HomeHunderassenDeutscher Boxer – geduldiger und temperamentvoller Familienhund

Deutscher Boxer – geduldiger und temperamentvoller Familienhund

Überlegst Du, Dir einen Deutschen Boxer kaufen? In unserem Rasseporträt erfährst Du mehr über den unkomplizierten und lernfreudigen Deutschen Boxer. Es erwarten Dich spannende Infos über Herkunft, Charakter, Pflege und einiges mehr.

Der Deutsche Boxer hat sehr unterschiedliche Seiten: Er ist ein sensibler Vierbeiner, der gerade im Umgang mit Kindern sehr geduldig ist. Doch er fordert seine Halter gleichermaßen: Der muskulöse Körper des Hundes braucht jede Menge Bewegung und Training. Für Anfänger ist diese Hunderasse daher eher weniger geeignet. Es erfordert erfahrene Hundehalter, die Hunde mit liebevoller Strenge in seine Schranken weisen.

Steckbrief

  • Herkunft: Deutschland
  • Klassifikation: Molossoide – Doggenartige Hunde(FCI-Gruppe 2, Sektion 2.1, Standard Nr. 144)
  • Größe: Rüden: 57 bis 63 Zentimeter, Hündinnen: 53 bis 59 Zentimeter
  • Gewicht: 25 bis 32 Kilogramm
  • Körperbau: muskulös, stämmig, kräftig, starke Knochen
  • Fell und Farbe: kurzes, enganliegendes und glänzendes Fell,Gelb in verschiedenen Tönen, gestromt, mit oder ohne weiße Abzeichen, mit schwarzer Maske
  • Charakter: wachsam, sensibel, verspielt, temperamentvoll, bewegungsfreudig, intelligent, ausgeglichen, selbstbewusst.
  • Pflege: unkomplizierte Pflege, gelegentliches Bürsten. Verkühlung vermeiden.
  • Gesundheit: Hüftgelenksdysplasie, angeborene Herzerkrankungen und Tumore
  • Lebenserwartung: 10 bis 12 Jahre

Mehr über Geschichte und Herkunft des Deutschen Boxers

Die direkten Vorfahren des Deutschen Boxers sind die so genannten Brabanten Bullenbeißer. Im Mittelalter wurden diese zur Jagd auf Wildschweine, Bären und anderes wehrhaftes Wild gezüchtet. Als jedoch Schusswaffen beim Jagen immer größere Verbreitung fanden, verlor der Bullenbeißer seine Aufgabe. Um ihn bei Hundehaltern wieder beliebter zu machen, kreuzte man die Hunderasse um 1850 mit der Englischen Bulldogge. Der Deutsche Boxer entstand.

1895 wurde in München der erste deutsche Boxer-Club gegründet, der darauf bedacht war, elegante Hunde mit freundlichem Wesen zu züchten. Trotz inzwischen weltweit zahlreicher weiterer Vereine setzt der Münchner Club nach wie vor die Maßstäbe bei der Züchtung. Im Jahr 1924 wurde der Deutsche Boxer als Diensthunderasse bei Militär, Polizei und Zoll anerkannt. Heute ist der Vierbeiner ein beliebter Wach- und Familienhund.

Aussehen und Körperbau des Deutschen Boxers

Die Hunderasse ist mittelgroß und kräftig gebaut. Obwohl der Deutsche Boxer stämmig ist, ist er gleichzeitig beweglich und aktiv. Sein Körperbau zeichnet sich zudem durch starke Knochen und einen breiten Fang aus. Ein besonderes Merkmal ist der Vorbiss: Der Unterkiefer überragt beim Boxer den Oberkiefer.

Das Tier hat kurzes, glattes, pflegeleichtes Fell mit gelber Grundfarbe, die von hellgelb bis dunkelhirschrot variiert. Ist das Haar verstromt, so verläuft die dunklere Farbe sichtbar in Richtung Rippen. Weiße Abzeichen können vorkommen, sind jedoch nur bis zu einem Drittel der Körperoberfläche erlaubt. Gelbe Boxer besitzen eine schwarze Maske. Nicht „FCI“-gemäße Varianten der Hunderasse sind weiß und gescheckt sowie schwarz.

Hinweis:
Das Kupieren – also das operative Verkleinern – von Ohren und Ruten ist inzwischen in fast allen Ländern Europas verboten. In Deutschland dürfen laut Tierschutzgesetz seit 1986 die Ohren des Boxers und seit 1998 seine Rute nicht mehr kupiert werden. Trifft man hierzulande auf kupierte Tiere, so stammen sie meist aus dem Ausland.

Wesen, Charakterzüge und Erziehung

Laut „FCI“-Standard soll der Deutsche Boxer „nervenstark, selbstbewusst, ruhig und ausgeglichen“ sein. Zudem wird er als anhänglich und treu „gegenüber seinem Herrn und dem ganzen Haus“beschrieben und lässt sich leicht ausbilden. Er zeigt Bereitschaft, sich dem Menschen unterzuordnen. Der Vierbeiner ist „harmlos in der Familie, aber misstrauisch gegenüber Fremden, heiter und freundlich beim Spiel, aber furchtlos im Ernst.“ Genau jene Eigenschaften machen diese Rasse zu einem geeigneten Familienmitglied und einem ausgezeichneten Wachhund.

