Der Zwergpinscher ist in seinen Ursprüngen ein richtiges Arbeitstier. Egal ob im Stall, auf der Landstraße oder als Wachhund – dieser kleine Hund wuchs regelmäßig über sich selbst hinaus. Wir zeigen Dir in diesem Portrait, was den kleinen Kraftprotz ausmacht, wie Du ihn erziehst und welche Merkmale die Hunderasse zeigt.
Der Zwergpinscher wird in der Zucht auch als Rehpinscher bezeichnet. Der Vierbeiner, wie wir ihn heute kennen, ist eine der klassischen Hunderassen Mitteleuropas. Ursprünglich war der Kleinhund der treue Begleiter von Fuhrleuten und Händlern. Der Minihund hatte die Aufgabe Ware und Wagen zu behüten, vor allem nachts, wenn der Kutscher schlief. Dabei war es besonders wichtig, dass der Hund sich gut mit dem Eigentum seines Besitzers identifizierte.
Ursprünge der Zwergpinscher
Tagsüber lief der Zwergpinscher neben den Pferden mit. Sehr weite Strecken waren für ihn absolut kein Problem. Am Ziel angekommen, war der Arbeitstag für die Fellnase allerdings noch lange nicht zu Ende. Schließlich war es besonders wichtig, die Waren und Kutschen des Nachts zu beschützen. Diese Eigenschaft ist dem kleinen Hund bis heute noch erhalten.
Auch im Stall war der Vierbeiner ein gern gesehener Gast. Dort hielt er die Boxen frei von Parasiten wie Ratten oder Mäusen, ähnlich wie der englische Yorkshire Terrier . Das brachte ihm die Bezeichnung „Rattler“ oder „Stallpinscher“ ein. Dieses Erbe der Pinscher und Schnauzer ist heute noch klar im Rassehund Zwergpinscher erkennbar.
Ende des 19. Jahrhunderts begannen Züchter die Schnauzer und Pinscher-Typen zu differenzieren. Unterschieden wurde vor allem durch die Größe sowie durch Felltyp und -farbe. Der Zwergpinscher selbst wurde dann nochmals in zwei Arten unterteilt. Denn es gab ihn in glatt- und rauhaarig. Aus den rauhaarigen Vertretern entstanden mit der Zeit der Zwergschnauzer und der Affenpinscher.

Schon bald wurde der Zwergpinscher auch in den Städten heimisch. Dort galt er zunächst als Schoßhündchen, allerdings solltest Du diese Rasse keinesfalls unterschätzen. 1895 schlossen sich die beiden bis dahin existierenden „Schnauzer- und Pinscherclubs“ zusammen zum „Pinscher-Schnauzer-Klub 1895“. Bis heute stellt dieser Zuchtverein den offiziellen Standard. Die „FCI“ listet den Vierbeiner in der Gruppe 2: „Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde“.
Rassesteckbrief Zwergpinscher
| Funktion | Familienhunde, Begleithunde |
| Widerristhöhe | 25 – 30 Zentimeter |
| Gewicht | 3 – 5 Kilogramm |
| Fell und Färbung |
|
| Charakter und Wesen | lebhaft, temperamentvoll, ausgeglichen, selbstbewusst, treu, anhänglich, verspielt |
| Bewegungsdrang | 🐾 🐾 🐾 🐾 🐾 |
| Anfängergeeignet | 🐾 |
Das Fell des Zwergpinschers ist hirschrot, rot-braun oder dunkelrot-braun gefärbt. Manche Tiere tragen die für die Rasse typischen Abzeichen um den Fang und über den Augen. Das Haarkleid verfügt über keinerlei Unterwolle und liegt eng an.
Zwergpinscher werden aufgrund ihrer Größe den Mini Hunderassen zugeordnet. Der Körperbau ist zwar klein, allerdings sehr kräftig. Das wird besonders an Kopf und Fang sichtbar. Der Pinscher verfügt über einen deutlichen Stop, der Bereich zwischen Nase und Stirn, und enganliegende Augen, keinesfalls sollten es Glupschaugen sein.
Du solltest Dir immer einen seriösen Züchter suchen, wenn Du einen Zwergpinscher Welpen kaufen möchtest. Dafür musst Du mit Kosten von rund 1.000 Euro rechnen. Dazu kommen noch Impfungen und Zubehör. Auch im Tierheim gibt es oftmals Zwergpinscher-Mischlinge in liebevolle Hände abzugeben.

