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Dobermann – ein wachsamer Begleiter

Der Dobermann kann ein hervorragender, loyaler Familienhund sein, insofern Du ihn frühzeitig richtig erziehst. Gleichzeitig ist er ein begeistertes Arbeitstier, dass in vielen Bereichen wie Militär, Polizei, Jagd und Therapie eingesetzt wird und wurde. Keine Frage – dieses Tier muss gefordert werden, denn er gehört zu den intelligentesten Hunderassen.

Der Dobermann wird oft zu Unrecht wie sein Verwandter der Rottweiler als gefährlicher Kampfhund verschrien. Bei richtiger Erziehung kann er durchaus sanftmütig sein und ist innerhalb der Familie ein liebevolles Schmusetier. Erfahre mehr über diesen treuen und klugen Wachhund.

Steckbrief

  • Herkunft: Deutschland
  • Klassifikation: FCI-Gruppe 2:  Pinscher und Schnauzer
  • Größe: Rüden: 66 bis 72 Zentimeter, Hündinnen: 61 bis 68 Zentimeter
  • Gewicht:  Rüden: 34 bis 45 Kilogramm, Hündinnen: 27 bis 41 Kilogramm
  • Körperbau: langbeinig, schlank, athletisch, robust
  • Fell und Farbe:  kurzes, hartes Fell, schwarz oder braun, mit abgegrenztem Abzeichen
  • Charakter: anhänglich, arbeitswillig, friedlich, mutig, wachsam
  • Pflege: braucht keine besondere Fellpflege
  • Gesundheit: Anfälligkeit für Kardiomyopathie, Kongenitale Vestibularsyndrom, Wobbler-Syndrom
  • Lebenserwartung: 10 bis 13 Jahre

Herkunft und Entwicklung des Dobermanns

Die Entstehung des Dobermanns als Hunderasse ist auf das thüringische Städtchen Apolda zurückzuführen.  Friedrich Louis Dobermann wünschte sich einen Hund zu seinem persönlichen Schutz, da er einem unliebsamen Beruf nachging. Möglicherweise war er Steuereintreiber oder Nachtwächter. Dies ist geschichtlich leider nicht überliefert. Eine Nebentätigkeit war jedoch Hundefänger und Züchter. Besonders wachsame und scharfe Vierbeiner behielt er für die Zucht mit seiner eigenen Hündin ein. Zu den Vorfahren des Dobermanns gehörten…

Nach dem Tode Friedrich Dobermanns übernahm ein Freund die Hunde und züchtete den Dobermann als Gebrauchs- und Hofhund heran. 1899 wurde dann der „Pinscher-Dobermann-Verein Apolda“ von Züchtern gegründet.

Ab dem 20. Jahrhundert ist der Dobermann als Polizei- und Gendarmenhund offiziell anerkannt. Vielfach wurde der Dobermann in den Weltkriegen als Arbeitshund eingesetzt. Unter anderem als Diensthund in den Konzentrationslagern.

1955 wurde der Dobermann von der „FCI“ anerkannt und der Gruppe 2, Sektion 1.1 der Pinscher zugeordnet. Heutzutage wird der Dobermann auch als Familienhund immer beliebter.

Info:
2015 änderte man das rassetypische Aussehen des Dobermanns bei den FCI-Standards, um das Kupieren von Ohren und Schwanz zu verhindern, was als Tierquälerei zählt. Jeglicher Verstoß wird mit Zuchtausschluss bestraft.

Rassetypisches Aussehen

Den Dobermann erkennt man tatsächlich recht leicht an seinem rassetypischen Aussehen. Er hat ein kurzes, dichtes und glänzendes Fell, lange grazile Beine, eine lange gerade Schnauze, eine aufrechte Rute und kurze Hängeohren. Der Körper ist robust und langgestreckt. Das glatte und gleichmäßig verteilte Fell des Dobermanns findest Du in den Fellfarben schwarz oder braun mit einem rostfarbenen (rotbraunen) Brand.

Statt Dobermann: Paar adoptierte einen Pinscher.
Foto: pixabay.de/wiggijo (Symbolfoto)

Das Wesen des aufmerksamen Wachhundes

Früher wurde der Dobermann sehr scharf und aggressiv gezüchtet, um ihn unter anderem im Militär als Arbeitshund einzusetzen. Mittlerweile macht er sich jedoch auch als Familienhund sehr beliebt. Wird er gut erzogen, ist er innerhalb der Familie ein begeistertes Schmusetier und lieb zu Kindern. Absolut treu möchte er seine Familie gerne überallhin begleiten und ist nicht gerne alleine.

