DeineTierwelt ist jetzt ein Mitglied der internationalen Koalition zur Bekämpfung des illegalen Wildtierhandels. Doch was bedeutet das eigentlich? Und warum ist jeglichen Handel mit geschützten Wildtieren verboten? DeineTierwelt beantwortet alle Fragen.
Warum ist der Online-Handel mit geschützten Tierarten ein Problem?
Anders als Tierheime und Zoohandlungen kennt das Internet keine Öffnungszeiten: Es ist ein globaler Marktplatz, der rund um die Uhr für jeden erreichbar ist. Und: Die Händler können anonym bleiben. So fehlen in vielen Anzeigen verlässliche Informationen über die Herkunft des Tieres oder die notwendigen Dokumente und Genehmigungen. Das ermöglicht es den Anbietern, auch Tiere zu verkaufen, die illegal aus der Natur entnommen wurden. Der Online-Handel mit Wildtieren befeuert deshalb die Wilderei auf vom Aussterben bedrohte Tierarten.
Warum ist der Handel mit geschützten Wildtieren auf DeineTierwelt jetzt komplett verboten?
Geschützte Wildtiere darf man nur unter bestimmten Umständen verkaufen. Wer mit streng geschützten Arten handelt, benötigt beispielsweise eine Vermarktungsgenehmigung. Es ist allerdings nicht leicht zu überwachen, ob solche Vorgaben auch eingehalten werden – oftmals fehlen Informationen in Online-Anzeigen. Missbrauch und Verstöße kann man deshalb nur schwer aufdecken. Trotz aller Maßnahmen zur Verhinderung von illegalem Wildtierhandel kann nicht garantiert werden, dass kein illegaler Handel stattfindet. Deshalb verbieten wir von DeineTierwelt bis auf Weiteres jeglichen Handel mit geschützten Wildtieren und übernehmen so vorsorgliche Verantwortung für den Artenschutz.
Welche Tiere dürfen bei DeineTierwelt jetzt nicht mehr angeboten werden?
Von dem Verbot sind alle Tierarten und deren Präparate betroffen, die in der EU (EG) Artenschutzverordnung (Nr. 338/97) Anhang A oder B in der aktuellsten Fassung aufgeführt sind – und zwar auch dann, wenn eine Vermarktungsgenehmigung vorliegt. Ausgenommen sind Arten, die in der Anlage 5 der Bundesartenschutzverordnung genannt werden.
Gibt es Ausnahmen, zum Beispiel für Wellensittiche?
Wellensittich, Nymphensittich, Halsbandsittich und Rosenköpfchen sind Papageienarten. Sie werden seit Generationen als Heimtiere gehalten und gezüchtet – deshalb gefährdet ihr Handel auch nicht die natürlichen Populationen. Im Gegensatz zu allen übrigen Papageien sind sie daher für Handel und Haltung in Deutschland (und damit auch bei DeineTierwelt) freigegeben.
DeineTierwelt ist jetzt Mitglied in der internationalen Koalition zur Beendigung des illegalen Wildtierhandels im Internet. Was bedeutet das und was ist das für eine Koalition?
Die „Koalition zur Beendigung des illegalen Wildtierhandels im Internet“ ist eine Partnerschaft von Unternehmen auf der ganzen Welt und Experten von IFAW, WWF und TRAFFIC. Gemeinsam hat sich die Koalition dem Artenschutz verschrieben und zum Ziel gesetzt, den illegalen Online-Handel mit Wildtieren einzudämmen.
Wer ist noch Mitglied in der Koalition?
Die Koalition hat 34 Mitglieder aus den USA, Asien, sowie Afrika und Europa. Zu den bekanntesten gehören Facebook, Google, Instagram, Microsoft, Pinterest, Etsy und eBay. Auch folgende Mitglieder sind dabei: Alibaba, Artron, Baidu, Baixing, Huaxia Collection, Hangtan Collection, Kuaishou, Kupatana, Mall for Africa, Leboncoin, letgo, OfferUp, Pinterest, Qyer, Rakuten, Ruby Lane, Sapo, Shengshi Collection, Sina, Sougou, Tencent, Tortoise Friends, Wen Wan Tian Xia, Zhong Hua Gu Wan, Zhongyikupai, Zhuanzhuan und 58 Group.