Wie alt wird ein Zwergpinscher?
Stammt Dein Zwergpinscher aus einer gesunden Zucht, kann er ein Alter von 15 Jahren erreichen. Generell werden kleinere Hunderassen meist älter als große Rassen.
Was sind rassetypische Krankheiten beim Zwergpinscher?
In den letzten Jahren standen die Züchter der Zwergpinscher immer wieder in der Kritik, da sie die Hunde gezielt verzwergten. Dabei wurden besonders kleine Deckrüden genutzt, um extreme Toy-Pinscher zu schaffen. Das führte auch dazu, dass die einstmals robusten Vierbeiner körperliche und mentale Schäden davontrugen. Die häufigsten Anfälligkeiten bei Zwergpinschern sind:
- Nervosität
- dauerhaftes Zittern
- Epilepsie
Heute gilt in Zuchtverbänden die Regelung, dass diese Rasse minimal vier Kilogramm wiegen muss. Ebenfalls ist es verboten dem Zwergpinscher einen sogenannten Apfelkopf anzuzüchten. Dafür wurden seine Ohrränder kupiert und der Hund in ein Kindchenschema überführt. Auch das kappen des Schwanzes an der Rutenwurzel oder weiter oben ist seit 1999 streng verboten.
Zwergpinscher: Charakter und Wesen
Welche Charaktereigenschaften bringt ein Zwergpinscher mit?
Im Auftreten erkennst Du klar den ehemaligen Stall- und Wachhund wieder. Der Vierbeiner ist unbestechlich, treu und ausdauernd. Gleichzeitig ist er sehr temperamentvoll und überaus neugierig. Vier- und Zweibeinern gegenüber tritt er sehr selbstbewusst auf. Manche Zwergpinscher sind allerdings sehr ängstlich und Du solltest sie nicht alleine lassen. Eine enge Bindung zu Herrchen oder Frauchen ist enorm wichtig für ihn – er will Dein Partner, nicht Dein Schoßhündchen sein. Kindern gegenüber ist er, wenn er ausgelastet ist, sehr ausgeglichen.
Wie ausgeprägt ist der Jagdtrieb eines Zwergpinschers?
Trotz aller Erziehung und Bindung zum Herrchen ist und bleibt der Zwergpinscher ein Wildfang. Sein Jagdtrieb kommt deshalb auch ab und zu zum Vorschein, ganz besonders bei kleinen Nagetieren wie Mäusen.
Wie viel Zeit solltest Du täglich für einen Zwergpinscher einplanen?
Du solltest ihn gut beschäftigen, da er einen großen Bewegungsdrang hat. Am besten planst du zwischen eineinhalb und zwei Stunden am Tag ein, in denen Du Dich voll auf Deinen Zwergpinscher konzentrierst. Mache Spaziergänge und fordere ihn auch mit Denkspielen. Dein kleiner Liebling ist außerdem auch für einige Hundesportarten zu begeistern, beispielsweise Dogdancing oder Agility.

Gut erzogen ist die halbe Miete
Du musst Deinen kleinen Freund schon von Beginn an gut erziehen. Unterschätze niemals den Sturkopf Deines Zwergpinschers! Gerade bei Minihunden lässt man sich allzu gerne dazu verleiten, sie zu unterschätzen. Konsequenz ist das Stichwort. Weichst Du oft davon ab, wird er das schnell merken und Dir auf der Nase herumtanzen. Im Extremfall wird Dein Vierbeiner schnell zum aggressiven Kläffer mit niedriger Reizschwelle. Mit einer guten Hundeschule ist die kleine Fellnase aber auch für nicht ganz so erfahrene Hundehalter eine Bereicherung.
Erziehe Deinen Zwergpinscher liebevoll, aber mache ihm von Anfang an klar, wer der Rudelführer ist. Wenn Du eine gute Bindung herstellst, wird Dein Vierbeiner im Handumdrehen zum sprichwörtlichen besten Freund des Menschen. Dann ist er auch sehr genügsam, was sein Futter und sein Zuhause angeht. Er fühlt sich in einer Wohnung genauso wohl wie in einem Haus mit Garten.
Wie pflege ich meinen Zwergpinscher?
Zwergpinscher sind eine pflegeleichte und anspruchslose Hunderasse. Es reicht, wenn Du das Fell Deines Vierbeiners ab und zu bürstest. Manche Zwergpinscher reagieren sehr empfindlich auf Kälte, daher solltest Du bei Deinem darauf achten, ob er im Winter oder Herbst beginnt zu frieren. Falls ja, kaufe ihm bei niedrigen Temperaturen einfach einen Hundemantel. Dann hat es Dein Zwergpinscher immer wohlig warm.



