Über die English Bulldog
AllgemeinesFCI-Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde Sektion 2: Molossoide / 2.1 Doggenartige Hunde Größe: Unterschiedlich. Sollten untersetzt sein, aber keineswegs zu kurze Beine, dass sie in der Bewegung eingeschränkt sind. Gewicht bei Rüden: 25 Kilogramm; bei Hündinnen 23 Kilogramm. Farben: Einfarbig (viele mögliche Farben), einfarbig mit Maske, gestromt, rot in allen Schattierungen. Ansonsten alle Farbvarianten möglich außer schwarz oder schwarz mit loh. |
Haltungsempfehlung: Beim Kauf solltet Ihr immer auf die Gesundheit und die Proportionen achten. Ideal wäre ein Haus mit Garten – geräumige Wohnungshaltung ist aber möglich. Die English Bulldog braucht jedoch genügend Auslauf und muss dazu auch mal getrieben/überredet werden. Am besten geeignet ist sie für erfahrene Hundehalter – geduldige und liebevolle Erziehung ist erforderlich.
Wie ihr Name bereits vermuten lässt, stammt die Englische Bulldogge – oder auch der english Bulldog / Bully genannt – aus Großbritannien und ist dort mittlerweile so beliebt, dass sie fast als Symbol der britischen Nation gilt.
Doch bis dahin war es für die Bullys ein langer Weg und sie blicken auf eine eher traurige Vergangenheit zurück.
Erstmals Erwähnung findet die Rasse im Jahr 1209 als einige dieser Hunde streitende Bulldogs trennten. Seitdem wurden sie in den Kampf gegen Bullen (Bullbaiting) geschickt – in der Zucht wurde deshalb auf Mut, Aggressivität, breite Schnauze, zurückgenommene Nase und kräftige Statur geachtet.
Im weiteren Verlauf der Jahrhunderte mussten die Vierbeiner dann gegen immer wieder neue Tiere im Ring antreten – sogar Kämpfe Hund gegen Hund kamen in Mode. Erst im Jahr 1835 wurden die Hundekämpfe in Großbritannien verboten und damit verschwand die Englische Bulldogge fast gänzlich von der Bildfläche.
Doch es fanden sich Menschen, die den Charakter dieser Hunderasse ganz besonders schätzten und sie sorgten durch ihre Zuchtauswahl dafür, dass die Bulldogge erhalten blieb – nun als angenehmer Familienhund mit loyalem und liebenswürdigem Wesen.
Auf die übertriebenen äußerlichen Merkmale, wie die zurückgelegte Nase, möglichst breiten Fang/Kopf und faltiges Gesichter wird heute bei der Zucht verzichtet – zumindest schreiben dies der Kennel Club und der FCI vor. Denn bei der Zucht soll fortan die Gesundheit des Tiers im Mittelpunkt stehen – nicht mehr das Äußere.
Fitness-Ansprüche
Auch wenn manche Vertreter dieser Rasse „faul“ wirken – gesunde Tiere sollten nicht faul sein. Sie brauchen viel Auslauf und Bewegung, damit sie in Form bleiben. Sofern sie nicht unter Atemnot leiden (was leider manche überzüchtete Bullys tun), sollte man sie dementsprechend an regelmäßige, ausgiebige Spaziergänge gewöhnen. Denn bei diesen Hunden spielt auch der innere Schweinehund eine große Rolle – wenn sie nicht körperlich gefördert werden und sich nicht bewegen müssen, dann tun sie es meist auch nicht.
Herrchen oder Frauchen sollten deshalb darauf achten, dass der English Bulldog nicht den lieben langen Tag faul auf der Haut liegt und nur frisst – sonst drohen Übergewicht und Gelenkschäden. Bei Hitze sollte man jedoch einen Gang zurückschrauben, denn die können die Bullys gar nicht leiden.
Rassespezifische Charakterzüge
Zwar wurden die Hunde früher als eine Art Kampfhund genutzt, die zum Vergnügen zerfleischten oder zerfleischt worden, aber grundsätzlich haben sie kein aggressives Wesen. Im Gegenteil: Die heutigen Bulldogs mögen grimmig wirken – sind aber liebenswürdig und anhänglich. Sie haben zwar ihren Mut nicht eingebüßt, sind aufmerksam und kühn, aber ihren Menschen gegenüber vollkommen loyal eingestellt.
Der österreichische Bulldog-Klub schreibt zudem, dass die Hunde gut erziehbar seien, wenn man bedenkt, dass sie nichts von unbedingtem Gehorsam halten.
Kommandos wie „Sitz“ und „Platz“ sollten natürlich trotzdem zur Erziehung gehören – Obedience oder Agility sind hingegen eher weniger geeignet. Das liegt nicht daran, dass Bullys faul sind, aber sie werden nur das tun, was sie selbst auch verstehen und als sinnvoll erachten. Über irgendwelche Hindernisse zu springen, wenn links und rechts genug Platz zum Vorbeilaufen ist, zählt in den meisten Fällen nicht dazu.
Ansonsten ist der Bully aber ein treuer Begleiter, der die (sinnvollen) Wünsche seines Menschen gerne erfüllt. Wichtig sind hierfür eine konsequente aber vor allem liebevolle Erziehung sowie viel Geduld – auf negative Emotionen reagieren Bullys sensibel. Harmonie genießen sie hingegen genauso, wie wir Menschen.
Haltungsempfehlung
Wie bei den meisten Hunden wäre ein Haus mit Garten ideal, da Englische Bulldoggen gerne unter freiem Himmel sind (solange es nicht zu warm wird). Aber auch in einer ausreichend platzbietenden Wohnung kann man die Bullys halten – wichtig ist nur, dass sie täglich genügend Auslauf bekommen und nicht den ganzen Tag herumliegen. Spornen Sie Ihren Hund also ruhig an und integrieren Sie von Anfang an genügend Bewegung in den Alltag. Von selbst wird er nämlich kaum (anders als vielleicht Dalmatiner oder Border Collies) vor Ihnen rumspringen und zeigen, dass er sich bewegen möchte.
Weiterhin sollten Sie beim Kauf darauf achten, dass die Hunde gesund und keine übermäßig ausgeprägten körperlichen Merkmale vorhanden sind, die die Lebensqualität des Tiers zugunsten von Äußerlichkeiten mindern. Lassen Sie sich deshalb in jedem Fall, wenn Sie beispielsweise einen Welpen kaufen, die Eltern und die entsprechenden Papiere zeigen.
Ansonsten ist der Bulldog hervorragend für Menschen geeignet, die bereits Erfahrung im Umgang mit Hunden haben. Sie sollten sich einerseits durchsetzen können, andererseits aber viel Geduld und Liebe mitbringen – harte Autorität ist eher nachteilig. Wer diese Gradwanderung schafft, findet in dem Bully aber garantiert einen zuverlässigen und anhänglichen Freund fürs Leben.
Diese Themen könnten Euch auch interessieren:
- Hundehaltung: 15 Fragen vor dem Hundekauf
- Familienfreundliche Hunderassen: 5 Rassen für Familien
- Hundeerziehung – Grundausbildung: Auf dem Weg zum guten Hund
- Listenhunde: Welche Hundegesetze und Hundeverordnungen gelten wo?