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Fünf Fragen vor dem Pferdekauf

Der Wunsch nach einem eigenen Pferd ist bei vielen Reitbegeisterten groß. Nichtsdestotrotz sollte der Pferdekauf gut überlegt sein: Zur artgerechten Haltung und Pflege gehört viel mehr als regelmäßiges Ausreiten und Putzen. Damit Ihr wisst, was auf Euch zukommt und was Ihr vor der Anschaffung bedenken müsst, haben wir Euch die fünf wichtigsten Fragen vor dem Pferdekauf zusammengefasst.

Mädchen küsst Pferd

1. Wo kann ich mein Pferd unterstellen?

Bevor Ihr Euch zum Pferdekauf entscheidet, müsst Ihr Euch nach einer geeigneten Unterbringung umsehen. Sowohl die Entfernung zum eigenen Wohnort als auch die Ausstattung des Stalls sind dabei von großer Bedeutung. Schließlich muss der Hengst, die Stute oder der Wallach regelmäßig – das heißt täglich – versorgt werden. Ein Stallplatz in der direkten Umgebung spart somit viel Zeit und Nerven.

Zum anderen sollte das Wohlbefinden des Pferdes oberste Priorität haben. Achtet deshalb darauf, dass die potenzielle Unterbringung einen sauberen und ordentlichen Eindruck macht und genügend Bewegungsmöglichkeiten bietet. Zudem solltet Ihr Euch ausführlich über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Haltungsformen eines Pferdes informieren. Während manche Rassen oder Pferdetypen beispielsweise die Offenstallhaltung bevorzugen, ziehen sich andere Tiere lieber in eine große und gut belüftete Box zurück. Habt Ihr bereits ein bestimmtes Pferd im Auge, könnt Ihr auch mit dem bisherigen Besitzer sprechen und seine Einschätzung zur optimalen Haltung einholen.

2. Kenne ich mich ausreichend mit der Erziehung, Ausbildung und Pflege eines Pferdes aus?

Wer sich ein Pferd anschafft, muss sich darüber im Klaren sein, ganz allein für das Wohlergehen und die Gesundheit des Lebewesens verantwortlich zu sein. Für die bestmögliche Haltung und Pflege des Tieres braucht man nicht nur eine Menge Zeit, sondern muss sich hervorragend mit den Bedürfnissen, der Körpersprache und den speziellen Gewohnheiten von Pferden auskennen. Wie sieht eine ausgewogene Ernährung aus? Worauf muss man beim Trensen, Satteln sowie Aufhalftern achten und kann ich Gefahrensituationen ohne Hilfe meines Trainers oder Reitlehrers einschätzen und im Notfall richtig handeln? Dies sind nur einige Fragen, die sich ein potenzieller Halter vor dem Pferdekauf stellen sollte. Geht noch einmal in Euch und prüft, ob Ihr Euch die Haltung eines eigenen Pferdes wirklich zutraut. Merkt Ihr, dass Ihr in einigen Bereichen unsicher seid oder noch etwas Nachholbedarf habt, ist es sinnvoll, den Zeitpunkt des Kaufes zu verschieben.

Wer sich seiner Sache wirklich sicher sein will, dem ist die Teilnahme an einem Lehrgang zum FN-Abzeichen Basispass Pferdekunde der Deutschen Reiterlichen Vereinigung zu empfehlen. Hier erfahrt Ihr alles Wissenswerte zum Umgang mit Pferden und lernt ihr Verhalten richtig zu deuten.

3. Habe ich genügend Zeit, dass Pferd optimal zu versorgen?

Wie aufwendig die Haltung eines eigenen Pferdes ist, wird vielen Reitbegeisterten leider erst nach dem Pferdekauf klar.

Die tatsächliche Zeit, die man bei seinem Pferd verbringt, hängt stark davon ab, wie das Tier gehalten wird und welche Arbeiten man auf andere Personen übertragen kann oder möchte. Wer sein Pferd in erster Linie selbst versorgt und es in einer Box hält, muss mit mindestens zweieinhalb bis drei Stunden Stallzeit pro Tag rechnen. Etwas geringer fällt der zeitliche Aufwand bei der Offenstall- und Weidehaltung aus, da das Pferd bereits selbstständig im Freien herumtollen kann. Jedoch müssen auch in diesem Fall bis zu zwei Stunden am Tag für die Versorgung eingeplant werden.

