HomeHundeDauermüde: Warum gähnt mein Hund eigentlich so oft?

Dauermüde: Warum gähnt mein Hund eigentlich so oft?

Es ist schon auffallend, wie oft Hunde gähnen – und sie tun es nicht nur, weil sie müde sind oder Sauerstoff tanken wollen. Nein, es gibt zahlreichen Gründe. Welche erklärt DeineTierwelt.

Hunde schlafen oft und viel – und werden sie müde, dann tun sie nichts anderes wie wir Menschen: sie gähnen. Klar, das sagt dem Beobachter: Ruhe jetzt, ich bin müde. Lass mich bitte ein Nickerchen machen. Allerdings ist das Wegdösen erst der zweite Schritt.

Das Gähnen ist nämlich so etwas wie ein Aufbäumen gegen das Müdigkeitsgefühl. Noch einmal Sauerstoff tanken und dann verfliegt die Müdigkeit vielleicht, weil die Lunge mit mehr Luft versorgt wird und sie dann eine Portion Blut in Richtung Herz losschickt. Nun ja, meistens klappt die Gähn-Therapie gegen Müdikeit nicht und der Hund schläft trotzdem ein.

Hund gähnt gegen Stress

Hunde sind schon mal gestresst: zu heiß, neuer Artgenosse, Überforderung, unbekannte Situation, Aufregung – irgendwas ist immer. Und wenn man den Stress wieder los werden will, hilft nur eins: herzhaft gähnen. Das beruhigt und entspannt ein wenig.

Foto: _mikey_a_, twenty20.com

Zur Beschwichtigung wird gerne gegähnt

Der Mensch ist sauer, der Hunde-Kumpel zickt? Das ist unangenehm, denn Hunde sind eigentlich auf Harmonie bedacht – das ist nämlich angenehmer und weniger anstrengend als sich zu streiten. Deshalb wird auch gerne mal beschwichtigt. Und es gibt verschiedene Methoden zu beschwichtigen, wie etwa das Lecken an den Lefzen. Aber ein Beschwichtigungssignal ist auch das Gähnen. Das zeigt dem anderen so viel, wie „Hey, reg Dich nicht auf. Ich will keinen Ärger!“. Beim gähnenden Beschwichtigen wird häufig auch der Kopf zur Seite gedreht.

Hund hechelt und gähnt

Ist es heiß oder war das Training oder der Hundesport anstrengend, wird gehechelt. Nur so können Hunde ihre Körpertemperatur wieder abkühlen. Meistens wird aber nicht nur gehechelt: Zwischendrin und am Ende wird auch gegähnt. Damit holen sie tief Luft.

Hund gähnt
Foto: RLTheis, pixabay.com

Unsicherheit und Ratlosigkeit weggähnen

Auch Entscheidungen fallen nicht immer leicht, eine unbekannte Situation kann Hunde unsicher machen. Versteht er ein Kommando nicht, dann herrscht Ratlosigkeit. Ist dem Vierbeiner etwas nicht geheuer, wie etwa ein flatterndes Baustellenband, dann zeigt er Vorsicht oder gar Ängstlichkeit.

All diese Ursachen sind Grund genug für ein Gähnen – man nennt dies Übersprunghandlung. Damit schinden Hunde Zeit, um eine Situation einzuschätzen, auf eine Lösung für das Kommando-Problem zu warten oder um ein unbekanntes Objekt zu beobachten. Gleichzeitig wird auch Stress abgebaut und der Mensch schon mal vorsorglich beschwichtigt, wenn die Fellnase ein Kommando nicht ausgeführt hat.

Auch für Hunde ist Gähnen ansteckend

Schon mal beobachtet? Du gähnst häufig, der Hund beobachtet Dich und gähnt ebenfalls. Hunde ahmen tatsächlich auch einfach mal den Menschen nach. Probier es doch direkt mal aus: Mal sehen, wie lange es dauert, bis der Hund Dein Gähnen nachmacht. Auch unter Artgenossen schließt man sich mitunter einem gemütlichen Gähnen gerne an. Gähnen ist halt ansteckend…
 

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