Egal ob wir für mehrere Wochen Süßigkeiten weglassen, mehrere Stunden oder sogar Tage gar nichts essen – Fasten hat bei Menschen schon seit Jahrhunderten Tradition. In verschiedenen Kulturkreisen ist man von den positiven gesundheitlichen Auswirkungen des Fastens überzeugt. Aber – gilt das auch für unsere Haustiere?
Influencer füttert Katze nur jeden zweiten Tag
In einer Instagram-Story habe der Tierschutzorganisation „Peta“ zufolge etwa ein Influencer, der normalerweise Abnehmtipps für Menschen gibt, erzählt, dass er seine Katze nur jeden zweiten Tag füttere. Dadurch wolle er das Leben des Tieres verlängern. Aussagen wie diese zeigen, dass viele sich nicht bewusst sind, wie gefährlich Fasten für Hunde und Katzen sein kann.
„Erhalten Hunde und Katzen zu selten Nahrung, kann dies dazu führen, dass ihr Magen übersäuert“, informieren die Tierschützer. Viele Tiere müssten sich dann sogar übergeben. Passiere das regelmäßig, könne das Erbrechen zu Dehydrierung, Schäden an der Speiseröhre und anderen gesundheitlichen Problemen führen.
Ein häufiges Argument von Tierhaltern: Fastenphasen entsprächen der „natürlichen“ Ernährung von Hunden und Katzen. Schließlich hätten die wilden Vorfahren unserer Haustiere auch längere Zeiträume ohne Futter überbrückt, bis sie ihre nächste Beute erlegten. Die Tierrechtler halten jedoch dagegen, dass domestizierte Hunde und Katzen längst einen anderen Stoffwechsel entwickelt hätten.
Kann Fasten für Tiere gesund sein?
In manchen Fällen kann der Tierarzt dennoch anordnen, das Tier für 24 Stunden nicht zu füttern. Denn wenn Hunde oder Katzen an Magen-Darm-Problemen leiden, kann eine Fastenpause helfen. Ohne die Nahrungsaufnahme kann sich der Magen-Darm-Trakt beruhigen. Sobald sich der Zustand bessert, sollte dem Tier aber wieder Futter angeboten werden.

Intermittierendes Fasten für Hunde?
Dass man Haustiere jeden Tag füttern sollte – geschenkt. Aber wie sieht es mit intermittierendem Fasten aus? Viele Menschen schwören mittlerweile darauf, täglich längere Fastenpausen einzulegen. Sie essen beispielsweise vor 18 Uhr zu Abend und frühstücken erst nach 10 Uhr, um so 16 Stunden Pause zwischen ihren Mahlzeiten zu haben.
Dass es für Hunde und Katzen gesundheitliche Vorteile haben könnte, nur einmal am Tag zu fressen, haben verschiedene Studien gezeigt. Tierärztin Karen Becker rät auf ihrem Blog dennoch davon ab, Katzen länger als zwölf Stunden am Stück fasten zu lassen. Bei ihnen könne es sonst zu Leber-Lipidose kommen.

Auch Welpen, stillende Hündinnen, alte, kranke oder Toy-Hunde sollte man nicht fasten lassen. Für gesunde, erwachsene Hunde könne es dagegen vorteilhaft sein, wenn sie nur einmal am Tag Futter bekommen. Vor allem, weil heutzutage viele Halter dazu neigen, ihre Tiere eher zu viel als zu wenig füttern. Die Folge ist häufig Übergewicht.
Aber Achtung: Wenn Dein Haustier bereits übergewichtig ist, solltet Du nicht einfach plötzlich die Futtermenge reduzieren. Besprich stattdessen mit Deiner Tierärztin oder Deinem Tierarzt, wie Du die Ernährung Deines Vierbeiners schrittweise anpassen kannst, um Gewicht zu reduzieren.



