HomeHundeGefährliche Erbkrankheit: Was tun, wenn Dein Welpe einen Lebershunt hat?

Gefährliche Erbkrankheit: Was tun, wenn Dein Welpe einen Lebershunt hat?

Ein Lebershunt sorgt dafür, dass die Leber Deines Welpen nicht mehr richtig arbeiten kann. Das kann schnell gefährlich werden. Deshalb solltest Du immer genau auf Symptome für die Erbkrankheit achten. Wir verraten, welche das sind.

Ein Lebershunt, auch bekannt als portosystemsicher Shunt, ist eine Missbildung der Blutgefäße im Leberbereich. Eigentlich sammelt sich das Blut aus den Darmvenen in der Pfortader der Leber. Von dort aus fließt das Blut zur Leberpforte, wo es über ein verästeltes System durch die gesamte Leber gespült und dabei von dem Organ gereinigt wird.

Das bedeutet, dass jegliche Giftstoffe, Baustoffe und Produkte des Stoffwechsels abgebaut werden. Das gereinigte Blut fließt danach weiter über das Herz in den großen Blutkreislauf und gelangt dadurch auch in das zentrale Nervensystem und ins Gehirn.

Darum ist ein Lebershunt so gefährlich

Ist Dein Welpe – oder später auch Dein erwachsener Hund – an einem Lebershunt erkrankt, wird der Großteil des Blutes aus den Darmvenen nicht in der Leber gefiltert. Aufgrund der Missbildung umgeht eine Menge Blut das verästelte Pfortadersystem der Leber und gelangt über eine Abkürzung, den sogenannten Shunt, verunreinigt in den Blutkreislauf und ins Gehirn.

Die Folge: Da kaum noch Blut durch die Leber fließt und die Leber somit auch keine Baustoffe bekommt und nicht arbeitet, verkümmert das Organ. Es wächst nicht und wird stattdessen deutlich kleiner. Zudem findet die lebenswichtige Entgiftung des Blutes nicht statt. Das mit Giftstoffen belastete Blut fließt ins Gehirn und verursacht neuronale Störungen, die sich in Krämpfen zeigen können.

Lebershunt: Diese Rassen sind besonders anfällig

Ein Lebershunt ist eine vererbbare und angeborene Krankheit, weshalb sie vor allem bei der Zucht von Hunden eine besondere Rolle spielt. Unter anderem bei den folgenden Rassen kommt es vor, dass ein Lebershunt angeboren ist:

Erkundige Dich deswegen beim Züchter Deines Welpens, ob es bereits Vorerkrankungen bei den Elterntieren gab. Eigentlich müssen laut Paragraf 11 b des Tierschutzgesetzes erkrankte Tiere von der Zucht ausgeschlossen werden. Das sieht auch die Zuchtordnung des „VDH“ und „ICC“ vor.

Symptome der Welpenkrankheit Lebershunt

Die ersten Symptome der erblich bedingten Welpenkrankheit, die auch im erwachsenen Stadium anhält, zeigen sich in den meisten Fällen in den ersten sechs Lebensmonaten Deines Welpens. Betroffene Tiere verhalten sich oft depressiv bis apathisch-komatös, sind desorientiert und häufig weniger lebhaft. Da manche von ihnen unter Kopfschmerzen leiden, ist ein weiteres Symptom das Pressen des Kopfes gegen einen Gegenstand.

Häufig sind das Gangbild und die Sehkraft gestört. Erkrankte Vierbeiner sind meistens kleiner, gebrechlicher, schwächer und magerer als gesunde Artgenossen. Neben Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall treten Krampfanfälle auf, die an Epilepsie erinnern.

Welpe.
Foto: pixabay.com/PicsbyFran (Symbolfoto)

Besonders aufmerksam solltest Du werden, wenn Dein Welpe diese Symptome kurz nach einer üppigen Mahlzeit zeigt. Aber auch so solltest Du entsprechende Beschwerden Deines Schützlings unmittelbar bei einem Tierarzt abklären. Bedenke dabei auch, dass Dein Hund an manchen Tagen quickfidel sein kann und die Symptome lediglich in unregelmäßigen Abständen zeigt.

Behandlung von Lebershunts

Ein Lebershunt lässt sich nur durch einen operativen Eingriff heilen. Dieser kann sehr kompliziert sein. Etwa zehn bis 30 Prozent der Tiere überleben die OP nicht. Zudem ist sie sehr kostspielig – mehrere Tausend Euro kommen dabei auf Dich zu. Nach dem Eingriff gibt es keine Garantie dafür, dass sich nicht erneut Shunts bilden.

Manche Hunde können jedoch nicht operiert werden, weil sie bereits zu schwach sind oder der Shunt ungünstig liegt. Dann kannst Du das Leben Deines Hundes mithilfe einer strengen Diät und der gewissenhaften Verabreichung von Medikamenten lebenswerter machen und um viele Monate verlängern. Ein normales Lebensalter wird der erkrankte Vierbeiner so jedoch leider nicht erreichen.

Pfotendoctor und DeineTierwelt beantworten Deine Fragen

Hast Du Fragen zum Thema Lebershunt? Oder brauchst Du Hilfe bei einem anderen gesundheitlichen Problem Deines Welpen? Dann steht Dir der kostenlose Welpen-Check von DeineTierwelt in Kooperation mit Pfotendoctor mit Rat und Tat zur Seite. Die erfahrenen Tierärzte des Telemedizinanbieters sind rund um die Uhr für Dich erreichbar – und beantworten Deine Fragen rund um das Thema Welpen. Das Beste: DeineTierwelt übernimmt für Dich die Beratungskosten! Du willst mehr wissen? Hier geht‘s zum DeineTierwelt Welpen-Check.

Wichtiger Hinweis
Unsere Ratgeber ersetzen nicht die veterinärmedizinische Beratung bei Deinem Tierarzt. Sie dienen lediglich der Information und sollen einen Überblick über Krankheiten, Verletzungen und deren Behandlung liefern. Wenn Dein Tier Symptome zeigt, die auf Verletzungen, Krankheiten oder Unwohlsein hinweisen, solltest Du unbedingt eine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik aufsuchen.

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