HomeTerraristikFaszination Terraristik: Tipps für Einsteiger

Faszination Terraristik: Tipps für Einsteiger

Die Terraristik erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Mittlerweile ist es fast normal geworden, wenn jemand Schlangen, Spinnen oder Echsen hält – doch wie funktioniert das eigentlich? Wie gelingt der Einstieg in die Terraristik und was braucht man dafür? Wir haben Euch einen kleinen Einsteiger-Guide mit Tipps zusammengestellt.

Erst die Bewohner auswählen

Zunächst müsst Ihr Euch überlegen, welche Art Terrarien-Bewohner Ihr halten möchtet. Denn jedes Tier hat natürlich unterschiedliche Ansprüche. So lieben es einige sehr warm und trocken, andere brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit um sich wohlzufühlen. Auch die Größe der Behausung variiert je nachdem, für was Ihr Euch entscheidet.

Während man einige Tiere nur einzeln halten kann, brauchen andere eine Lebensgemeinschaft, um glücklich zu sein – dass spielt selbstverständlich auch bei der Größe des Terrariums und den entsprechenden Kosten für Anschaffung und Unterhalt eine Rolle und sollte nicht außer Acht gelassen werden.

Darüber hinaus gilt, dass Anfänger besser die Finger von giftigen Tieren lassen sollten.

Besser eignen sich beispielsweise: streifenköpfige Bartagame (Pogona vitticeps), Kornnattern (Pantherophis guttatus), verschiedene Gecko-Arten wie der Leopardgecko (Eublepharis macularius). Auch der maximal 70 Zentimeter lange und robuste Stachelschwanzwaran (Varanus acanthurus) ist ein mögliches Reptil für Einsteiger.

Umfassend über das Tier und dessen Ansprüche informieren

Reptilien sind keine Katzen – hier lässt sich die Erstausstattung nicht pauschalieren, denn jedes Tier hat ganz eigene, individuelle Ansprüche an den Lebensraum. So ist Schlange nicht gleich Schlange – während die eine ein Feuchtterrarium braucht, um leben und sich wohlfühlen zu können, kann die andere nur in Trockenaquarien richtig entspannen und fröhlich herumschlängeln.

Es ist deshalb unabdingbar, sich über die Tierart und Gattung zu informieren, für die man sich entschieden hat. Kauft Euch Fachliteratur, sucht Euch ein entsprechendes Geschäft mit geschultem Personal oder einen Züchter auf, recherchiert im Internet und prüft ganz genau, was mit der Anschaffung des jeweiligen Reptils auf Euch zukommt.

Dabei gilt es nicht nur die Kosten für Terrarium, Tier und Technik zu kalkulieren, sondern auch die laufenden Unterhaltskosten in Bezug auf Futter, Strom und Tierarzt. Hinzukommt, dass viele Terrarien-Bewohner lange Lebensspannen haben und Ihr Euch sicher sein solltet, im entsprechenden Zeitraum nicht die Lust am Haustier zu verlieren. Denn es kann sich dabei schon mal gut und gerne um einige Jahrzehnte handeln – vor allem bei Schildkröten.

Wenn Ihr Euch dann entsprechend informiert habt und Euch sicher seid, dem Tier das bieten zu können, was es braucht, geht es an den Kauf des richtigen Terrariums und der jeweiligen Ausstattung, Technik sowie Dekoration.

Die unterschiedlichen Terrarien-Varianten

Bei der Größe des Terrariums könnt Ihr Euch an den Mindestanforderungen der jeweils ausgewählten Bewohner orientieren. Hier wird meist angegeben, wie viel Platz die entsprechenden Tiere benötigen und welche Temperaturen/Einrichtungen/Terrarien-Arten vorausgesetzt sind.

Dies können beispielsweise sein:

  • Trockenterrarien (z. B. Wüstenterrarium)
  • Halbfeuchte Terrarien (z. B.  Felsterrarium)
  • Feuchtterrarien (z. B. Regenwaldterrarium)
  • Aquaterrarien (z. B. Paludarium)

Jede hier aufgeführte Variante hat Vor- und Nachteile. So sind Feucht- und Aquaterrarien pflegebedürftiger, benötigen mehr/andere technische Komponenten wie beispielsweise Nebler oder Beregnungsanlagen und es könnte sich Schimmel bilden. Trockenterrarien sind hingegen einfacher für Anfänger zu Händeln, haben aber einen höheren Energiebedarf, weshalb mehr Stromkosten auf Euch zukommen.

Trotzdem solltet Ihr bei der Terrarien-Wahl nicht das Beste für Euch, sondern das Beste für Euren neuen Mitbewohner wählen. Denn dieser hat ganz klare Vorstellungen von seinem neuen Reich. Werden diese nicht erfüllt – wenn es beispielsweise zu klein, zu kalt, zu warm, zu feucht oder zu trocken ist – kann dies erhebliche gesundheitliche Schäden nach sich ziehen.

