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Englische Bulldogge – ein charmanter Schnarcher

Liebenswürdig, gemütlich und schnarchend, so würden vermutlich die meisten Besitzer ihre Englische Bulldogge beschreiben. Weitere Attribute dieses Familienhundes sind Ausdauer und eine große Gelassenheit. Die Rasse, die auch als Britische Bulldogge bezeichnet wird, kann problemlos in einer Wohnung gehalten werden, da sie keinen großen Bewegungsdrang hat.

Du suchst einen gemütlichen Vierbeiner als Freund? Dann sind Englische Bulldoggen eine gute Wahl. Aber Achtung, auch sie wollen gefördert und gefordert werden. Erfahre in unserem Rasseporträt mehr über die britischen Hunde.

Steckbrief

  • Herkunft: Großbritannien
  • Klassifikation: Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer/Molosser/Schweizer Sennenhunde
  • Größe: circa 40 Zentimeter Rüden; circa 31 Zentimeter Hündinnen
  • Gewicht: Hündinnen: circa 20 Kilogramm, Rüden: circa 25 Kilogramm
  • Körperbau: stämmig, untersetzt
  • Fell und Farbe: kurz, glatt und weich. Rehbraun, falb, weiß, Rottöne, geschrumpft und gescheckt.
  • Charakter: liebevoll, freundlich, anhänglich und loyal
  • Pflege: pflegeleicht, gelegentlich kämmen
  • Gesundheit: Entzündungen in den Gesichtsfalten und Augen, Atemprobleme, Übergewicht
  • Lebenserwartung: 8 bis 10 Jahre

Herkunft und Geschichte

Die Vorfahren der Hunderasse Englische Bulldogge wurden im sechsten Jahrhundert vor Christus von den Phöniziern auf die britischen Inseln gebracht. Diese Molosser wurden mit doggenartigen Rassen gekreuzt. Durch ihre Unerschrockenheit wurden die Tiere vom 16. bis ins 18. Jahrhundert als Kampfhunde gehalten. Glücklicherweise wurden 1835 sämtliche Hundekämpfe in Großbritannien verboten.

Durch den Wegfall der Hundekämpfe war die Rasse zeitweise vom Aussterben bedroht. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das wahre Wesen der Englischen Bulldogge erkannt und wie liebevoll die Tiere sein können. So wurden 1864 die ersten Rassestandards vom neu gegründeten „Bulldog Club“ festgelegt. Diese haben bis heute im Kern immer noch ihren Bestand. Die Englische Bulldogge gilt als Ahne des Deutschen Boxers. Denn durch die Kreuzung mit sogenannten Bullenbeißern entstand die erste Boxerrasse.

Wissenswert:
Die New English Bulldog (NEB) ist eine Alternative Englische Bulldogge und etwas größer als die Englische Bulldogge. Die Old English Bulldog (OEB) ist ein Versuch, zu den Ursprüngen der Englischen Bulldogge zurückzukehren. Sie sind größer und kräftiger und haben eine deutlich höhere Lebenserwartung.

Englische Bulldogge – rassetypisches Aussehen

Ein großer, massiger Kopf mit kurzer Nase, eine breite Brust und ein deutlich schmaleres Hinterteil, sind typisch für den Körperbau der Bulldogge. Die Rute ist tief angesetzt und am Ende nach unten gebogen.

Das Fell der Englischen Bulldogge ist fein, dicht und glatt. Bulldoggen sollten einfarbig oder einfarbig mit schwarzer Maske sein. Die Farben sollen einheitlich und rein ausfallen. Erwünschte Farben sind Rot, Falb, Rehbraun und Weiß. Es sind gescheckte und gestromte Hunde erlaubt. Schwarzes Fell sowie eine unpigmentierte Nase sind nicht erwünscht.

Englische Bulldogge
Foto: pixabay.com/seaq68 (Symbolfoto)

Englische Bulldogge – Charakter und Wesen

Die Englische Bulldogge wurde als Kampfhund missbraucht, sie ist jedoch keineswegs aggressiv. Sie ist heute eine liebevolle und freundliche Rasse und hat eine sehr hohe Reizschwelle. Wenn sie glauben, ihr Revier oder ihre Familie beschützen zu müssen, dann handeln sie blitzschnell. Dabei werden sie jedoch nur selten aggressiv und beruhigen sich schnell.

Sie sind als Anfängerhund geeignet und eignen sich hervorragend für Familien, selbst mit kleinen Kindern. Die Hunde lieben es zu spielen und vertragen sich, wenn im Welpenalter daran gewöhnt, gut mit anderen Hunden. Dazu sind sie anhänglich, behalten aber ihren Dickschädel.

Englische Bulldogge Erziehung: Konsequenz und Vertrauen

Englische Bulldoggen-Welpen zu erziehen, gelingt nur mit großem Vertrauen und Konsequenz. Die Bulldogge ist kein Hund, der sich den Menschen unterwirft, sie hat einen starken Willen und möchte ihn durchsetzen. Diese „Sturheit“ wird sie ihr Leben lang beibehalten und diese ist zu akzeptieren. Deshalb solltest Du als Halter bei der Erziehung der Englischen Bulldogge nicht aufgeben, sondern konsequent weiterarbeiten.

