Still und riesig durchpflügen sie die Wellen der Meere und sie sind längst nicht mehr einsam: Die Buckelwale standen lange Zeit kurz vor der Ausrottung, doch in den letzten Jahren stieg die Anzahl der Exemplare stetig an. Der Grund: Der Walfang wurde reguliert. Aufatmen können die gigantischen Säugetiere trotzdem noch nicht.
Buckelwal: Population steigt kontinuierlich an
Am Anfang des vergangenen Jahrhunderts zählte die Walpopulation nur noch wenige traurige Tausend der Buckelwale. Schuld daran war unter anderem der Walfang, der weltweit große Teile der ehemalig 125.000 Buckelwale dahinraffte.
Aber die Anstrengungen zum Schutz der Buckelwale und Erhalt der Population haben sich ausgezahlt – diese Erkenntisse liefern aktuelle Forschungen. Und die Zahlen sprechen für sich: 440 Buckelwale im südlichen Atlantik im Jahr 1958 stehen unglaubliche 25.000 Tiere gegenüber, die heute durch den Südatlantik gleiten. Als Grund dafür nennen die Forscher den regulierten Walfang.
So hat die Buckelwalpopulation fast wieder den ursprünglich Wert erreicht, wie es in der Fachzeitschrift „The Royal Society Publishing“ von seiten der Forscher heißt. Nur noch sieben Prozentpunkte fehlen auf den ursprünglichen Bestand. Und das könnte sich in den nächsten elf Jahren abspielen, wenn die momentane Tendenz auf Kurs bleibt.

Der Klimawandel betrifft alle, auch den Buckelwal
Aber auch, wenn es jetzt immer mehr Tiere und auch Jungtiere gibt, ist das Happy End noch fern. Meeresbiologe Alex Zerbini hat bei der Studie mitgearbeitet und ist nicht optimistisch. Auch wenn sich die Buckelwale nun erholen würden, blieben immer noch die Meeresverschmutzung und der Klimawandel, die den Buckelwalen bedrohlich gegenüberstehen. „Der Klimawandel betrifft das gesamte Ökosystem, daher betrifft er auch die Wale“, sagte der Forscher.
Buckelwale waren leichte Beute für Walfänger, denn die Tiere halten sich bevorzugt in küstennahen Bereichen auf. Seit 1966 wird Walfängern ein Riegel vorgeschoben, denn in diesem Jahr wurde der Buckelwal unter Artenschutz gestellt. Die Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature) schätzt den aktuellen weltweiten Bestand von Buckelwalen auf ungefähr 60.000 Tiere. Auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Tierarten befindet sich der Großsäuger seit 2008.
14 Buckelwal-Populationen leben weltweit
Der steigende Trend, der sich im Südatlantik abzeichnet, dürfte weltweit übertragbar sein. Bekannt sind weltweit 14 Buckelwal-Populationen, die sich zur Hälfte auf die südliche und zur Hälfte auf die nördliche Halbkugel aufteilen. Bei zehn dieser Populationen sieht die Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten (National Oceanic and Atmospheric Administration) eine steigende Tendenz der Zahlen.
Neben den Buckelwalen leben noch ungefähr 80 weitere Wal-Arten in unseren Meeren, zu denen auch Delfine zählen. Und dabei sind es nicht nur die Buckelwale, die auf der „Roten Liste“ stehen. Zu den am stärksten gefährdeten Wal-Arten gehören laut dem World Wildlife Fund (WWF) zum Beispiel der Blauwal, von dem es nur noch ungefähr 150 gibt.
Die Umweltverschmutzung der wachsenden Lachsindustrie ist daran schuld, dass die Population auf die wenigen Exemplare geschrumpft ist. Vom Maui-Delfin gibt es sogar nur noch weniger als 100 Tiere, weil diese Tierart als Beifang in Fischernetzen stirbt.