Nicht nur wir Menschen können genetischen Veränderungen unterliegen. Auch unsere schnurrenden Mitbewohner können – wenn zum Glück auch nur selten – an einer genetischen Krankheit namens „Kutane Asthenie“ erkranken. Diese Fehlfunktion, die auch den Namen „Ehlers Danlos Syndrom“ trägt (medizinisch „Fibrodysplasia elastica generalisata“), ist durch eine erblich bedingte Erkrankung des Bindegewebes gekennzeichnet. Beim Menschen treten unter anderem auch überbewegliche Gelenke auf. Auch Hunde können von dem Syndrom betroffen sein.
Der normale Gewebeaufbau und die Kollagenproduktion sind gestört, wodurch sich die Haut sehr stark dehnen lässt und extrem dünn wird. Katzen, die vom Ehlers-Danlos-Syndrom betroffen sind, sehen durch die hängende und faltige Haut nicht nur sehr alt aus. Noch schlimmer sind die Risswunden, die selbst bei kleinsten äußeren Einwirkungen entstehen können.
Dass Katzen, die im Tierheim leben müssen und nicht dem Schönheitsideal entsprechen, es besonders schwer haben, ein liebevolles Körbchen für immer zu finden, ist nicht verwunderlich. Schließlich lässt sich das Pretty Privilege auch auf die Tierwelt übertragen, nämlich die Bevorteilung von normschönen Lebewesen.
Betroffene Katzen sehen sehr alt aus
Diese Erfahrung mussten auch Kater Toby und sein Bruder Quinton machen. Während Quinton nur Zahnprobleme hatte, war sein Bruder Toby vom bei Katzen äußerst seltenen Ehlers-Danlos-Syndrom betroffen. Durch diese erblich bedingte genetische Fehlfunktion war Tobys Haut so weich und elastisch, dass sie fast „lose“ am Körper zu hängen schien. Die damit einhergehende extreme Faltenbildung verlieh der kleinen Samtpfote ein Aussehen, als ob sie schon 100 Jahre alt sei.
Ein Körbchen für immer für Toby und Quinton
Dass es aber Menschen gibt, die sich nicht von Äußerlichkeiten blenden lassen, bewiesen Katzenliebhaber aus Gloucestershire/England, die Toby und seinen Bruder Quinton adoptierten. Auf ihrem Instagram-Account „tummyandgummy“ lassen die Katzenmama und der Katzenpapa seitdem ihre 210.000 Follower an ihrem gemeinsamen Alltag mit den liebevoll bezeichneten „very special cats“ teilhaben.
Obwohl Toby mit seiner Krankheit eigentlich das größere „Sorgenkind“ zu sein schien, trauerte die Familie zunächst um seinen Bruder Quinton. Denn trotz einer umfangreichen Zahnsanierung verstarb die kleine Fellnase kurz nach der Adoption an Krebs.
Doch lange hielt die Trauer im gemeinsamen Zuhause nicht an. Denn schon bald entdeckten die Katzeneltern im Tierheim Kater Leo und adoptierten auch ihn kurzerhand. Seitdem sind Toby und Leo ein Herz und eine Seele, vielleicht auch deswegen, weil beide Katzen das „Ehlers-Danlos-Syndrom“ aufweisen. Laut den Katzeneltern haben die beiden Minitiger keine Schmerzen und führen ein normales Leben. Nur ihre Krallen müssen regelmäßig gestutzt werden, da ihre Haut sehr sensibel ist.
„Ehlers-Danlos-Syndrom“: Was für Katzen getan werden kann
Züchter sollten betroffene Katzen umgehend aus der Zucht nehmen. Zeigt sich die Krankheit aber erst im Laufe ihres Lebens, bietet die Veterinärmedizin – außer der Wundversorgung bei Hautrissen – kaum weitere Maßnahmen gegen „Kutane Asthenie“. Tierärzte können auch Medikamente zur Schmerzlinderung verschreiben.
Dass die beiden Katzen Toby und Leo aber trotz „Ehlers-Danlos-Syndrom“ ihren Alltag in vollen Zügen genießen, beweisen sie mit ihrem Profilnamen „tummyundgummy“ fast täglich auf diversen Social-Media-Kanälen.




