Deutsche Dogge: Ein sanfter, verschmuster Riese

Über den großen Rassehund

Allgemeines

FCI-Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde
Sektion 2: Molossoide / 2.1 Doggenartige Hunde
Größe: Mindestens 80 Zentimeter (Rüden); mindestens 72 Zentimeter (Hündinnen)
Farben: Blau, Gelb, Gestromt, Schwarz, Schwarz-Weiß gefleckt

Eine Rasse mit bewegter Geschichte

Wie keine andere Hunderasse blickt die Deutsche Dogge auf eine bewegte und vor allem lange Geschichte zurück. Bereits vor über 4000 Jahren hielten die Assyrer große, stumpfschnauzige Hunde, die als Ahnen der Deutschen Doggen gelten. Eindeutige Belege für diese These gibt es jedoch nicht.

Viel wahrscheinlicher ist, dass ihre frühen Verwandten Anfang des 16. Jahrhunderts von England aus in Deutschland eingeführt wurden. Damals handelte es sich aber noch nicht um eine eigenständige Rasse. Die Vorfahren der Deutschen Dogge waren vielmehr Kreuzungen des Mastifs mit dem irischen Wolfshund. Die Zucht dieser großen, starken Hunde wurde erst ab Anfang des 17. Jahrhunderts gezielt betrieben – damals noch unter den Namen „Englische Docke“ oder „Englischer Hund“, die noch bis ins 19. Jahrhundert in Deutschland geläufig waren.

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Erst im Jahr 1878 wurde in Berlin beschlossen, die verschiedenen, bekannten Doggen-Arten wie Ulmer Dogge, Große Dogge oder Dänische Dogge unter dem Rasse-Begriff „Deutsche Dogge“ zusammenzufassen. Der Name „Dogge“ geht übrigens schlicht und einfach auf das Englische Wort „dog“ (auf Deutsch „Hund“) zurück.

Aufgrund ihrer Größe und ihres massiven Körperbaus wurde die Deutsche Dogge hierzulande speziell von Fürsten und Herrschern gerne als Wach- bzw. Kammer-Hund gehalten. Des Weiteren kamen die Tiere lange Zeit bei der Jagd zum Einsatz. Mit dem Aufkommen erster Schusswaffen interessierten sich zunächst aber nur noch eingefleischte Liebhaber für die Vierbeiner. Die steigende Beliebtheit von Rassehunden zur Hälfte des 19. Jahrhunderts bescherte den Vierbeinern jedoch ein Comeback.

Steckbrief, Daten und Fakten

Seither zählt die Deutsche Dogge zu einer der Riesenrassen in der Hundewelt – das ist sogar im Guinnessbuch der Rekorde nachzulesen: Als größter Hund der Welt ist dort die mittlerweile verstorbene Deutsche Dogge „Zeus“ aus Michigan (USA) mit einer Schulterhöhe von 111,8 Zentimetern eingetragen. Daneben zeichnen sich die Vierbeiner durch folgende Rassemerkmale aus:

HündinRüde
Körpergewicht45 bis 90 kg54 bis 90 kg
Körpergröße71 bis 81 cm76 bis 86 cm
Widerristhöhe / Schulterhöhe≥ 72 cm≥ 80 cm
Wurferwartung7 bis 10

Laut Rassestandard gibt es Deutsche Doggen in insgesamt fünf Fellfarben mit drei unterschiedlichen Farbschlägen:

Umstritten in der Doggen-Zucht sind sogenannte Grautiger. Aufgrund des Merle-Faktors ist ihre Grundfarbe grau. Das Fell zieren zahlreiche schwarze Flecken. Bisher ist nicht geklärt, ob diese Farbe mit Blick auf einen schwarz-gefleckten Farbschlag als „Fehler“ anzusehen ist.

