Geschätzt wird er wie sein Artgenosse, der Deutsche Schäferhund , für seine hohe soziale Kompetenz und seinen freundlichen Charakter. Ein Weißer Schäferhund kann auch als Berger Blanc Suisse oder Weißer Schweizer Schäferhund bezeichnet werden. Du denkst darüber nach, Dir diesen Hund als Haustier zuzulegen oder bist neugierig auf seine Geschichte? Dann lies Dich durch unser Rasseporträt und erfahre unter anderem, was es mit den verschiedenen Namensgebungen auf sich hat und wie das Tier zu seinem hellen Fell gelangte.
Die Etablierung der Rasse
- 1900: Nachdem der Deutsche Schäferhund als moderner Arbeitshund begründet wird, steigt seine Beliebtheit stark an. Die Zucht bringt damals sowohl braun-schwarze als auch weiße Hunde hervor.
- 1930er Jahre: Man streicht den Weißen Schäferhund rigoros aus dem Standard, da man davon ausgeht, dass dieser der Grund für diverse Erbkrankheiten sei. Amerikaner importierten die Rasse daraufhin in die USA und nach Kanada, in dem Versuch, eine eigene Mischzucht zu etablieren.
- 1960er Jahre: Von dort kommen die Tiere schließlich in die Schweiz, wo es den Züchtern gelingt, einen gesunden Stamm aus den ehemaligen Hütehunden zu entwickeln. Dieser breitet sich in den darauffolgenden Jahrzehnten über ganz Europa aus.
- 1982: Deutsche Fans der Rasse gründen den Bundesverein für Weiße Schweizer Schäferhunde (BVWS).
- 1987: Der Rassezuchtverein für Weiße Schweizer Schäferhunde entsteht und vertritt den Berger Blanc Suisse im VDH.
- 1991: Die Hunderasse wird im Schweizerischen Hundestammbuch eingetragen.
- 2011: Am 4. Juli erfolgt die endgültige und internationale Anerkennung durch den FCI.
Die weiße Farbe verdanken die Tiere übrigens ihrer Abstammung von Herdenschutzhunden wie dem Kuvasz oder dem Marammamo.
Das Aussehen des Weißen Schäferhundes in der Übersicht
FCI-Standard Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde
Gewicht: 25 bis 40 kg
Größe: 55 bis 66 Zentimeter
Lebenserwartung: bis zu 12 Jahre
Fell: langhaarig oder stockhaarig
Körperbau:
- muskulös und kräftig
- leicht abfallende Kruppe und Rute
- Kopf keilförmig mit gewölbter Stirn und geradem Nasenrücken
- Ohren leicht voran geneigt
- Augen: mandelförmig, braun bis dunkelbraun mit schwarzen Lidrändern
- Pfoten rund und kurz mit kleinen Krallen
Diesen Vierbeiner muss man einfach lieben
Hektik und Unruhe sind diesem Tier absolut fremd. Das Wesen eines Weißen Schäferhundes ist ebenso ausgeglichen wie selbstsicher. Seine Ruhe und Nervenstärke machen ihn trotz seiner Größe zu einem prädestinierten Familienhund.
Fremden begegnet er zunächst zurückhaltend, doch hat man sein Herz erst einmal erobert, ist das Eis gebrochen und er erweist sich als loyaler Partner. Dank seines ausgeprägten Beschützerinstinktes ist er zudem sehr aufmerksam und immer auf der Hut.
Ein Weißer Schäferhund zeichnet sich ebenfalls durch seine Intelligenz und eine hohe Lernbereitschaft aus. Er lässt sich leicht erziehen und bietet sich damit auch für unerfahrene Hundehalter an. Er hat Spaß an nahezu allen Hundesportarten und liebt es, an der Seite seines Herrchens durch die Natur zu tollen.
