gesetzlich problematisch, berichtet die „Bild“.

Die Männer konnten das Tier mit Vorsicht in eine Kiste verfrachten und es ins Wildtier- und Artenschutzzentrum in Klein Offenseth-Sparrieshoop bringen. Dort bekam die Schildkröte nicht nur den Namen Gabi, sondern auch einen gesicherten Teich als Übergangsheim. „Ich bin seit 1988 hier, aber so ein Tier habe ich noch nicht gehabt“, erklärt Zentrumsleiter Christian Erdmann gegenüber der „shz“.

Gabi hat eine unglaubliche Beißkraft

Die Geierschildkröte könnte, so vermutet Erdmann, von Privatpersonen ausgesetzt worden sein. Ein grüner Belag auf ihrem Panzer deutet darauf hin, dass sie sich schon länger in oder an der Stör befunden hat. Dort konnte sie sich vermutlich von Wasservögeln, Fischen und Krebsen ernähren. „Sie liebt Fisch, aber wenn eine Ente oder Katze vorbei kommen würde, sagt sie auch nicht nein“, so Erdmann.

Besonders riskant sei ihr Kiefer: Dieser könne mit Leichtigkeit zum Beispiel einen Besenstiel durchbeißen. In Deutschland gilt ein generelles Halteverbot für die nicht heimische Art. Das liegt auch daran, dass die Haltung anspruchsvoll ist und nur schwer kontrolliert werden kann.

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Gabi ist mit ihren zwölf Kilogramm noch eher jung, erwachsene Exemplare bringen es auf bis zu 80 Kilo und können 70 Zentimeter lang werden. Damit zählt die Geierschildkröte zu den größten Süßwasserschildkröten der Welt. Die Art gilt als gefährdet.

Experte für Geierschildkröten nimmt Gabi auf

Bald soll Gabi umziehen, berichtet die „shz“. Sie soll weiter zu Ben Beckmann in Niedersachsen, er ist ausgewiesener Experte für Geierschildkröten und besitzt als einer der wenigen in Deutschland eine Genehmigung zum Halten der großen Schildkröten. Ein dauerhaftes Zuhause für sie zu finden, war daher gar nicht so leicht.

Derweil ermittelt die Polizei vom Umwelttrupp in Heide wegen eines Verstoßes gegen § 3 der Bundesartenschutzverordnung und möglicherweise auch Tierquälerei. Denn Gabi war bereits unterernährt – und wäre spätestens im Winter erfroren. Wurde sie vorsätzlich ausgesetzt, hätte man also ihren sicheren Tod in Kauf genommen…

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