- Außergewöhnliche Eigenschaften: Besondere Hunderassen wurden über Jahrhunderte für konkrete Aufgaben wie Jagen, Hüten oder Bewachen gezüchtet und bringen dafür ausgeprägte Fähigkeiten mit.
- Echte Spezialisten: Sie zeichnen sich häufig durch besondere körperliche Merkmale, hohe Eigenständigkeit, starken Bewegungsdrang oder einen ausgeprägten Jagdtrieb aus.
- Hohe Ansprüche an den Halter: Im Vergleich zu klassischen Familienhunden brauchen sie klare Aufgaben, viel Bewegung und Menschen, die sich intensiv mit ihren Bedürfnissen beschäftigen.
Was macht besondere Hunderassen so ungewöhnlich?
Besondere Hunderassen unterscheiden sich von klassischen Familienhunden meist durch ihre Geschichte, ihre ursprüngliche Aufgabe oder durch außergewöhnliche körperliche und geistige Eigenschaften. Viele dieser Hunde wurden über Jahrhunderte hinweg für ganz spezielle Zwecke gezüchtet:
- Sie jagen in unwegsamem Gelände
- Sie hüten große Herden
- Bewachen abgelegene Höfe
- Zeigen als hoch spezialisierter Vorstehhund Wild an, ohne es aufzuschrecken
Oft verfügen diese Tiere über Eigenschaften, die im normalen Familienalltag gar nicht zwingend benötigt werden: enorme Ausdauer, große Eigenständigkeit, ausgeprägten Jagdtrieb oder eine besondere Sensibilität gegenüber ihrer Umgebung. Auch äußerlich heben sie sich häufig deutlich ab – sei es durch eine außergewöhnliche Fellstruktur, besondere Körperproportionen oder eine ungewöhnliche Schulterhöhe, die entweder sehr kompakt oder beeindruckend groß ausfallen kann.
Während klassische Familienhunde meist leicht zu erziehen sind und sich gut an unterschiedliche Lebensstile anpassen, brauchen viele besondere Rassen ein klares Aufgabenfeld, viel Bewegung und Menschen, die sich intensiv mit ihren Bedürfnissen auseinandersetzen. Sie sind keine „Nebenbei-Hunde“, sondern echte Persönlichkeiten mit Charakter. Genau das macht sie so spannend – aber auch anspruchsvoll.
Im Folgenden haben wir Dir fünf ungewöhnliche Hunderassen zusammengestellt, die zum Staunen und Schmunzeln einladen und eindrucksvoll zeigen, wie vielfältig die Welt der Hunde ist.
Norwegischer Lundehund: Ein kleines anatomisches Wunder

Der Norwegische Lundehund ist alles andere als gewöhnlich: Er zählt zu den ältesten Hunderassen Norwegens und ist außergewöhnlich beweglich. Er kann seine Vorderbeine ohne Probleme seitlich abspreizen, fast wie im Spagat, und seinen Kopf vollständig nach hinten biegen. Diese enorme Gelenkigkeit ist keine Spielerei, sondern ein perfektes Anpassungsmerkmal an seine ursprüngliche Aufgabe.
Als wäre das nicht schon besonders genug, besitzt der Lundehund sechs statt der bei Hunden üblichen vier Zehen pro Pfote. Zusätzlich kann er seine Ohren aktiv verschließen, um sie vor Wasser und Schmutz zu schützen. Dank dieser Besonderheiten kann er in steilen Felswänden klettern, um Jagd auf seine bevorzugte Beute zu machen – die Papageientaucher. Die flinken Wasservögel leben im Meer und nisten in Felsspalten oder Erdhöhlen. Sie zu erreichen und aus den engen Felsspalten zu holen ist eine Aufgabe, an der andere Hunde scheitern würden.
Leider nutzten Fischer die natürlichen Fähigkeiten des norwegischen Vierbeiners lange Zeit für die gezielte Jagd auf Papageientaucher-Kolonien. Dadurch haben sie die Vögel fast vollständig ausgerottet und das Zuchtinteresse am Lundehund ging spürbar zurück.
