Katzen haben nicht ohne Grund den Ruf, mysteriös zu sein. Schließlich ist eine Menge von dem Verhalten, das für die Samtpfoten ganz natürlich ist, aus menschlicher Sicht ein bisschen befremdlich. Ein Beispiel: das Anstarren.
Denn während wir Menschen gefühlt nach wenigen Sekunden schon wieder blinzeln müssen, scheinen Katzen den Blickkontakt manchmal ununterbrochen halten zu können. Manchmal wirkt das richtiggehend bedrohlich. Doch in den allermeisten Fällen ist das Starren Deiner Mieze kein Grund zur Sorge.
Du könntest es ihr sogar selbst antrainiert haben – ohne es zu bemerken. Eigentlich sind Katzen Einzelgänger, deshalb verspüren sie von sich aus eher seltener den Drang, Blickkontakt aufzubauen. Allerdings können Katzen das Verhalten erlernen, wenn sie sich davon etwas versprechen. Zum Beispiel Futter oder Aufmerksamkeit, erklärt die britische Tierschutzorganisation „Cats Protection“.
Wenn Du Deine Katze in der Vergangenheit zum Beispiel gefüttert oder gestreichelt hat, wenn sie Deinen Blick gesucht hat, verknüpft sie das Starren nun womöglich mit diesen positiven Erlebnissen. Aus demselben Grund miauen Katzen auch.
Deine Katze starrt Dich aus Zuneigung an
Der intensive Augenkontakt ist außerdem ein gutes Zeichen für Eure Beziehung: Denn mit jemandem, dem sie nicht vertrauen, würden Katzen eher keine langen Blicke austauschen. Besondere Ehre: Wenn Deine Katze dabei auch noch langsam blinzelt. Denn das bedeutet so viel wie „Ich liebe Dich“ in der Katzensprache.
Besorgniserregend ist das Verhalten normalerweise nicht. Wenn Deine Katze allerdings eigentlich nie starrt und damit plötzlich anfängt, solltest Du mit Deinem Tierarzt darüber sprechen, um gesundheitliche Ursachen auszuschließen.

Neben diesem positiven Gemütszustand kann das Starren allerdings auch auf andere Gefühlslagen hinweisen. Deshalb solltest Du bei Deiner Analyse die gesamte Körpersprache berücksichtigen. Sie kann Aufschluss darüber geben, ob die Katze gerade glücklich, wütend oder ängstlich ist, erklärt Tierärztin Wailani Sung bei „PetMD“.
Ist Deine Katze entspannt und blinzelt zwischendurch? Dann ist sie wahrscheinlich zufrieden. Anders sieht es aus, wenn der Körper angespannt ist, die Pupillen geweitet und Ohren seitlich angelehnt. Dann ist das Starren als Warnung zu sehen: Die Katze ist in Alarmbereitschaft und will in Ruhe gelassen werden.
Ängstliches Starren erkennen
Duckt sich Deine Katze weg und versteckt sich vielleicht sogar unter der Couch, während sie Dich anstarrt? Dann scheint sie sich vor etwas zu fürchten. Auslöser können zum Beispiel laute Geräusche im oder vorm Haus sein. Dann kann es helfen, Dich zunächst selbst zu beruhigen, um Deiner Katze zu signalisieren, dass sie sicher ist.

Übrigens: Wenn Deine Katze nicht Dich sondern eine andere Mieze anstarrt, dann typischerweise um ihre Überlegenheit auszudrücken. Dabei kann es – genau wie beim Anstarren von Menschen – passieren, dass Deine Katze dabei kaum blinzelt.
Das hat ganz praktische Gründe: Denn als Raubtier müssen die Miezen natürlich in der Lage sein, ihre Beute ganz genau im Blick zu behalten. Katzen wollen ihre Umgebung von Natur aus ganz genau im Blick behalten – und ein ganz bedeutender Teil ihrer Umgebung, und ganz nebenbei auch Futterlieferant, bist eben Du.