Rassespezifische Charakterzüge

Obgleich ihre imposante, kraftvolle Erscheinung so manchen abschreckt, haben diese Riesen in den meisten Fällen ein unglaublich sanftes und liebevolles Gemüt. Deutsche Doggen sind sehr kuschelbedürftig, anhänglich und weichen ihren Menschen nur ungern von der Seite. Schoßhunde sind sie dennoch nicht. Im Gegenteil. Sie besitzen einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und zeigen Mut. Besonders, wenn es darum geht, ihre Herrchen zu verteidigen. Grundlegend aggressiv ist die Dogge aber nicht, nur oftmals zurückhaltend gegenüber Fremden.

Ein sanftes Wesen sowie ein langer Geduldsfaden – die Eigenschaften einer Deutsche Dogge machen sie zum idealen Familienhund. Selbst mit anderen Tieren kommt sie zurecht, wenn man sie daran gewöhnt und ihr Gehorsam beibringt.

Viel Platz und Auslauf sind das A und O

Grundsätzlich ist die Deutsche Dogge aufgrund ihrer Größe für kleine Wohnungen eher ungeeignet. Ein Haus mit Garten – bestenfalls ländlich gelegen – ist hingegen die ideale Umgebung für diese Vierbeiner. In einem großen Zuhause können sich die Hunde eigene Rückzugsorte schaffen.

Lange Spaziergänge in der Natur garantieren zum einen genügend Auslaufmöglichkeiten und zum anderen Abwechslung. Da Deutsche Doggen viel Bewegung brauchen, sollten Hundeliebhaber entsprechend viel Zeit für ihr Haustier einplanen und für das Tier zur Verfügung stehen. Aufgrund der Kombination von hohem Körpergewicht, starkem Bewegungsdrang und ausdrucksstarkem Temperament eignet sich die Rasse im Umgang daher insbesondere für erfahrene Hundehalter.

Zudem brauchen Doggen-Besitzer einen gut gefüllten Geldbeutel. Ein großer Hund benötigt ein größeres Hundebett, ein längeres Halsband und verschlingt mehr Nahrung – im Fall der Deutschen Dogge beläuft sich der Futterbedarf auf bis zu 1 Kg Trockenfutter oder 2 kg Nassfutter täglich (je nach Größe und Belastung des Hundes). So kommen monatlich schnell Kosten im dreistelligen Bereich zusammen, was sich nicht jeder ohne Weiteres leisten kann.

Laufen, ja – springen, nein

Die Deutsche Dogge braucht Bewegung – schließlich wollen die wohlproportionierten Muskeln dieser Hunde ausreichend trainiert werden. Um Kondition aufzubauen sowie die Gelenke zu schonen, sollten Halter ihre Lieblinge jedoch schrittweise an ausgedehnte Spaziergänge gewöhnen:

Für Hundesportarten wie Agility ist die Rasse aufgrund ihrer Größe nur bedingt geeignet. Um die Gelenke der Vierbeiner zu schonen, sollten Sprünge beim täglichen Toben definitiv vermieden werden. Eine Kombination aus Schwimmen, Obedience oder Fährtenarbeit bildet dagegen das perfekte Training für Vertreter dieser Hunderasse. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Hunde auch immer mal wieder mit anderen Artgenossen herumtollen und sich dabei so richtig auspowern.

Krankheiten rechtzeitig vorbeugen

Bist Du begeistert von der Deutschen Dogge? Bevor Du Dich endgültig für sie entscheidest, solltest Du noch wissen, dass sie wie jeder große Rassehund für einige Hunde-Krankheiten anfällig sein kann:

Alldem beugen Doggen-Besitzer im besten Fall bereits im Welpenalter vor. Die jungen Hunde sollten zum Beispiel nicht unnötig Treppensteigen. Kleine Futterportionen schonen den Magen. Bei guter Haltung können die Rassehunde im Schnitt 6 bis 8 Jahre alt werden.

Hunde-Liebhaber finden in der Deutschen Dogge garantiert einen Freund fürs Leben. Dennoch müssen sich Halter den Bedürfnissen ihrer Vierbeiner immer bewusst sein. Wer sich also genügend Zeit für diese Hunde nimmt und sie liebevoll aber konsequent erzieht, kommt mit dieser Riesenrasse problemlos zurecht.

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