Ein Hundewelpe zieht bei Dir ein und Du möchtest, dass er groß und stark wird. Die Welpen- und Junghundephase ist für Deinen Hund eine sehr spannende, bewegungsintensive und lehrreiche Zeit. Obwohl Hundebabys einen Großteil des Tages schlafen, sind sie in den wachen Phasen und in der anschließenden Junghundezeit sehr aktiv und wollen mit Dir zusammen die Welt entdecken. Dafür benötigen die Welpen eine optimale Ernährung mit guten Energielieferanten. Hier erfährst Du, wie Du Deinen kleinen Hund mit allem versorgst, was er braucht.
Das richtige Welpenfutter zu finden und die Art und Weise der Fütterung festzulegen, ist anspruchsvoll. Hier solltest Du von Anfang an, am besten schon vor dem Einzug des kleinen Rackers, gut über die richtige Welpenernährung informiert sein. Denn Fehler können die Gesundheit Deines Hundes nachträglich schädigen. Die Hauptwachstumsphase von Hunden vollzieht sich – abhängig von Größe und Rasse – bis zum sechsten oder achten Lebensmonat.
Die ideale Art des Futters hängt dabei von der Rasse und Größe Deines Hundes ab. Eine untergeordnete Rolle spielt die Sorte des Futters – ob Trocken-, Barf- oder Nassfutter. Die Hauptsache ist, dass der Hund bekommt, was er braucht.
Die ersten Wochen und Monate: So fütterst Du Deinen Welpen richtig
Welpen sind empfindlich. Daher solltest Du möglichst von Anfang an eine Futter-Sorte wählen, die er durchgehend fressen kann. Wechselst Du das Futter zu häufig, führt das bei Junghunden schnell zu Magen-Darm-Problemen.
Hierbei kommt es allerdings auch darauf an, was für ein Futter der Züchter verwendet hat. Möchtest Du ein anderes nutzen, gilt es, den kleinen Hund sanft umzugewöhnen. Im Alter von sechs bis sieben Wochen erfolg in der Regel die Umstellung auf Welpenfutter. Nutze anfangs das Futter des Züchters und füge über einen Zeitraum von etwa einer Woche schrittweise mehr und mehr von Deinem bevorzugten Futter hinzu. Nach dieser Zeit sollte die Umgewöhnungsphase abgeschlossen sein. Sei am besten immer dabei, wenn Dein Welpe frisst.
Welche Sorten Welpen-Nahrung gibt es?
Grundsätzlich werden zwei Sorten unterschieden: Es gibt Hundefutter trocken oder nass:
- Nassfutter für Welpen
Nassfutter hat einen vergleichsweise hohen Wassergehalt von 60 bis 85 Prozent. Das führt dazu, dass es eine weiche und saftige Konsistenz hat. Meist enthält es Fleisch, Innereien und Organe. - Trockenfutter für Welpen
Trockenfutter verfügt über einen geringen Wassergehalt von etwa zehn Prozent und ist daher härter und zäher. Meistens sind Blut, Geflügel-Schlachtabfälle oder vorgetrocknetes Fleisch enthalten.
Welche Futtersorte bei der Ernährung von Welpen vorzuziehen ist, ist eine Geschmacksfrage. Nassfutter ist weniger lange haltbar als Trockenfutter, dafür aber leichter zu kauen und herunterzuschlucken. Trockenfutter ist im Allgemeinen aber energiereicher. Wichtiger als die Art des Futters sind allerdings die jeweils enthaltenen Nährstoffe bei der Junghund-Ernährung.

Die Balance macht‘s: Erstelle einen Ernährungsplan
Insgesamt wachsen kleine Hunde bis zum zehnten, große Hunde sogar bis zum 18. Lebensmonat. Während dieser entscheidenden Zeiträume legst Du den Grundstein für die körperliche Gesundheit Deines vierbeinigen Freundes. Fütterungsfehler können eine Vielzahl von Erkrankungen und dauerhafte Schaden verursachen. Bei einer Unterversorgung können Minderwachstum und andere Wachstumsstörungen die Folge sein. Schließlich haben Welpen in ihrer ausgeprägten Wachstumsphase einen erhöhten Nährstoff- und Energiebedarf.