Da er allerdings auch einen Dickkopf haben kann und das Temperament mitunter gezügelt werden muss, ist der Deutsche Boxer kein Anfängerhund. Die Erziehung von Boxer-Welpen ist im Grunde unkompliziert, erfordert aber Konsequenz und Ruhe. Wenn sie ausgelastet sind, sind sie folgsam und gelehrig und erkennen Dich als Rudelführer an. Soll der Familienhund zudem ein Wachhund sein, bringe ihm am besten so früh wie möglich bei, Freund und Feind korrekt zu unterscheiden.

Deutscher Boxer
Foto: pixabay.com/Romuald_Galecki

Optimale Haltung des Deutschen Boxers

Boxer brauchen nicht zuletzt wegen ihres muskulösen Körpers überdurchschnittlich viel Auslauf und ausgedehnte Spaziergänge sowie Joggingrunden, um den Drang nach Bewegung zu stillen. Am besten ist, wenn man als Halter in der Nähe von Park, Feld, Wiese oder Wald lebt oder dem Hund zumindest einen Garten als Auslauf dienen kann. Da er kälteempfindlich ist, sollten die Halter Auskühlung vermeiden.

Der Boxer ist ein cleverer Hund: Er liebt – und braucht! – abwechslungsreiche Aktivitäten und Beschäftigungen, die ihn nicht nur körperlich, sondern auch geistig fordern. Hierzu können Hundesporten, Intelligenzspiele oder Obedience zählen. Bis ins hohe Alter sind die Vierbeiner verspielt. Zwischen den bewegten Zeiten freut sich der Boxer aber auch über Ruhephasen. Ein ausgewachsener Deutscher Boxer ruht zwischen 17 und 20 Stunden pro Tag.

Merke:
Bekommt der Hund dauerhaft zu wenig Schlaf oder Ruhe, kann dies zu aggressivem Verhalten oder gar Krankheiten führen.

Das ist die richtige Ernährung für den Deutschen Boxer

Wie alle anderen Hunde auch verspeist der Deutsche Boxer mit Vorliebe Fleisch, wenngleich er ein Allesfresser ist. Von Nassfutter kann die Fellnase mehr zu sich nehmen als von wesentlich energiereicherem Trockenfutter. Wie viel Dein Hund futtern sollte, hängt aber stets von seiner Bewegung, seinem Alter und seinem Gesundheitszustand ab.

Grundsätzlich kann man sagen, dass Welpen am besten mehrmals über den Tag verteilt mit kleineren Portionen gefüttert werden (etwa vier bis fünfmal). Bei gesunden, ausgewachsenen Boxern gilt je eine Fütterung am Morgen und am Abend als optimal.

Boxer rennt
Foto: pixabay.com/ruebe237

Gesundheit und Pflege des Vierbeiners

Um die Gelenke des Deutschen Boxers nicht zu sehr zu strapazieren, sollten besonders Welpen nicht zu viel springen. Der Sprung ins Auto, ständiges Treppensteigen oder Spiele, bei denen der Hund plötzlich stoppen soll, sind am besten zu vermeiden.

Neben Parasitenbefall durch Würmer, Flöhe und Co. gibt es beim Boxer rassetypische Erkrankungen. Dazu gehören unter anderem:

  • Hüftdysplasie (Störung der Gelenkentwicklung)
  • Spondylose (Verschleißerkrankungen der Wirbelsäule)
  • Cauda Equina Syndrom (Verengung des Wirbelkanals)
  • Angeborene Herzfehler
  • Osteochondrosis dissecans (Erkrankung des Bewegungsapparats)
  • Tumore

Gehst Du liebevoll und respektvoll mit Deinem Deutschen Boxer um, forderst und förderst ihn ausreichend, dann wirst Du mit dem treuen Familienhund eine echte Freude haben!

6 Kommentare

  1. In welchem Bundesland und in welcher Verordnung steht , dass der Boxer ein Listenhund ist?

    • Hallo Eric,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Wir haben das korrigiert. Leider ist uns hier ein kleiner Fehler unterlaufen.

      Beste Grüße aus der Redaktion

  2. Wer hat das denn geschrieben wo gilt denn der Boxer als Listenhund ?
    Vielleicht mal vorher schlau machen bevor man so einen Unsinn veröffentlicht .

    • Hallo Nicole,

      vielen Dank für deinen Hinweis. Da ist uns wohl ein kleiner Fehler unterlaufen. Das tut uns leid. Wir haben das umgehend korrigiert.

      Beste Grüße aus der Redaktion

  3. Ich habe schon einige Boxer gehabt und leider ist unser Hund jetzt verstorben wir hätten gerne einen ca 2jährigen der schon etwas Gehorsam hat wir sind Rentner

Kommentarfunktion ist geschlossen.

Neueste Artikel

Warum beißt mich meine Katze – und wie kann ich das verhindern?

Zu allererst ist es wichtig zu wissen, dass Katzen und Kitten aus ganz unterschiedlichen Gründen beißen können. Um das...

Ähnliche Artikel