Funktionen des Weißen Schäferhundes
Früher wurde die Rasse ausschließlich zur Bewachung und zum Schutz von Herden eingesetzt. Heute hat man jedoch weitere Verwendungszwecke für den Vierbeiner gefunden – unter anderem bei der Polizei und im Militär. Dies ist vor allem auf seine hohe soziale Kompetenz zurückzuführen. So kommt er mittlerweile für verschiedene Aufgaben in Frage:
- Rettungshund
- Lawinensuchhund
- Spürhund
- Blindenhund
- Begleithund

Alles zur artgerechten Haltung des Weißen Schäferhundes
Erziehung
Pro Wurf kommen zwischen fünf und acht Welpen auf die Welt. Eine liebevolle, aber konsequente Erziehung ist besonders ab der achten Lebenswoche des Weißen Schäferhund-Welpens enorm wichtig. Denn dann beginnt die Sozialisierungsphase und alle Erfahrungen, die das Tier nun sammelt, prägen es fürs Leben. Deshalb gilt: Wie süß Dein Vierbeiner auch gucken mag – gerade jetzt musst Du ihm seine Grenzen aufzeigen.
Pflege
Das Fell Deines Lieblings braucht in der Regel wenig Pflege, sollte aber regelmäßig gebürstet werden. Ansonsten kann es schnell verfilzen, wodurch sich leicht Ungeziefer einnistet. Insbesondere während des Fellwechsels hilft das Bürsten dabei, lose Haare zu entfernen. Der Weiße Schäferhund haart übrigens ganzjährig.
Ernährung
Für den jungen Hund sind Kalk und Mineralstoffe besonders wichtig, damit es nicht zu Knochenbrüchen oder Folgeschäden an Bändern und Sehnen kommt. Das Nassfutter für Deinen Weißen Schäferhund enthält idealerweise einen hohen Anteil an hochwertigem Fleisch.
Achte aber darauf, dass Dein Hund nicht zu schnell wächst. Da es sich um eine große Rasse handelt, braucht er seine Zeit, bis er ausgewachsen ist. Dies kann bis zu zwei Jahre dauern. Ungewöhnlich zügige Wachstumsschübe können instabile Gelenke als Konsequenz nach sich ziehen. Vermeide deshalb eine Überfütterung Deines Vierbeiners – egal, wie sehr er Dich anbettelt.
Krankheiten
Grundsätzlich handelt es sich beim Weißen Schäferhund um eine gesunde und robuste Rasse. Nichtsdestotrotz gibt es einige Krankheiten, die genetisch bedingt auftreten wie etwa:
- Hüft- und Ellenbogendysplasie
- Muskelschwund
- Pankreasinsuffizienz
- Spondylose
- Maligne Hyperthermie
Bei optischen Auffälligkeiten wie einer stark abfallenden Rückenlinie oder einer übermäßig gewinkelten Hinterhand ist Vorsicht geboten! Das können Anzeichen für eine Überzüchtung sein und werden vom Rassestandard als schwerwiegender Mangel abgelehnt.
Eignet sich ein Weißer Schäferhund für Dich?
Gerade, wenn Du ein Anfänger bist, was die Hundehaltung betrifft, solltest Du Dich damit auseinandersetzen, welche Aufgaben und Anforderungen mit dem Kauf eines Weißen Schäferhundes auf Dich zukommen:
- Dieses Tier eignet sich nicht für die Haltung in einer kleinen Stadtwohnung.
- Viel Bewegung und Auslauf an der frischen Luft sind unabdingbar.
- Auch geistig möchte der Vierbeiner von Dir gefordert werden. Zum Beispiel bei Suchspielen.
- Berücksichtige, dass nicht nur Anschaffungs-, sondern ebenfalls Zusatzkosten für Impfungen, Steuern und Versicherung anfallen.
- Die Hunde können bis zu 12 Jahre alt werden und sind daher nicht als spontane oder unüberlegte Geschenke gedacht.
- Selbst wenn diese Rasse allgemein eher unterwürfig ist, so braucht eine gründliche Erziehung Zeit, Nerven und viel Geduld.
Du bist immer noch davon überzeugt, dass dieser Hund wie geschaffen für Dich ist? Dann solltest Du den Weißen Schweizer Schäferhund auf alle Fälle bei einem seriösen Züchter kaufen. Und zwar erst, nachdem Du Dir vor Ort selbst ein Bild von den Tieren und dem Verkäufer gemacht hast! Für einen Welpen bezahlst Du zwischen 700 und 1.500 Euro, je nach Zuchtwert der Elterntiere.