Ich habe alle notwendigen Unterlagen, um mit einer nicht-geschützten Wildtierart zu handeln. Darf ich weiter auf DeineTierwelt inserieren?
Na klar! Die neuen Beschränkungen beziehen sich nur auf geschützte Wildtiere. Trotzdem musst Du natürlich alle entsprechenden Informationen zum angebotenen Tier bereitstellen und im Anzeigentext angeben – darunter fallen Informationen zur Herkunft des Tieres (zum Beispiel Zuchtnachweis), zum Gesundheitszustand und zu Haltungsansprüchen, um eine artgerechte Haltung zu ermöglichen.
Die Nachzucht von Wildtieren wie Schildkröten und Papageien in Deutschland dient dem Arterhalt. Warum darf ich meine Tiere trotzdem nicht anbieten?
Um eine Art langfristig zu erhalten, muss man ihre wild lebenden Vertreter und deren Lebensraum schützen. Das Problem: Viele der in Gefangenschaft gezüchteten Tiere können niemals in der freien Natur ausgewildert werden. Deshalb tragen sie nicht zu einem natürlichen Arterhalt bei.
Zudem besteht bei stark gefährdeten und streng geschützten Arten die besondere Gefahr, dass mit den seltenen Tieren illegale Geschäfte und Profit gemacht werden.
Was passiert mit bereits aufgegebenen Inseraten, in denen Wildtiere angeboten werden?
DeineTierwelt hat bereits alle aufgegebenen Inserate mit Wildtieren entfernt. Ab sofort akzeptieren wir keine Wildtier-Inserate – das gilt auch, wenn jemand versucht, die Exoten in falschen Kategorien oder mit falschgeschriebenen Namen einzustellen.
Durch das Verkaufsverbot für geschützte Tiere wird auch der legale Handel verboten. Warum handelt DeineTierwelt so streng?
Uns ist bewusst, dass wir mit der Maßnahme auch legale Händler treffen. Das Problem ist: Beim Handel von geschützten Tieren ist es generell schwierig, zwischen legalen und illegalen Anzeigen zu unterscheiden – vor allem im Internet. Es ist kompliziert und zeitaufwändig, alle Inserate auf das Vorhandensein und die Echtheit der benötigten Dokumente zu überprüfen. Viele Züchter berufen sich auf den Datenschutz und schwärzen relevante Informationen der Handelgenehmigung.
Da es auf nationaler und europäischer Ebene keine Verpflichtung gibt, den Nachweis der Legalität zu erbringen, mussten wir für den Artenschutz diesen ersten und radikalen Schritt gehen – auch, weil es anders aktuell nicht machbar ist.
Bleibt das Verkaufs-Verbot mit geschützten Tieren für immer?
Nein. Innerhalb unserer Arbeitsgruppen gab und gibt es diverse Wege, die wir in Zukunft gehen können. Diese Entscheidung ist ein erster Schritt – auch, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Das Ziel muss sein, dass es eine Modelllösung gibt. Im Heimtierbereich sind wir da bereits dran.
Genauso wichtig wie der Artenschutz ist der Tierschutz. Was unternimmt DeineTierwelt da?
Hier kommt die eben erwähnte Modelllösung ins Spiel. Denn gemeinsam mit „Vier Pfoten“ sagt DeineTierwelt dem Welpenhandel den Kampf an. Das Modell sieht vor, dass sich jeder Halter, Züchter oder Verkäufer in einer Datenbank registrieren muss. Am Ende sollen nur noch registrierte Züchter gechipte und registrierte Tiere verkaufen. So soll der illegale und unkontrollierte Welpenhandel im Internet keine Chance mehr bekommen.
Hinzu kommen diverse Kontrollmaßnahmen für Inserate auf unserem Portal. Jede aufgegebene Anzeige prüfen wir. Zum einen durch einen lernenden Algorithmus, der auf bestimmte Worte – wie beispielsweise „kupiert“ – und Textzeilen reagiert. Zum anderen überprüfen Mitarbeiter im Support die Anzeigen.
Außerdem geben wir Tipps, wie Du unseriöse Inserate und Anbieter erkennst. Alle Nutzer können Anzeigen, die sie für auffällig halten, melden. Unser Support wird diese Anzeige umgehend prüfen.
Und last but not least informieren wir hier in unserem Magazin regelmäßig über Tierschutz-relevante Themen, um unsere Leser für den Tierschutz zu sensibilisieren.