Aber Achtung: Vermeide auch dringend eine zu hohe Energieversorgung. Der Energieüberschuss beschleunigt das Wachstum Deines Junghundes. Allerdings sind seine Knochen und Gelenke dem erhöhten Gewicht noch nicht gewachsen. Die mögliche Folge: Knochenfehlbildungen und später auftretende Gelenkerkrankungen. Entscheidend ist, dass Du im Voraus einen Ernährungsplan für Deinen Welpen erstellst, der die Art des Futters, die Futtermenge sowie die Fütterungzeiten beinhaltet.
Was dürfen und sollten Welpen fressen?
Neben Energie benötigt Dein Hund in der Wachstumsphase auch viel Eiweiß. Eiweiß oder Proteine werden im Organismus zum Aufbau von Körpergewebe von Muskeln, Organen und Knochen verwendet. Die Nahrung Deines Hundewelpen sollte eine besonders leicht verdauliche Proteinquelle enthalten, die einen hohen Gehalt an essenziellen Aminosäuren aufweist. Beispielsweise Muskelfleisch aus Geflügel, Rind- oder Schweinefleisch weist ein gutes Aminosäuren-Muster auf. Bindegewebsreiche Nebenprodukte wie Knorpel, Sehnen und Därme sind hingegen schwer verdaulich.
Um die Knochen zu mineralisieren, ist es zudem wichtig, den Körper mit Calcium zu versorgen. Es sollte in einem korrekten Verhältnis zur Phosphorzufuhr stehen (optimales Ca/P-Verhältnis 1,2:1 bis 1,5:1). Erhält der Welpe zu wenig Vitamine, Eiweiß oder Calcium durch sein Futter, können seine Knochen nicht ausreichend aushärten und sein Skelett entwickelt sich nicht optimal.

So legst Du die Futtermenge des Welpen fest
Die Frage, wie viel Futter für Welpen angemessen ist, ist nicht leicht zu beantworten. Der Energie- und Nährstoffbedarf des Hundebabys hängt von der Rasse und weiteren individuellen Faktoren ab. Zudem gibt es auch während des Wachstums – zwischen den einzelnen Entwicklungsphasen – große Unterschiede. Ein handelsübliches Welpenfutter (hergestellt nach den Empfehlungen des „Europäischen Verbands der Heimtiernahrungsindustrie” [FEDIAF]) sollte alle Nährstoffe in der richtigen Zusammensetzung enthalten, um ein gesundes Wachstum zu unterstützen. Wichtig ist, sich hier an die Fütterungsempfehlungen auf der Verpackung zu halten und das Gewicht und den Gesundheitszustand des Welpen regelmäßig Gewicht zu kontrollieren, beziehungsweise durch den Tierarzt oder die Tierärztin kontrollieren zu lassen.
Mittels einer professionellen Rationsberechnung kannst Du die Menge aber genau bestimmen lassen. Eine solche kannst Du entweder beim Tierarzt oder bei bestimmten Futtermittelherstellern anfertigen lassen, zum Beispiel im Fütterungsguide von JAMES WELLBELOVEDTM. Wird zum Beispiel Dein mittelgroßer Hund ausgewachsen mal circa 17 bis 25 Kilogramm auf die Waage bringen, darf er mit zwei Monaten eine Tagesportion von rund 225 bis 285 Gramm zu sich nehmen.

So oft solltest Du Deinen Welpen füttern
Es ist wichtig, die Tagesrationen immer auf mehrere kleine Portionen aufzuteilen. So kannst Du den Welpen mit der Menge füttern, die er benötigt, ohne dessen Verdauung zu überfordern. Teile die Ration am besten auf drei bis vier Mahlzeiten auf. Wir empfehlen außerdem feste Fütterungszeiten. Erstelle am besten eine Welpen-Fütterungstabelle und trage dort die Uhrzeiten ein.