Dobermänner sind sehr ausgeglichen und besitzen eine niedrige Reizschwelle, was sie zu angenehmen Begleitern macht. Dobermann-Weibchen sind dabei etwas anhänglicher und Rüden etwas dominanter. Jedoch bleibt der Dobermann stets wachsam, jederzeit bereit, sein Menschen-Rudel zu verteidigen. Fremden gegenüber ist er zunächst misstrauisch, weswegen diese auch eingehend beobachtet werden. Wichtig ist für diese Hunderasse eine konstante Bezugsperson, auf die sie sich verlassen kann und die ihr konsequent den Weg weist. Dann ist der Dobermann äußerst lernwillig und aufnahmefähig und ein absolutes Kuscheltier.

Schon
Dobermänner gehören neben dem Border Collie, Pudel, Deutschen Schäferhund und Golden Retriever zu den intelligentesten Hunderassen überhaupt.

Erziehung & Haltung: Für wen der Dobermann geeignet ist

Schon der Dobermann-Welpe zeigt sich äußerst lernfreudig und begeistert von gemeinsamem Training mit seinen Liebsten.

Wer den ausgeprägten Beschützerinstinkt und Jagdtrieb in den Griff bekommen will, sollte früh mit einer liebevollen und konsequenten Erziehung beginnen. Besonders in der Pubertät des Dobermanns zwischen sieben und acht Monaten wird der Dobermann etwas aufmüpfig und testet seine Grenzen. Eine starke Führung ist dabei essenziell, um diesen selbstbewussten Hund in die Schranken zu weisen. Auch sollte Dein Vierbeiner frühzeitig mit Artgenossen konfrontiert werden, um gut sozialisiert zu sein. Ab einem Jahr ist der Dobermann dann ausgewachsen und somit die Erziehung weitgehend abgeschlossen. Fehler aus dem Welpenalter zu korrigieren, kann im Nachhinein schwierig werden. Der Besuch einer guten Hundeschule ist zu empfehlen.

Gut
Dobermänner sind begeisterte Sichtjäger. Bist Du im Wald unterwegs und Dein vierbeiniger Freund sieht ein Kaninchen, ist er schwer zurückzuhalten und hat durchaus auch Tötungsabsicht. Wichtig ist dann eine Laufleine zu besitzen, sodass der Dobermann zurückgehalten werden kann und nicht plötzlich verschwindet.

Da der Dobermann einer der intelligentesten Hunde überhaupt ist, muss er dementsprechend geistig gefordert werden. Wird er also nicht als Arbeitshund beim Militär oder der Polizei eingesetzt oder als Therapie-, Rettungs- und Blindenhund, dann benötigt dieses kluge Tier in seiner Freizeit andere erfüllende Tätigkeiten. Neben täglichen (!) ausgedehnten Spaziergängen oder dem Führen am Fahrrad, kann der Dobi seine Erfüllung in verschiedenen Hundesportarten finden:

  • Agility
  • Obedience
  • Fährten suchen

Der athletische Dobermann begeistert sich prinzipiell für sämtliche Sportarten und Intelligenzspiele. Hauptsache, er wird gefordert. Jedoch mit einem gesunden Mittelmaß zwischen Aktivität und Ruhe. Deswegen ist er für die Haltung in der Stadt eher ungeeignet, sondern braucht ein großes Haus mit Garten, dass er rund um die Uhr bewachen kann.

Dobermann mit Halsband.
Foto: pixabay.com/Alexas_Fotos (Symbolfoto)

Fellpflege und Gesundheit

Der Dobermann ist ein absolut pflegeleichter Hund, da er ein so kurzes und festes Fell besitzt. Allerdings ist er sehr kälteempfindlich, denn sein Fell besitzt keine Unterwolle. Deswegen solltest Du ihm im Winter einen Mantel überziehen und Deinen vierbeinigen Freund bei Schnee und Kälte besser zu Hause vor dem Kamin lassen, damit er sich wohlfühlen kann.

Der Dobermann hat bei guter Zucht eine robuste Gesundheit. Allerdings neigt die Rasse zunehmend zu Autoimmun- und Krebserkrankungen sowie zu einigen Erbkrankheiten.

Info:
Übrigens bist Du in den meisten Bundesländern dazu verpflichtet, für Deinen Dobermann eine Haltehaftpflichtversicherung abzuschließen.

Die bekannteste Erkrankung ist das „Wobbler“-Syndrom, eine degenerative Veränderung der Halswirbelsäule, bei der der Gang des Dobermanns unsicher wird und der Hund zunehmend an Halt verliert. Daneben treten auch die dilatative Kardiomyopathie (DCM) und das kongenitale Vestibularsyndrom häufiger auf.

Bei der Hundeernährung ist ein hoher Fleischanteil als wichtige Proteinquelle notwendig. Aber auch ein hoher Anteil Obst und Gemüse sind in der Ernährung wichtig, um Deinen Schatz mit allen benötigten Nährstoffen zu versorgen.

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