Die Abkürzung FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Viruserkrankung, die besonders häufig in Zecken auftritt. Vor allem der Gemeine Holzbock, die in Deutschland am häufigsten vorkommende Zeckenart, überträgt das Virus auf Menschen und Hunde.
Auswirkungen der Krankheit können nach einer sieben bis 14 Tage langen Inkubationszeit leichte Grippesymptome sein. In besonders schweren Verläufen sind aber auch Gehirnentzündungen, lange anhaltende Kopfschmerzen und Lähmungen möglich, informiert das Robert-Koch-Institut. In manchen Fällen verläuft die Krankheit auch ohne Symptome.

Die aktuellen FSME-Risikogebiete in Deutschland
In Deutschland besteht ein Risiko für eine FSME-Infektion vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen und im südöstlichen Brandenburg. Einzelne Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen.
Drei neue Risikogebiete sind in Bayern der Stadtkreis Augsburg, in Brandenburg der Landkreis Elbe-Elster, sowie in Niedersachsen der Landkreis Celle. Damit sind in Bayern alle Regionen bis auf den Stadtkreis Schweinfurt FSME-Risikogebiet. Insgesamt gelten dem RKI zufolge derzeit 183 Kreise in Deutschland als FSME Risikogebiete. (Stand: Januar 2025)
In dieser Karte sind die FSME-Risikogebiete blau hinterlegt (hellblau sind die neu ausgewiesenen Risikogebiete):

Zu den Regionen mit erhöhten Ansteckungen außerhalb der zusammenhängenden Risikogebiete (Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, südöstliches Thüringen, Sachsen und südöstliches Brandenburg) zählen die Landkreise Marburg-Biedenkopf, Saarpfalz-Kreis, Birkenfeld, Emsland, Celle und der Stadtkreis Solingen.
Warum spielt die Region eine Rolle für die FSME-Gefahr?
Der Norden Deutschlands ist im Vergleich zum Süden auffällig risikoarm für eine Ansteckung mit FSME durch Zecken. Die Hintergründe für dieses Nord-Süd-Gefälle haben aber nichts mit der Anzahl der dort vorkommenden Zecken zu tun – tatsächlich gibt es im Norden und Süden ungefähr gleich viele Zecken.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiere die Krankheit in sich tragen, hängt von der Anzahl der FSME-positiven Nagetiere ab. Zudem spielt das Vorkommen von Großtieren eine Rolle bei der Verbreitung der positiven Zecken.
Wer sich vor FSME schützen will, kann sich übrigens impfen lassen – für unsere Haustiere gibt es leider keine wirksame Impfung gegen das Virus. Daher ist ein wirksamer Zeckenschutz wichtig.
Neues Zeckenvirus entdeckt
FSME und Babesiose sind übrigens nicht die einzigen Zeckenviren: Anfang des Jahres veröffentlichten Wissenschaftler eine Studie zu einem neu entdeckten Virustyp in den Alpen. „Gefunden wurde der neue Flavivirus-Subtyp in erkrankten Gämsen und anhaftenden Zecken aus Österreich und Italien“, informiert die Veterinärmedizinische Universität Wien, die die Leitung der Studie innehatte. Welche Folgen das neuentdeckte Virus für Mensch und Tier haben wird, lasse sich aber derzeit noch nicht sagen.