Ist Barfen bei Welpen empfehlenswert?
BARF ist die Kurzform für „biologisch artgerechtes rohes Futter“. Beim Barfen geht es also darum, den Welpen ausschließlich mit ungekochtem Futter wie etwa rohem Rindfleisch oder Geflügel sowie püriertem Obst und Gemüse zu füttern. So bleibt ein großer Teil der enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe beim Barfen erhalten, die sonst beim Kochen und Erhitzen verloren gehen können. Diese Form der Fütterung orientiert sich an der Art und Weise, wie sich wilde Hunde und Wölfe ernähren. Fertigfutter wird daher grundsätzlich abgelehnt.
Viele Tierärzte stehen dieser Form der Ernährung von Welpen und ausgewachsenen Hunden allerdings skeptisch gegenüber. Rohes Fleisch kann nämlich Krankheitserreger wie Salmonellen enthalten. Besonders vehement raten Experten von rohem Schweinefleisch ab, da dieses den Aujeszky-Virus übertragen kann. Ob Du Deinen Junghund barfen möchtest, das kannst Du natürlich selbst entscheiden. Gerade im Wachstum stellt dies eine Herausforderung dar und hier wäre eine professionelle Unterstützung zum Beispiel durch Fachtierärzte der Tierernährung empfehlenswert.
Dürfen Welpen veganes Futter bekommen?
Du überlegst, Deinen Vierbeiner vegan zu ernähren? Ob das überhaupt gesund ist und wie die Umstellung für ausgewachsene Hunde gelingen kann, liest Du hier. Da die Studienlage selbst für erwachsene Hunde noch einige Fragen offen lässt und es noch kaum vegane Futtermittel zu kaufen gibt, die jeweils für eine gewisse Phase des Welpenalters geeignet sind, ist es sicherer, mit der Umstellung erst abzuwarten bis der Hund voll ausgewachsen ist.

So erkennst Du Fehler bei der Ernährung Deines Welpen
Fehler bei der Ernährung des Hundes zu erkennen, ist mitunter gar nicht so einfach. Einige Folgen zeigen sich erst stark zeitverzögert, andere Symptome treten dagegen schnell auf. Typische Anzeichen für schlechte oder falsche Ernährung des Welpen sind unter anderem:
- Über- oder Untergewicht: Ist Dein Welpe sichtbar übergewichtig, liegt das meist daran, dass er mehr Kalorien zu sich nimmt, als er braucht. Bei Untergewicht ist das Gegenteil der Fall. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Beispielsweise kann minderwertiges Futter, welches zu viel Getreide enthält, schnell dazu führen, dass Dein Hund „dick“ wird. Es kann aber auch zu Untergewicht führen, wenn Dein Welpe bestimmte Inhaltsstoffe ausscheidet, die er nicht verwerten kann. Zu viele Leckerlis können ebenfalls ein Grund für Übergewicht sein. In jedem Fall solltest Du die Futtermenge prüfen und gegebenenfalls die Art der Welpen-Ernährung anpassen.
- stumpfes Fell: Erhält Dein Vierbeiner nicht genug Vitamine und Nährstoffe, lässt sich das auch anhand der Fellstruktur erkennen. Schlechte Ernährung führt bei Welpen zu mattem und glanzlosem Fell. Bei extrem fettreicher Ernährung kann es im Gegenzug sein, dass die Haare ölig und fettig werden.
- Durchfall: Wiederkehrende Verdauungsstörungen sind ein klares Zeichen dafür, dass der Hund das falsche Futter erhält – vorausgesetzt er ist körperlich gesund. Durchfall kann sowohl auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit als auch auf Futter von schlechter Qualität hindeuten. Hat Dein Hund eine Unverträglichkeit entwickelt, solltest Du testen, auf welche Fleisch- oder Gemüsearten Du problemlos umsteigen kannst.