Wenn die Bulldogge klare Regeln erkennt, dann wird sie diese anerkennen. Denn grundsätzlich versucht sie, ihren Menschen zu gefallen. Hat sie jedoch keine Lust, dann wird es schwierig, sie zu überzeugen.

englische Bulldogge
Foto: pixabay.com/cp17 (Symbolfoto)

Aktivitäten und Beschäftigung für die Englische Bulldogge

Die Haltung der Englischen Bulldogge ist unkompliziert, denn sie ist ein gemütlicher Hund, der es liebt, an einem kuscheligen Platz zu liegen. Trotzdem benötigt sie tägliche Spaziergänge, damit sie gesund bleibt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Hunderassen sind die Englischen Bulldoggen nicht für Hundesport geeignet. Ihr Körperbau und die flache Nase behindern sie dabei nur. Bei den Spaziergängen tragen sie gerne einen Stock durch die Gegend und lassen sich für Spiele und Tricks, wie eine Rolle machen begeistern.

Wichtiger Hinweis
Englische Bulldoggen gehören zu den brachycephalen Rassen (Kurzköpfigkeit), die oft als Qualzuchten gelten. Grund dafür sind ihre angezüchteten verkürzten Schnauzen. Durch sie können die Tiere schlechter atmen und haben oft einen ausgeprägten Vorbiss, der teilweise zu einer mangelhaften Gebissfunktion führen kann. Aber auch die Temperaturregulation ist bei der Rasse häufig gestört, da die Abgabe von Wärme über die Nase beeinträchtigt ist. Deshalb hecheln die Hunde eigentlich ständig – so vermeiden sie eine Überhitzung. Daher laufen kurzschnäuzige Hunde wie die Englische Bulldogge bei hohen Temperaturen Gefahr, einen Hitzeschlag zu erleiden. Die Welpen müssen meist per Kaiserschnitt geboren werden. Stark ausgeprägte Brachycephalie gilt laut einem Gutachten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft als verbotene Qualzucht.

Unkomplizierte Fellpflege

Die Fellpflege bei der Englischen Bulldogge ist unkompliziert. Diese Hunde lieben es, mit einer Bürste gestriegelt zu werden. Die Schnauze mit ihren Falten und die Augen sollten alle ein bis zwei Tage kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden. So können dort rechtzeitig Entzündungen erkannt und vermieden werden.

Qualzucht Englische Bulldogge: Das solltest Du wissen

Die englische Bulldogge leidet nicht nur unter jahrelanger Inzucht, sondern auch unter dem brachyzephalen Syndrom, auch Brachyzephalie oder Kindchenschema genannt. Kindchenschema bedeutet, dass das Erscheinngsbild junger Welpen nachgeahmt werden soll. Somit wird in der Zucht eine kurze, runde Schädelform mit hervorquellenden Auge (Exophaltmus) und einer flachen Nase erzielt, welche mit einer Verkürzung der Kiefer- und Nasenknochen einhergeht. Das brachyzephale Syndrom bringt jedoch viele gesundheitliche Folgen mit sich.

Gesundheitliche Folgen:

  • Schwergeburten
  • Gehirntumore
  • Atembeschwerden bis hin zu Sauerstoffmangel und Erstickungsanfällen
  • Schluckbeschwerden
  • Kreislaufzusammenbrüche
  • Unterdurchschnittliche Lebenserwartung
  • Die Oberkieferverkürzung und der ausgeprägte Vorbiss sind verantwortlich für Probleme bei der Nahrungsaufnahme, Zahnfehlstellungen, Zahnschmerzen und einen Zahnverlust
  • 80 Prozent der Welpen passen durch die breiten Schultern und den breit gezüchteten Kopf nicht durch den Geburtskanal und müssen daher per Kaiserschnitt geboren werden

Englische Bulldoggen leiden häufig unter Hüftgelenksdysplasie (HD), einer genetisch bedingten Fehlentwicklung des Hüftgelenks.

Gesundheitliche Folgen:

  • Zunehmende Bewegungseinschränkung und starke Schmerzen

Beim Kauf solltest Du den Züchter nach möglichen Rassekrankheiten fragen. Wichtig ist, dass der Züchter die Rassestandards einhält.

Wer einen treuen und liebevollen Familienhund sucht, der bekommt mit der Englischen Bulldogge das passende Tier. Sie sind keine Sportfans, spielen jedoch gerne mit Kindern und freuen sich über Spaziergänge. Was sie nicht mögen, sind Katzen, doch auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel.

Ernährung der Englischen Bulldogge

Bei der Englischen Bulldogge sollte ein Hundefutter gewählt werden, das einen hohen Fleischanteil hat. Denn die Tiere benötigen eine hohe Zufuhr an Proteinen, um die Energie zu haben, ihren massigen Körper zu tragen. Jedoch neigt die Rasse zu Übergewicht, deshalb muss neben einer ausgewogenen Hundeernährung immer für ausreichend Bewegung gesorgt werden. Bei Gewichtsveränderungen ist die Futtermenge anzupassen. Hier solltest Du Rücksprache mit Deinem Tierarzt halten.

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