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Futterumstellung bei Katzen – das musst Du beachten

Viele Katzenhalter kennen das: Die Mieze rührt das neue Futter nicht an, schnuppert vielleicht kurz, dreht sich dann jedoch scheinbar provokativ wieder weg. Doch ist das wirklich normal? Und: Wie Du das Futter Deiner Katze richtig umstellen kannst, verrät Dir unsere Gastautorin, Tierärztliche Fachangestellte und Katzenverhaltensberaterin Tina Wolf.

Das Wichtigste in Kürze:
  • Futterverweigerung bei Katzen hat oft nachvollziehbare Gründe wie gesundheitliche Probleme, Stress oder ungünstige Fütterungsbedingungen – nicht etwa Trotz oder Mäkelei.
  • Eine Futterumstellung sollte stets schrittweise erfolgen, um den Verdauungstrakt der Katze nicht zu überfordern und die Akzeptanz zu erhöhen.
  • Geduld, kleinschrittiges Vorgehen und das Vermeiden von Zwang oder Strafen sind entscheidend, um Katzen langfristig an neues Futter zu gewöhnen.

Katzen sind halt häufig schwierig, wenn es ums Futter geht, oder? Tatsächlich stimmt das so nicht. Denn für eine Katze ist Fressen überlebenswichtig und intuitiv gibt es für sie keinen Grund, Nahrung abzulehnen. Wenn sie es dennoch tut, lohnt sich ein genauerer Blick.

Natürlich gibt es auch mal Fleischsorten und Geschmacksrichtungen, die beim jeweiligen Stubentiger allgemein weniger gut ankommen. Extrem wählerisches Fressverhalten kann jedoch auch gesundheitliche Ursachen haben. Chronisch-entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen, Schmerzen im Mäulchen oder auch Stress können dazu führen, dass die Katze das Futter verweigert oder nur widerwillig frisst. Hier heißt es: lieber einmal zu viel als zu wenig tierärztlich abklären lassen.

Wenn die Katze mäkelt: Ursachen verstehen

Manchmal sind auch einfach die Futterportionen zu groß. Auch, wenn wir es gut meinen, ist die Katze eher ein „Häppchen-Fresser“ und bevorzugt mehrere kleine Mahlzeiten am Tag, anstatt sich zweimal täglich den Bauch vollzuschlagen.

Stößt die Katze mit Ihren Schnurrhaaren ständig an den Napf (das kann ziemlich schmerzhaft sein!) oder muss sie dafür eine unbequeme Körperhaltung einnehmen, verdirbt das schnell den Appetit. Eine möglichst flache Futterschale, sowie eine leicht erhöhte Napfposition können für Erleichterung sorgen.

Futterumstellung bei Katzen
Foto: pexels.com/Claudia Schmalz (Symbolfoto)

Ein weiterer Grund kann eine sogenannte Nahrungsneophobie sein – die Angst oder Abneigung gegenüber neuem Futter. Sie entsteht häufig, wenn Katzen in der sensiblen Prägephase (zwischen der dritte und zehnte Lebenswoche) keine Vielfalt kennenlernen. Wird zum Beispiel ausschließlich Trockenfutter gefüttert, fehlt ihnen später möglicherweise die Offenheit für andere Texturen oder Geschmäcker.

Trockenfutter-Junkies und Geschmacksvorlieben

Trockenfutter hat für viele Katzen bekanntlich einen regelrechten „Snack-Charakter“. Es ist knusprig, fettig und aromatisch – kurzum: es schmeckt einfach! Kein Wunder also, dass so manche Katze zum Trockenfutter-Junkie wird und bei Nassfutter erstmal die Nase rümpft. Ich kenne das von unseren Miezen nur zu gut! Aber: Eine Umstellung ist trotzdem möglich. Mit Geduld und dem richtigen Vorgehen.

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Katzenfutterumstellung: Schrittweise statt radikal

Eine plötzliche Umstellung kann Magen und Darm belasten und zu Durchfall oder Erbrechen führen. Besonders bei empfindlichen Katzen ist es besser, das neue Futter daher langsam einzuführen und schrittweise unter das alte Futter zu mischen.

Zum Beispiel so:

  • Tag eins bis zwei: 10 Prozent neues Futter, 90 Prozent gewohntes Futter
  • Tag drei bis fünf: 25 Prozent neu, 75 Prozent alt
  • Tag sechs bis acht: 50 Prozent neu, 50 Prozent alt
  • Tag neun bis elf: 75 Prozent neu, 25 Prozent alt
  • ab Tag zwölf: 100 Prozent neues Futter

Diese Angaben sind lediglich Richtwerte. Manche Katzen brauchen länger, andere akzeptieren Neues erstaunlich schnell.

Trockenfutter für Katzen
Foto: unsplash.com/Felice Wölke (Symbolfoto)

Kleine Helfer für große Wirkung

Manchmal hilft auch ein bisschen Trick 17:

  • Wärmen: Futter leicht erwärmen! Das hebt den Geruch hervor und macht es attraktiver.
  • Toppings: Ein Hauch Bierhefe, getrocknete Katzenminze oder etwas zerkleinertes Trockenfutter als „Brösel“ auf dem neuen Futter kann Wunder wirken.
  • Appetitanreger: Ein Tropfen Lachsöl oder etwas Thunfischwasser (ungesalzen!) machen das Futter schmackhafter.

Futterentzug? Bitte nicht!

Bei Katzen kann es schnell lebensgefährlich werden, das Futter einfach wegzunehmen, um „den Hunger groß genug werden zu lassen“. Frisst eine Katze nämlich länger als 48 bis 72 Stunden nichts, kann es zu einer sogenannten Fettleber kommen – einer lebensbedrohlichen Erkrankung.

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Futterverweigerung ist kein Trotz, sondern hat immer einen Grund. Bitte niemals als Erziehungsmaßnahme Futter entziehen! Die Katze versteht diesen Zusammenhang sowieso nicht und wird dadurch nur frustriert und im schlimmsten Fall krank.

Fazit: Umstellung mit Feingefühl

Jede Katze ist anders. Manche haben mit neuem Futter überhaupt keine Probleme, andere brauchen Zeit, Geduld und ein paar gute Ideen unsererseits. Wichtig ist: Kein Stress, keine Strafen, sondern kleinschrittiges Vorgehen, appetitliche Anreize und im Zweifel einen tierärztlichen Rat einholen. Dann klappt’s auch mit dem neuen Lieblingsfutter.

Über unsere Gastautorin

Christina Wolf ist Tiermedizinische Fachangestellte und bietet Verhaltensberatung für Katzen an. Sie ist studierte Tierpsychologin mit Schwerpunkt Katze. Als Gastgeberin des Deine-Tierwelt-Podcast „Pet-Talks Katze“ hat sie jahrelang ihr Wissen rund um Katzengesundheit und -verhalten knackig weitergegeben. Genau das tut sie jetzt auch als Gastautorin für Ratgeber zu Katzenthemen.

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