Im Übrigen darf niemals ein Aquarium als Terrarium genutzt werden. Zum einen sind diese speziell auf die Unterwasserbewohner und nicht auf die Reptilien zugeschnitten, also beispielsweise nicht ausreichend belüftet. Zum anderen lassen sie sich nur von oben öffnen und aus dieser Richtung kommen in der freien Wildbahn die Feinde der meisten Terrarien-Bewohner (Raubvögel). Und Eure neuen Lieblinge sollen Euch ja nicht als Angreifer betrachten, vor dem sie flüchten müssen, oder?

Standort und Ausstattung des Terrariums

Was den Platz anbelangt, wo die Behausung der neuen Haustiere aufgestellt werden sollte, gibt es einige Grundregeln, die für alle Terrarien gelten.

So sollten die Kästen immer an einem ruhigen Ort platziert werden (beispielsweise vor lauter Musik geschützt), zu dem Kleinkinder oder andere tierische Bewohner keinen direkten Zugriff haben. Weiterhin darf das Terrarium keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, da diese natürlich die Temperaturregelung beeinflussen würde.

Wenn der geeignete Platz gefunden, das Terrarium aufgestellt ist, und Ihr genau wisst, welche Anforderungen das gewünschte Tier an seinen Lebensraum hat, dann geht es an die Ausstattung und Technik.

Grundsätzlich sind Beleuchtung, Heiz- und Messtechnik (für Temperatur und Luftfeuchtigkeit) die wichtigsten Punkte, mit denen man sich bei jedem Tier befassen muss. Eine UV-Beleuchtung ist somit in nahezu allen Terrarien Pflicht. Bodenheizung und Spotstrahler benötigt Ihr hingegen eigentlich nur für hohe, trockene Temperaturen und einen Nebler für die Tiere aus den Regionen mit höherer Luftfeuchtigkeit.

Technik testen und Tiere kaufen (Abkürzungen in der Terraristik)

Wenn das Terrarium ausgestattet, dekoriert und funktionsfähig ist, solltet Ihr zunächst für einige Tage die technischen Aspekte in einem Testlauf prüfen. Funktioniert die Temperaturregelung so, wie Ihr es Euch vorgestellt habt, oder müsst Ihr einige Einstellungen korrigieren? Wie steht es um die Luftfeuchtigkeit? Braucht Ihr gegebenenfalls weiteres technisches Zubehör oder Dekoration?

Sollte alles einwandfrei und wie gewünscht funktionieren, könnt Ihr das gewünschte Tier/die gewünschten Tiere kaufen. Am besten wendet Ihr Euch hierzu an einen Züchter, der Nachzuchttiere anbietet. Denn diese sind häufig gesünder (frei von Parasiten) und wurden nicht einfach aus ihrer natürlichen Umgebung gerissen.

Wichtig für den Kauf sind die folgenden Abkürzungen, mit denen sich Terraristik-Einsteiger vertraut machen sollten:

WF = Wildfang (aus der Natur entnommen – sollte nicht gewählt werden!)
NZ = Nachzucht (nicht aus der Natur entnommen und nicht direkt von Tieren abstammend, die der Natur entnommen worden)
DNZ = Deutsche Nachzucht (in der Regel gesunde Tiere, mit starkem Immunsystem)
FZ = Farmzuchttier (Stammen direkt von Weibchen ab, die aus der Natur entnommen worden – sind also ebenfalls eher kritisch in Bezug auf den Wildbestand)
KRL = Kopf-Rumpf-Länge
GL = Gesamtlänge
SL = Schwanzlänge
CL = Carapaxlänge (bspw. das Rückenschild der Schildkröte)

Abkürzung für das Geschlecht:

Erste Zahl vor dem Komma: Männchen
Zahl nach dem Komma: Weibchen
Zweite Kommastelle: Geschlecht unbekannt

Beispiel:

1,0 = männliches Tier
0,1 = weibliches Tier
1,1 = ein männliches und ein weibliches Tier
0,0,1 = ein Tier unbekannten Geschlechts

Nun gilt es nur noch den neuen Mitbewohnern Namen zu geben, geeignetes Futter (Frost- oder Lebendfutter) dazureichen und sich an den faszinierenden Welt der Terraristik zu erfreuen.

Neueste Artikel

Katzenfutter: Was tun, wenn die Katze zu verwöhnt ist?

Ihre Katze frisst nur eine Futtersorte und verweigert anderes Katzenfutter? Hier erfahren Sie, worauf Sie bei der Katzenernährung achten sollten und was Sie tun können, um Ihre Katze möglichst früh an verschiedene Katzenfutter zu gewöhnen.

Ähnliche Artikel