- Der Eichenprozessionsspinner breitet sich aufgrund des Klimawandels in Deutschland immer weiter aus und stellt durch seine giftigen Brennhaare eine Gefahr für Menschen und Tiere dar.
- Besonders im Frühjahr und Frühsommer verlieren die Raupen viele Haare, die allergische Reaktionen und Atemprobleme verursachen können, weshalb Vorsicht geboten ist.
- Gemeinden investieren hohe Summen in die Bekämpfung des Schädlings, doch eine vollständige Eindämmung ist schwierig, weshalb betroffene Gebiete oft abgesperrt werden.
Seit Jahren wird der Eichenprozessionsspinner im Frühjahr immer eher aktiv als zuvor. Schuld daran trägt der Klimawandel, der für milde Winter und einen trockenen Frühling sorgt. Warum der Schädling nicht nur seinen Wirtsbäumen gefährlich wird, sondern auch unseren Haustieren gefährlich werden kann.
Hundebesitzer teilten vor Kurzem die Begegnungen ihrer neugierigen Vierbeiner mit den giftigen Raupen bereits in den sozialen Medien. Sie warnen andere Halterinnen und Halter davor, ihre Fellnasen zu nah an die gefährlichen kleinen Kriecher zu lassen.
Eichenprozessionsspinner in Deutschland auf dem Vormarsch
Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald prognostizierte bereits 2020, dass sich der Eichenprozessionsspinner noch weiter in Deutschland verbreiten würde. Denn aufgrund der Klimaerwärmung findet er hier genau das trocken-warme Klimas, das er bevorzugt. „In Deutschland sind in Folge der Massenvermehrungen mittlerweile alle Bundesländer betroffen, am stärksten Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern“, hatten die Experten bereits vor fünf Jahren mitgeteilt.
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners schützen sich mit vielen feinen Brennhaaren vor ihnen Feinden. Diese können sich im Wind lösen und dann auch bei Menschen und Tieren Hautreizungen verursachen. Im schlimmsten Fall führt der Kontakt zu den Haaren sogar zu einem allergischen Schock.

Eichenprozessionsspinner auch für Tiere ein Gesundheitsrisiko
Und die Brennhaare der Raupen sind auch für Tiere ein Gefahr: Hunde, Katzen und andere Haustiere können ebenso mit Hautreizungen reagieren. Juckreiz und Quaddeln sind die Folge. Wenn die Tiere die Brennhaare einatmen, werden auch die Schleimhäute gereizt. Das führt oft zu Atemproblemen und gereizten Augen. Hinzu können unspezifische Symptome wie Müdigkeit und Fieber kommen.
Wenn Dein Haustier diese Symptome zeigt und Du dahinter den Eichenprozessionsspinner vermutest, solltest Du Deinen Schützling sofort zum Tierarzt bringen. Das gilt natürlich besonders, falls Dein Tier einen allergischen Schock erleidet. Die Experten wissen, wie sie die Probleme lindern können.
Jetzt beginnt die gefährliche Zeit
Dem „Nabu“ zufolge verlieren die Eichenprozessionsspinner-Raupen besonders viele Haare im Mai und Juni, wenn sie sich an den Eichenblättern satt fressen und besonders mobil sind.
Die betroffenen Gemeinden reagieren darauf, indem sie jährlich oftmals Zehntausende Euro in die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners investieren. Schädlingsbekämpfer töten sie bereits im Larvenstadium, um eine Vermehrung und Gefahr für Mensch und Tier in betroffenen Gebieten zu vermeiden. Trotzdem überleben noch immer genug Larven.
Besonders betroffene Waldgebiete werden deshalb im Frühling und Frühsommer weiträumig abgesperrt. Aus forstwirtschaftlichen Gründen dürfen die Raupenpopulationen nur in Ausnahmefällen eingedämmt werden. Besonders dort, wo er den Menschen zu nah kommt, darf gegen sie vorgegangen werden.
Wenn Du selbst Juckreiz oder andere Symptome verspürst, solltest Du Deine Kleidung und Deinen Körper gründlich waschen, um mögliche Brennhaare zu entfernen. Entzündungshemmende Salben können gegen die Hautreizungen helfen. Am besten, Du meidest betroffene Gebiete mit Eichen.
Und: Du solltest immer ein Auge auf Deinen Hund haben, damit er beim Gassi gehen nicht versehentlich seine Schnauze in ein Eichenprozessionsspinner-Gespinst steckt oder die Raupen frisst.




