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Der Zahnwechsel beim Welpen

Euer Welpe zerrt an Eurer Kleidung oder beißt in die Sofakissen? Das macht er nicht aus Langeweile und es steckt auch keine böse Absicht dahinter. Vermutlich ist der Zahnwechsel schuld. Nach dem Einzug des Welpen mit etwa 12 Wochen vergeht noch etwa ein Monat, dann geht's los. Nicht immer verläuft der Zahnwechsel ohne Komplikationen.

Wann fängt der Zahnwechsel beim Welpen an?

Ungefähr im Alter von vier bis sechs Monaten beginnen die Milchzähne auszufallen. Dadurch wird der Platz für die bleibenden Zähne geschaffen, die der Hund sein ganzes Leben lang behält. Bis diese allerdings da sind, dauert es. Und diese Zeit ist für den Welpen, der sich eh erst im neuen Zuhause einleben muss, nicht immer ganz einfach.

Während des Zahnwechsels werdet Ihr in der Wohnung immer wieder Milchzähne oder Teile davon finden. Häufig leckt der Welpe auch an einer Stelle seines Gebisses herum. Er versucht so an bereits lockeren Zähnen zu rütteln und sie herauszubefördern.

Außerdem sind die Wackelzähne störend und können ziemlich jucken. Der Zahnwechsel dauert gut drei Monate und verläuft normalerweise ganz unproblematisch. Trotzdem solltet Ihr ab und an prüfen, ob mit dem Gebiss alles in Ordnung ist und wie viele Zähne schon „ausgetauscht“ wurden.

Welche Probleme können den Zahnwechsel beim Welpen begleiten?

In den meisten Fällen verläuft der Zahnwechsel beim Welpen reibungslos. Er ist nicht zu vergleichen mit dem Zahnen bei Babys. Dennoch kann der Hund auch mal Schmerzen haben. Anzeichen dafür sind, dass der Welpe schlecht schläft, unruhig erscheint und beispielsweise kein Trockenfutter fressen möchte. Zeigt Euer Welpe solche Anzeichen, solltet Ihr das Gebiss in jedem Fall kontrollieren, um sicherzustellen, dass der Kleine keine Entzündung im Maul hat oder ein Zahn vielleicht nicht richtig durchbricht.

Zusätzlich gibt es einige Möglichkeiten, um die Schmerzen zu lindern:

  • Gebt leicht gefrorenes bzw. kaltes Futter oder Kauspielzeug, um das Zahnfleisch zu kühlen
  • Falls Ihr Trockenfutter gebt, weicht das Futter vorher ein
  • Garantiert eine ausreichende Calcium-Versorgung für die Zahngesundheit (hierfür Rücksprache mit dem Tierarzt halten)

Weitere mögliche Beschwerden während des Zahnwechsels:

  • erhöhte Temperatur oder Fieber
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Lustlosigkeit oder Unruhe
  • Speicheln
Hund mit Zahnspange
Foto: Adobe Stock/Happy monkey (Symbolfoto)

Was, wenn es zu Problemen beim Zahnwechsel kommt?

Generell müsst Ihr beim Zahnwechsel beim kaum eingreifen. Euer Welpe schafft das im Grunde ganz gut alleine. Trotzdem könnt Ihr als Halter etwas tun, nämlich „Zahnfee“ spielen und dem kleinen Kerl zur Seite stehen.

Damit lockere Zähnchen leichter ausfallen können, solltet Ihr beispielsweise Eurem Welpen möglichst viel Kauspielzeug (Kauknochen, Kong, einem Zahnpflegeball usw.) zur Verfügung stellen. Sie helfen dem Hund dabei, die alten Zähnchen loszuwerden und er kann sich durch das Spielen gleichzeitig etwas ablenken.