Charakterlich zeigt sich der Lundehund lebhaft, aufmerksam und sehr menschenbezogen. Viele Halter berichten, dass ihre Hündin oder ihr Rüde eine enge Bindung zur Familie aufbaut und gerne überall dabei ist. Trotz seiner Jagdvergangenheit gilt er heute in Norwegen als freundlicher Familienhund, der gut mit Kindern harmoniert.
Allerdings braucht diese Rasse viel Bewegung und geistige Auslastung. Spaziergänge allein reichen oft nicht aus – Klettern, Suchspiele, Hundesportarten wie Agility oder ein erfrischendes Bad im nächstgelegenen See oder Tümpel kommen seinem Naturell deutlich mehr entgegen. Da der Lundehund durchschnittlich nur drei Welpen pro Wurf bekommt, ist er selten und mit 1.500 bis 2.000 Euro ist es vergleichsweise teuer, sich einen Lundehund anzuschaffen. Seriöse Züchter sind entsprechend schwer zu finden und sollten sorgfältig ausgewählt werden.
Chow-Chow: Eine dickköpfige Blauzunge

Der Chow-Chow ist ein echter Hingucker. Sein dichtes, plüschiges Fell und seine aufrechte Haltung verleihen ihm etwas Majestätisches. Sein auffälligstes und zugleich innerhalb der Hunderassen einzigartiges Merkmal ist jedoch seine tiefblaue Zunge.
Um dieses Merkmal ranken sich zahlreiche Legenden. Eine dieser Legenden geht sogar darauf zurück, wie der Himmels erschaffen wurde: So sollen beim Befestigen der Sterne viele kleine blaue Stücke des Firmaments auf die Erde gefallen und vom Chow-Chow aufgeleckt worden sein. Woher diese Färbung tatsächlich stammt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt – eine heimliche Leidenschaft für Heidelbeeren hat der Chow-Chow jedenfalls nicht. Wissenschaftler vermuten eher einen Zusammenhang mit der Pigmentierung und der Temperaturregulierung des Körpers.
Der Chow-Chow gehört zu einer der ältesten Hunderassen der Welt und kam vermutlich über die Mongolei nach China. Während die Mongolen ihn als Jagd-, Wach- und Kriegshund hielten, galt der Vierbeiner in China als des Kaisers liebstes Haustier: Das Abbild des Chow-Chow findet sich auf zahlreichen Skulpturen und Terrakotta-Gegenständen aus der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.). Viele Chinesen hatten den Chow-Chow darüber hinaus zum Fressen gern: So galt gemästetes Chow-Chow-Fleisch in einigen Regionen Chinas als Delikatesse und insbesondere dem Verzehr seiner blauen Zunge wurde eine heilende Wirkung nachgesagt. Glücklicherweise hat sich der Chow-Chow einen guten Ruf als Wach- und Begleithund erarbeitet und ist dadurch mittlerweile in vielen Teilen Chinas von der Speisekarte verschwunden.
Sein Wesen ist ruhig, selbstständig und würdevoll. Er entscheidet gern selbst, wem er seine Zuneigung schenkt, und gehört nicht zu den Hunden, die ständig gefallen wollen. Genau deshalb ist er kein typischer Anfängerhund. Für Menschen, die einen eigenständigen Begleiter schätzen und klare, ruhige Führung bieten können, ist er jedoch ein treuer Freund.
Im Vergleich zu sehr aktiven Jagdhunden wie dem Fuchshund oder dem Otterhund, die für ausdauernde Hetzjagden gezüchtet wurden, zeigt sich der Chow-Chow deutlich gelassener. Bewegung ist wichtig, aber ebenso Ruhe und Struktur. Seine Schulterhöhe variiert je nach Geschlecht, wirkt durch das üppige Fell jedoch oft größer, als sie tatsächlich ist.
Bergamasker Hirtenhund: Der Bob Marley unter den Hunderassen

Der Bergamasker Hirtenhund ist optisch ebenfalls eine besondere Erscheinung. Sein Fell zeigt viel Ähnlichkeit mit Dreadlocks: Es bildet im Laufe der Zeit dichte, filzartige Stränge, die ihn zuverlässig vor Kälte, Hitze und Verletzungen schützen. Dieses Fell ist kein modischer Zufall, sondern das Ergebnis jahrhundertelanger Anpassung an das raue Klima der Alpen.