Mit dem Pferdekauf wird ein täglicher Besuch im Stall also Pflicht. Für andere Hobbies oder regelmäßige Treffen mit Freunden bleibt da nur wenig Zeit. Darüber hinaus ist auch ein stressiger Ganztagsjob, in dem Überstunden zum Alltag gehören, keine gute Voraussetzung für den Pferdekauf. Schließlich kann es immer passieren, dass sich der Vierbeiner verletzt oder mit einer gefährlichen Krankheit ansteckt und nahezu rund um die Uhr beobachtet werden muss. Nicht jeder Chef erklärt sich in diesem Fall bereit, seinem Angestellten spontan ein paar Tage freizugeben. Wer derartigen Problemen vorbeugen möchte, sollte sich im Vorfeld nach einer Reitbeteiligung oder einem Stallhelfer umsehen, die sich gegebenenfalls um das Pferd kümmern.

4. Kann ich die nächsten 25 bis 30 Jahre Verantwortung übernehmen?

Abhängig von Rasse, Gesundheitszustand und Verwendungszweck kann ein Pferd gut und gerne 25 bis 30 Jahre alt werden. Wer sich ein eigenes Pferd anschaffen möchte, sollte sich deshalb darüber im Klaren sein, dass er unter Umständen jahrzehntelang Verantwortung übernehmen muss.

Natürlich gibt es immer wieder Lebenssituationen, welche die Haltung eines eigenen Tieres auf einmal unmöglich machen, wie plötzlich auftretende gesundheitliche Probleme oder unvorhersehbare Änderungen im Beruf. Nichtsdestotrotz sollte man sich vor dem Pferdekauf über die eigene Zukunftsgestaltung Gedanken machen. Wer beispielsweise einen befristeten Arbeitsvertrag hat und noch gar nicht weiß, wo und ob er im nächsten Jahr Arbeit findet, muss sich gut überlegen, ob ein Pferdekauf zum aktuellen Zeitpunkt Sinn macht oder man sich nicht doch lieber eine Reitbeteiligung sucht.

Bedenkt zudem, dass es immer wieder Fälle gibt, in denen Ihr selbst vielleicht mal verhindert sind und eine optimalen Versorgung des Tiers nicht übernehmen können. Bereits vor dem Pferdekauf sollten Sie sich deshalb an eine pferdebegeisterte Person Ihres Vertrauens wenden und abklären, ob sie sich im Notfall um das Tier kümmert. Natürlich können Sie sich auch in diesem Fall um eine Reitbeteiligung oder einen Stallhelfer auf 450 Euro Basis bemühen, die Ihnen einen Teil Ihrer Arbeit abnehmen.

5. Verfüge ich über genügend finanzielle Rücklagen die Kosten für ein Pferd zu decken?

Ein eigenes Pferd kostet reichlich Geld. Damit sind nicht nur die Anschaffungskosten gemeint, die abhängig von Alter, Ausbildungsstand und Abstammung des Tieres mehrere Tausend Euro betragen können. Zusätzlich fallen Kosten für die Reitausrüstung, den Reitunterricht, die Stallmiete, das Futter und den regelmäßigen Hufbeschlag des Pferdes an.

Als Pferdebesitzer ist es zudem sinnvoll, eine Haftpflichtversicherung fürs Pferd abzuschließen. Verursacht Euer Pferd einen Blechschaden oder deckt unbeabsichtigterweise eine andere Stute, seid Ihr im Fall der Fälle finanziell abgesichert.

Darüber hinaus müsst Ihr auch Geld für Tierarztbesuche einberechnen, da das Pferd in regelmäßigen Abständen geimpft werden oder eine Wurmkur verabreicht bekommen muss. Auch mit schlimmeren Erkrankungen oder Verletzungen ist immer zu rechnen. Deshalb solltet Ihr auf jeden Fall über genügend finanzielle Rücklagen verfügen, um unvorhergesehene und langwierige Behandlungen oder Klinikaufenthalte bezahlen zu können. Denn: Nichts ist schlimmer als ein schwer krankes Pferd, dem aufgrund einer finanziellen Notlage nicht geholfen werden kann.

Sind alle Fragen eindeutig geklärt, steht dem Pferdekauf nichts mehr im Wege

Alle finanziellen Fragen sind geklärt, der passende Pferdestall ist gefunden und Ihr seid bereit einen großen Teil Eurer Freizeit in das Tier zu investieren? Dann steht dem Pferdekauf nichts mehr im Wege.

Wer jedoch unsicher ist, ob er ein eigenes Pferd bestmöglich versorgen und pflegen kann, sollte den Pferdekauf noch einmal überdenken. Vielleicht bei einer Reitbeteiligung? Im Kleinanzeigenmarkt von Deine-Tierwelt.de findet Ihr diverse Angebote für Pferdenarren und Reitbegeisterte, sodass Ihr lernen könnt, was es heißt, Verantwortung für ein Pferd zu übernehmen.

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