Die ersten Wochen der Katze im neuen Zuhause
Wenn sich Deine Katze endlich aus der Transportbox heraus getraut hat, beginnt die eigentliche Erziehungsarbeit. Im vierten Teil unserer Reihe informieren wir Dich, wie Du den ersten Tierarztbesuch möglichst stressfrei gestalten und die Katze an den Freigang gewöhnen kannst.
Der erste Tierarztbesuch: Bitte einmal durchchecken lassen
Handelt es sich bei Deinem neuen Familienmitglied um ein Bauernhofkätzchen oder gar ein Findelkind mit unbekannter Herkunft, solltest Du nicht zögern und sofort den nächsten Tierarzt aufsuchen. Schließlich kann niemand wissen, was die Katze schon alles erlebt und wo sie sich eventuell mit Würmern, Milben oder gefährlichen Krankheitserregern infiziert hat.
Wer seine Samtpfote aus dem Tierheim geholt oder sich für ein gesundes Rassekätzchen vom seriösen Züchter entschieden hat, muss es nicht ganz so eilig haben. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ist ein Tierarztbesuch natürlich dennoch Pflicht. Denn nur so könnt Ihr sicher sein, dass es dem neuen Mitbewohner an nichts fehlt.
Der erste Tierarztbesuch: Termin vereinbaren und Unterlagen mitnehmen
Möchtest Du Deine Katze beim Tierarzt vorstellen, solltest Du vorab einen Termin vereinbaren. Denn nichts ist schlimmer, als stundenlang mit einer panischen Mieze im Wartezimmer zu sitzen.
Denke zudem an den Impfpass und alle medizinischen Unterlagen, die Dir zur Verfügung stehen. Auf diese Weise kann sich der Tierarzt bestmöglich über die Vorgeschichte seines kleinen Patienten informieren und weiß, worauf er im Falle einer Behandlung achten muss.
Der erste Tierarztbesuch: Mitleid vermeiden und Gelassenheit ausstrahlen
Eine fremde Umgebung, neue Gerüche und unbekannte Stimmen – für die meisten Miezen ist der erste Besuch beim Tierarzt die reinste Tortur. Im Gegensatz zur Katze solltest Du deshalb die Nerven behalten. Strahle Ruhe und Gelassenheit aus und vermittle der Samtpfote, dass alles in bester Ordnung ist.
Auf Mitleid solltest Du allerdings verzichten: Denn wer seine Samtpfote mit Grabesstimme bedauert, muss sich nicht wundern, am Ende ein jammerndes und todtrauriges Fellknäul aus der Transportbox zu holen.
Die Erstuntersuchung beim Tierarzt dient vor allem dazu, sich Gewissheit über den aktuellen Gesundheitszustand des neuen Familienmitglieds zu verschaffen. Wenn es die Zeit erlaubt, sollte der erste Termin aber auch zum gegenseitigen Beschnuppern und Kennenlernen genutzt werden. Mit der Hilfe von ein paar Leckerlis und Streicheleinheiten begreifen einige Miezen recht schnell, dass ein Tierarztbesuch nicht zwingend mit Schmerzen verbunden sein muss, und lassen die Prozedur bereitwillig über sich ergehen.
Du selbst kannst die Zeit nutzen, um offene Fragen zur Haltung und Fütterung zu klären. Zudem musst Du in Erfahrung bringen, wie sich die tierärztlichen Notdienste in Eurer Region organisieren. Wer im Notfall weiß, wo er Hilfe für seine Katze bekommt, kann viel Zeit sparen und möglicherweise sogar Leben retten.
Der erste Ausflug im neuen Zuhause: Frische Luft tut gut
Wenn Deine Katze gesund ist und Du einen ruhigen Garten abseits stark befahrener Straßen besitzt, spricht nichts dagegen, die Samtpfote nach draußen zu lassen. Allerdings solltest Du nicht vorschnell handeln: Bevor Du die Mieze auf Streifzug schickst, muss sie sich erst vier bis sechs Wochen bei Dir eingewöhnen und Deine Wohnung als neue Heimat akzeptieren.
Sonst kann es passieren, dass die Katze ihr altes Zuhause sucht, sich dabei verirrt und vielleicht nie zurückkommt.
Wer vermeiden will, dass sich die Samtpfote zu weit vom eigenen Grundstück entfernt, sollte über eine Kastration nachdenken. Im Vergleich zu ihren fruchtbaren Artgenossen verfügen kastrierte Katzen über ein deutlich kleineres Revier. Zudem verwickeln sie sich seltener in Kämpfe. So sinkt das Risiko für Bissverletzungen und einer damit eventuell verbundenen Infektion mit gefährlichen Krankheitserregern wie FIV (Felines Immundefizienz-Virus, umgangssprachlich: Katzen-AIDS). Außerdem können sich die Katzen nicht unkontrolliert vermehren.
Der erste Ausflug im neuen Zuhause: Die Katze langsam an den Freilauf gewöhnen
Der erste Ausflug an die frische Luft ist für die meisten Katzen sehr aufregend. Gerade bei Jungtieren, die noch nie etwas anderes als die eigene Wohnstube gesehen haben, sollte man daher sehr behutsam vorgehen. Um die Mieze Schritt für Schritt an die neue Umgebung zu gewöhnen, kannst Du ihr ein Laufgeschirr mit Leine besorgen. So behältst Du zunächst die Kontrolle über Deinen Vierbeiner und musst nicht fürchten, dass die Mieze bei unbekannten Geräuschen sofort panisch ins nächstgelegene Gebüsch flieht.
Achte zudem darauf, Deine Katze nicht zu überfordern. Wird die Mieze zunehmend unruhig und beginnt nach einiger Zeit sogar zu hecheln, solltest Du Deinen Schützling fürs Erste besser wieder in die Wohnung bringen. Ganz anders als bei Hunden ist Hecheln bei Katzen ein eher untypisches Verhalten. Es kann unter anderem darauf hindeuten, dass sich die Samtpfote in einer extremen Stresssituation befindet.
Gönne der Katze nach dem ersten Ausflug etwas Ruhe, damit sie alle neuen Eindrücke und Erlebnisse in Ruhe verarbeiten kann. Neugierige und abenteuerlustige Samtpfoten gewöhnen sich in der Regel schnell an ihren erweiterten Wirkungskreis. Schüchterne und unsichere Miezen benötigen etwas mehr Zeit, bevor sie sich unbeschwert im Garten austoben.
Eine Katze zieht ein: Sorge für Routine
Endlich ist es geschafft: Deine Katze ist wohlbehalten bei Dir angekommen und hat ihre neue Umgebung als Zuhause akzeptiert. Nun ist es wichtig, Routine in den Alltag mit Katze zu bringen.
Samtpfoten lieben Rituale und fühlen sich sicher, wenn alles seinen gewohnten Gang geht. Deshalb solltest Du dem Tagesablauf Deiner Katze eine grobe Struktur geben. Fütter den Stubentiger beispielsweise zu fest vorgegebenen Zeiten oder lege die alltägliche Spielstunde immer in den Nachmittag.
Auf diese Weise kannst Du dafür sorgen, dass sich Deine Katze so richtig wohl fühlt und die gemeinsame Zeit mit Dir und Deiner Familie voll und ganz genießt.