Erstaunlicherweise gestaltet sich die Fellpflege dieser außergewöhnlichen Hunderasse verhältnismäßig einfach. Hundehalter sollten Kopf, Schulter sowie Rute einmal wöchentlich kämmen. Die verfilzten Stränge müssen lediglich nach jedem Fellwechsel bis auf die Haut geteilt werden. Allerdings kann sich während eines Wald- oder Wiesenspaziergangs allerhand im Fell des Hütehunds ansammeln, was dann zu Hause in liebevoller Detailarbeit herausgezupft wird.
Eine weitere Besonderheit des Fells: Bei leichtem Regen ist die Haarpracht des Bergamasker Hirtenhunds ein hervorragender Schutz vor Feuchtigkeit. Gießt es jedoch in Strömen, nimmt das Fell viel Wasser auf und bleibt über längere Zeit feucht. Dabei entsteht der für viele eher unangenehme Geruch vom „nassen Hund“.
Trotz seines rustikalen Äußeren ist der Bergamasker ein ausgesprochen freundlicher, ausgeglichener Hund. Er wurde und wird bis heute hauptsächlich als Hütehund in den Bergamasker Tälern eingesetzt, genießt aber auch in der restlichen italienischen Alpenregion einen hervorragenden Ruf als Wach- und Hütehund. Er arbeitet gern mit seinem Menschen zusammen und zeigt eine hohe Lernbereitschaft. Als Hütehund trifft er eigenständige Entscheidungen und behält stets den Überblick – Eigenschaften, die ihn von vielen klassischen Familienhunden unterscheiden.
In der Familie zeigt er sich anhänglich, verspielt und aufmerksam. Besonders schön ist seine Geduld, was ihn auch für Haushalte mit Kindern interessant macht. Wichtig ist jedoch, dass er geistig gefordert wird. Lange Spaziergänge und Aufgaben und Spiele, bei denen er „mitdenken“ darf, sowie Hundesportarten wie Agility oder Treibball, bei denen er sich austoben darf, sind für diese Rasse ideal.
Neuguinea-Dingo: Der singende Verwandte der Haushunde

Der Neuguinea-Dingo, auch „singender Hund“ genannt, fasziniert durch seine außergewöhnliche Lautgebung. Statt zu bellen, gibt er melodische, jodelartige Laute von sich, die in verschiedenen Tonhöhen erklingen. Dieses Verhalten ist einzigartig und unterstreicht seine Sonderstellung unter den Hunderassen.
Trotz seiner Nähe zu Haushunden gilt der Neuguinea-Dingo als Wildtier. Sein Verhalten ist ursprünglich, sein Jagdtrieb, den selbst erfahrene Halter nicht immer unter Kontrolle bringen können, stark ausgeprägt. In seiner Heimat Papua-Neuguinea wurde er als Jagdbegleiter geschätzt, heute lebt der vom Aussterben bedrohte Vierbeiner überwiegend in Schutzprogrammen.
So spannend diese Rasse auch ist: Für das Leben als Familienhund eignet sie sich nicht. Ihre Bedürfnisse unterscheiden sich deutlich von denen domestizierter Hunde. Wer sich für solche ungewöhnlichen Hunderassen interessiert, sollte sie mit Respekt betrachten und ihre Eigenständigkeit anerkennen.
Bedlington Terrier: Ein Wolf im Schafspelz

Der Bedlington Terrier wirkt auf den ersten Blick sanft und fast zerbrechlich. Sein flauschiges Fell und die leicht birnenförmige Kopfform verleihen dem Vierbeiner ein ungewöhnliches Aussehen und machen ihn zum echten Blickfang.
Doch woher kommt die verblüffende schafsähnliche Optik des Hundes? Möglicherweise ist er aus einer Kreuzung von einem Dandie-Dinmont Terrier, einem Whippet und sogar der Französischen Bulldogge hervorgegangen. Andere Quellen berichten, dass auch Bullterrier, Greyhounds und Otterhunde (Otterhounds) zur Zucht des Bedlington Terriers eingesetzt wurden.
