- Getreide ist die häufigste Ursache für Futterunverträglichkeiten bei Hunden, noch vor tierischen Proteinen wie Huhn oder Rind.
- Flohspeichel ist überraschend der häufigste Auslöser für Allergien bei Hunden – noch vor bekannten Umweltallergenen wie Pollen oder Milben.
- Allergien und Unverträglichkeiten äußern sich oft durch ähnliche Symptome wie Juckreiz oder Durchfall, erfordern aber unterschiedliche Diagnosen und gezielte Futteranpassung.
Immer mehr Hundebesitzer hinterfragen kritisch, was im Napf ihres Lieblings landet. Kein Wunder, denn das Futter hat direkten Einfluss auf das Wohlbefinden, die Gesundheit und sogar die Lebensqualität ihres Vierbeiners. Was viele nicht wissen: Hinter häufigen Symptomen wie Juckreiz, Durchfall oder Appetitlosigkeit können handfeste Unverträglichkeiten oder Allergien stecken – und die lauern oft genau dort, wo man sie am wenigsten vermutet: im Futter.
„CheckForPet“ hat daher in einer groß angelegten Analyse knapp 62.000 Futter-Testberichte ausgewertet. Aus der Gesamtheit der Berichte konnten 1.658 Hunde ermittelt werden, bei denen mindestens eine der zehn häufigsten Unverträglichkeiten dokumentiert war. Weiterhin wurden 1.462 Hunde ermittelt, bei denen mindestens eine der zehn häufigsten Allergien dokumentiert war. Pro Hund wurde jeweils nur eine Unverträglichkeit beziehungsweise Allergie berücksichtigt, nämlich die am relevantesten eingeschätzte.
Mit einem überraschenden Ergebnis: Getreide ist die mit Abstand häufigste Ursache für Futterunverträglichkeiten bei Hunden. Am häufigsten reagieren die teilnehmenden Hunde gegen Flohspeichel allergisch. Und das ist nur der Anfang.
Getreide: Der stille Auslöser von Beschwerden
In beeindruckenden 44,7 Prozent der ausgewerteten Fälle wurde Getreide als Auslöser von Futterunverträglichkeiten identifiziert. Damit steht Getreide mit großem Abstand an der Spitze – noch vor häufig genutzten tierischen Proteinquellen wie Huhn (15,3 Prozent) oder Rind (11,3 Prozent). Auch Schwein, Geflügel, Lamm und sogar Fisch können bei empfindlichen Hunden problematisch sein.
Die zehn häufigsten Futterunverträglichkeiten bei Hunden im Überblick:

Diese Zahlen belegen: Neben Getreide stehen besonders tierische Proteine unter Verdacht, bei vielen Hunden Unverträglichkeiten auszulösen – eine wichtige Erkenntnis für alle, die auf eine gesunde und verträgliche Ernährung achten.
Flohspeichel: Der überraschende Spitzenreiter bei Allergien
Noch überraschender ist der Blick auf die häufigsten Allergien bei Hunden. Wer hätte gedacht, dass Flohspeichel mit 22,3 Prozent an der Spitze liegt – und damit noch vor Pollen oder Milben? Tatsächlich sind Umweltallergene wie Milben, Grasmilben oder Heuschnupfen zwar nicht selten, doch auch hier mischt das Futter kräftig mit: Getreide landet auf Platz 2 der Allergieliste mit 20,8 Prozent.
Das sind die zehn häufigsten Allergien bei Hunden:

Auswertung: Warum diese Daten so wichtig sind
„Viele Hunde leiden still unter Unverträglichkeiten oder Allergien – typische Symptome wie Juckreiz, Durchfall oder Appetitlosigkeit werden oft falsch gedeutet“, erklärt Alexander Felde, Geschäftsführer von „CheckForPet“. „Unsere Analyse zeigt, wie wichtig ein bewusster Blick auf die Futterzusammensetzung ist.“
Diese Erkenntnisse sind nicht nur für betroffene Hundehalter entscheidend, sondern auch für alle, die sich proaktiv mit dem Thema gesunde Hundeernährung beschäftigen möchten. Denn viele Probleme lassen sich vermeiden, wenn frühzeitig auf potenziell unverträgliche Inhaltsstoffe verzichtet wird.
Unterschied zwischen einer Allergie und einer Unverträglichkeit
Die Begriffe Allergie und Unverträglichkeit werden oft verwechselt oder sogar synonym verwendet, aber sie beschreiben unterschiedliche Vorgänge im Körper Deines Hundes. Hier kommt der Unterschied:
Eine Allergie ist eine reaktive Überreaktion des Immunsystems. Dabei erkennt das Immunsystem eigentlich harmlose Stoffe (zum Beispiel ein bestimmtes Protein im Futter) als Bedrohung und reagiert übertrieben stark. Typische Symptome sind:
- Hautausschläge, Juckreiz
- Rötungen, Pfotenlecken
- Ohrentzündungen
- Verdauungsprobleme (seltener)
Bei einer Allergie ist oft ein Allergietest oder eine Ausschlussdiät nötig, um den Auslöser zu identifizieren.

Eine Unverträglichkeit hingegen hat nichts mit dem Immunsystem zu tun. Sie ist meist eine stoffwechselbedingte oder enzymatische Störung – der Körper kann einen bestimmten Stoff nicht richtig verarbeiten oder abbauen. Typische Symptome sind:
- Durchfall
- Blähungen
- Erbrechen
- Appetitlosigkeit
Was Du als Hundebesitzer jetzt tun kannst
Mit der richtigen Information kannst Du gezielt gegensteuern:
- Futter checken: Lies die Inhaltsstoffe sorgfältig. Achte auf getreidefreies oder hypoallergenes Futter
- Individuelle Unverträglichkeiten erkennen: Lass Dich bei Deinem Tierarzt beraten
- Symptome ernst nehmen: Juckreiz, stumpfes Fell, Blähungen oder häufige Durchfälle? Es könnte an einer Unverträglichkeit liegen
Vor allem im Frühling kannst Du darauf achten, ob Dein Vierbeiner möglicherweise eine Pollenallergie hat. Achte hierbei auf die Symptome wie Juckreiz, tränende Augen, Niesen oder Hautreizungen.
Unsere Ratgeber ersetzen nicht die veterinärmedizinische Beratung bei Deinem Tierarzt. Sie dienen lediglich der Information und sollen einen Überblick über Krankheiten, Verletzungen und deren Behandlung liefern. Wenn Dein Tier Symptome zeigt, die auf Verletzungen, Krankheiten oder Unwohlsein hinweisen, solltest Du unbedingt eine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik aufsuchen.