Wenn Ihr Kauartikel wie Pansen oder Trockenprodukte gebt, solltet Ihr jedoch unbedingt den Nährstoffbedarf Eures Welpen beachten. Denn eine Überfütterung könnte nicht nur Übergewicht, sondern auch andere gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Zudem sind manche Welpen so eifrig dabei Kauartikel zu „vernichten“, dass sie dazu neigen, auch große Stücke zu verschlucken. Deshalb immer unter Aufsicht geben!

Sollte es ernsthafte Probleme geben, zum Beispiel weil ein Zahn an falscher Stelle durchbricht oder einer der neuen Zähne ausfällt, dann nichts wie ab zum Tierarzt!

Kleine Hunderassen haben häufiger Probleme

Während der Zahnwechsel bei großen Hunderassen meist etwas früher einsetzt und problemlos verläuft, haben kleinere Hunde öfter Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Zahnwechsel. Rassetypisch neigen zum Beispiel Chihuahuas häufiger zu persistierenden Milchzähnen, die nicht einfach ausfallen. Die Zahnwurzel bleibt in diesen Fällen erhalten und meistens auch intakt. Der neue Zahn schiebt sich dann einfach neben den Milchzahn statt ihn zu ersetzen.

Dadurch kann es – wenn die Zähne nicht mehr ausfallen oder operativ entfernt werden – zu dauerhaften Fehlstellungen im Gebiss kommen. Insbesondere bei kleineren Rassen ist es daher empfehlenswert, ab dem 5. bis 6. Lebensmonat den Rat des Tierarztes einzuholen und das Gebiss regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Das Hundegebiss vor und nach dem Zahnwechsel

Ab ca. der dritten Lebenswoche brechen beim Welpen nach und nach die 28 spitzen Milchzähnchen durch. Das Milchgebiss besteht aus je zwei Fangzähnen, je sechs Schneidezähnen und je sechs vorderen Backenzähnen. Die hinteren Backenzähne sind im Milchgebiss des Hundes noch nicht entwickelt.

Hundegebiss: Zahnwechsel beim Welpen

Das vollständige, bleibende Hundegebiss nach dem Zahnwechsel umfasst jeweils links und rechts im Ober- und Unterkiefer:

  • zwei Backenzähne (Molaren)
  • vier Vorbackenzähne (Prämolaren)
  • einen Fangzahn (Caninus)
  • und drei Schneidezähne (Inzisiven)

Insgesamt besteht das Hundegebiss also aus 42 Zähnen – davon sind 22 im Unterkiefer und 20 im Oberkiefer.

Zahnpflege nicht vergessen

Ist der Zahnwechsel beim Welpen erst einmal überstanden, gilt es die neuen Beißerchen immer gut zu pflegen. Wie auch beim Menschen kann sich bei Bello Zahnstein bilden und die Zähnchen können sich verfärben. Deshalb solltet Ihr Euren Hund auch bei der Reinigung seines Gebisses unterstützen. Hierfür gibt es Kauknochen oder speziell für den Hund entwickelte Zahnpasta sowie Hundezahnbürsten. Euer Tierarzt kann Euch bei der Wahl der richtigen Zahnpflege-Mittel unterstützen.

Übersicht Zahnwechsel:

  • Das Milchgebiss des Hundes bricht ab der dritten Lebenswoche durch
  • Der Hund hat 28 Milchzähne
  • Zwischen dem 4. bis 6. Lebensmonat beginnt der Zahnwechsel
  • Der Zahnwechsel dauert drei Monate
  • Das bleibende Hundegebiss besteht aus 42 Zähnen

Wie kann ich dem Welpen den Zahnwechsel erleichtern?

  • Gebt Eurem Welpen Kauartikel z. B. Kauknochen, Pansen, Kong
  • Sollte Euer Welpe Schmerzen haben, gebt ihm gekühltes oder gefrorenes Futter
  • Achtet auf eine ausreichende Calcium-Versorgung (Achtung! Calcium-Phosphor-Verhältnis beachten)
  • Beobachtet die Fortschritte und geht bei Problemen (siehe oben im Artikel) zum Tierarzt

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