Wie dem auch sei: Die Vorfahren des Terriers stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus den nördlichen Bergbaugegenden Englands und waren ursprünglich unter dem Namen Rothbury Terrier bekannt. Da die Vierbeiner jedoch überwiegend im Dorf Bedlington gezüchtet wurden, wurde ihr Name im Laufe der Zeit angepasst.
Hinter dem lockigen Fell verbirgt sich ein kraftvoller, mutiger Hund. Sein ausgeprägter Jagdinstinkt macht den muskulösen Bedlington Terrier zu einem der besten Jagd- und Schutzhunde überhaupt. Ursprünglich wurde er eingesetzt, um Füchse und anderes Wild zu jagen. Er zählt nicht nur zu den besonders kräftigen Hunderassen, sondern scheint über nahezu unerschöpfliche Energiereserven zu verfügen – Eigenschaften, die ihn mit klassischen Jagdhunden wie dem Vorstehhund verbinden.
Er ist intelligent, bewegungsfreudig und sehr menschenbezogen. In der Familie zeigt er sich verspielt und verschmust, braucht aber klare Regeln und ausreichend Bewegung. Ausgiebige und regelmäßige Spaziergänge sollten unbedingt auf der Tagesordnung stehen. Zusätzlich toben sich die meisten Bedlington Terrier auch gerne bei Hundesportarten wie Dog Dance oder Agility aus. Wird er körperlich und geistig ausgelastet, freut er sich über ausgiebige Streicheleinheiten und gilt als wunderbarer Begleiter.
Aber Vorsicht: Trotz seiner Tauglichkeit als Familienhund gehört der clevere Terrier aufgrund seines ausgeprägten Jagdinstinkts in die Hände eines erfahrenen Halters und muss mit liebevoller Konsequenz erzogen werden. Wenn Dein Hund doch einmal Personen-, Sach- oder Vermögensschäden verursacht, schützt Dich die Tierversicherung von Cleos Welt vor den finanziellen Folgen. Die Hundehaftpflichtversicherung von Cleos Welt springt ein, wenn es zu Personen-, Sach- und Vermögensschäden kommt, die Dein Hund verursacht hat. Mit Cleos Welt werden alle Hunde zum gleichen, fairen Tarif versichert.
Fazit: Nicht alle ungewöhnlichen Hunderassen eignen sich als Familienhunde – aber jede ist besonders
Diese fünf Beispiele zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und faszinierend die Welt der Hunde ist. Besondere Hunderassen sind keine besseren oder schlechteren Hunde – sie sind einfach anders. Bist Du bereit, Dich intensiv mit den Bedürfnissen einer Rasse auseinanderzusetzen, wirst Du mit einem treuen, außergewöhnlichen Gefährten belohnt.
FAQ – Häufige Fragen zu besonderen Hunderassen
Was sind besondere Hunderassen?
Besondere Hunderassen zeichnen sich durch außergewöhnliche Eigenschaften oder ein seltenes Erscheinungsbild aus und erfüllten ursprünglich ganz spezielle Aufgabe. Sie unterscheiden sich oft deutlich von klassischen Familienhunden.
Welche besonderen Hunderassen gibt es weltweit?
Weltweit gibt es viele seltene und ungewöhnliche Hunderassen, etwa den Norwegischen Lundehund, den Neuguinea-Dingo, den Otterhund oder alte Jagd- und Hütehunde aus abgelegenen Regionen.
Warum gelten manche Hunderassen als selten oder außergewöhnlich?
Gründe sind oft eine geringe Zuchtbasis, spezielle Anforderungen an Haltung und Training oder der Umstand, dass ihre ursprüngliche Aufgabe heute kaum noch gefragt ist.
Welche besonderen Hunderassen eignen sich als Familienhund?
Einige besondere Rassen wie der Bergamasker Hirtenhund oder der Bedlington Terrier können sich gut in Familien integrieren, wenn ihre Bedürfnisse erfüllt werden und Hundehalter ausreichend Erfahrung und Zeit mitbringen.
Worauf solltest Du bei der Haltung besonderer Hunderassen achten?
Informiere Dich gründlich über Herkunft, Charakter und Bedürfnisse der Rasse. Achte auf seriöse Züchter, ausreichend Bewegung, geistige Auslastung und eine liebevolle, konsequente Erziehung.



