Am helllichten Tag legte ein bislang unbekannter Täter gezielt Schokolade um einen angeleinten Hund in Augsburg aus. Nur durch Glück blieb das Tier unverletzt. Die Polizei ermittelt und Tierärzte warnen eindringlich: Schon kleine Mengen Schokolade können für Hunde lebensgefährlich sein.
Was für Menschen Genuss bedeutet, ist für Hunde nämlich potenziell tödlich: Schokolade enthält Stoffe, die der tierische Körper kaum abbauen kann. Der aktuelle Vorfall aus Augsburg zeigt, wie gefährlich Unwissenheit – oder möglicherweise sogar mutwillige Absicht – für Haustiere werden kann.
Schokolade gezielt um Hund verteilt – Polizei ermittelt
Am Mittwoch, dem 7. Mai 2025, kam es in Augsburg-Hochfeld zu einem Vorfall, der nicht nur Hundehalter beunruhigt. Ein 40-jähriger Mann band seinen Hund während eines Einkaufs vor einem Supermarkt in der Schertlinstraße an. Als er zurückkehrte, bemerkte er, dass rund um das Tier mehrere Stücke Schokolade verteilt worden waren.
Besonders erschreckend: Bereits am Tag zuvor war offenbar ein ähnlicher Vorfall geschehen. Der Hund blieb beide Male unverletzt. Doch hätte er nur wenige Gramm der ausgelegten Süßigkeit gefressen, hätte das ganz anders ausgehen können. Die Polizei ermittelt nun wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und bittet unter der Telefonnummer 0821/323-2710 um Hinweise.
Warum Schokolade für Hunde lebensgefährlich ist
Schokolade ist für Hunde nicht einfach ungesund – sie ist hochgiftig. Der Grund: Kakao enthält die Substanzen Theobromin und Koffein, die Hunde im Gegensatz zu Menschen nur sehr langsam abbauen können. Selbst kleine Mengen können bei sensiblen oder leichten Tieren zu Vergiftungserscheinungen führen. Je dunkler die Schokolade, desto gefährlicher, denn der Theobromin-Gehalt ist dort am höchsten, erklärt die „Tierarztpraxis Bärenwiese“.

Während eine Deutsche Dogge eine kleine Menge Vollmilchschokolade möglicherweise unbeschadet übersteht, kann ein Yorkshire Terrier bereits an 10 Gramm Zartbitterschokolade ernsthafte Schäden erleiden. Die ersten Symptome treten meist innerhalb von sechs bis zwölf Stunden nach Aufnahme auf. Dazu zählen: Erbrechen und Durchfall, starker Durst, häufiges Urinieren, Unruhe, Zittern, Hecheln, erhöhte Herzfrequenz, Krampfanfälle und in besonders schweren Fällen ein Herzstillstand.
Wichtig: Nicht warten, bis Symptome auftreten!
Wer vermutet, dass sein Hund Schokolade gefressen hat, sollte sofort einen Tierarzt oder einen tierärztlichen Notdienst kontaktieren. Bei einer Schokoladenvergiftung zählt oft jede Minute. Die Behandlung beginnt in der Regel mit dem Auslösen von Erbrechen und der Verabreichung von Aktivkohle, um die Aufnahme des Giftes zu blockieren. In schweren Fällen muss das Tier stationär überwacht und mit Infusionen und Medikamenten stabilisiert werden. Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Vergiftung in der Regel aber kontrollierbar.
Unsere Ratgeber ersetzen nicht die veterinärmedizinische Beratung bei Deinem Tierarzt. Sie dienen lediglich der Information und sollen einen Überblick über Krankheiten, Verletzungen und deren Behandlung liefern. Wenn Dein Tier Symptome zeigt, die auf Verletzungen, Krankheiten oder Unwohlsein hinweisen, solltest Du unbedingt eine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik aufsuchen.




