Der Appenzeller Sennenhund gehört zum Typ der Schweizer Sennenhunde. Diese waren früher vor allem Begleiter und Beschützer der Bauernfamilien und deren Tieren in den Schweizer Alpen. Er bewachte sein Zuhause, zog gelegentlich Lasten und war als Treibhund mit Kuhherden unterwegs.
Besonders, wenn die Rinder von einer Weide zur anderen getrieben wurden, sorgte der Vierbeiner dafür, dass keine Kuh zurückblieb. Auch heute kann man noch das typische Verhalten dieser Hütehunde beobachten: Sobald eine Kuh zu weit hinter der Herde läuft, zwickt der Treibhund das Tier kurz in den Hinterlauf. Wichtig ist dabei, dass er besonders flink ablässt und sich in Sicherheit bringt – die gezwickte Kuh tritt oftmals direkt aus. Diese Fähigkeiten haben ihm bei den Bauern früher den Namen „Tryhond“ verliehen.
Ein absoluter Berg- und Hütehund
Die Schweizer Sennenhunde, zu denen auch der Appenzeller Sennenhund gehört, waren ursprünglich nicht in unterschiedliche Rassen geteilt. Sie zeichneten sich alle durch ihre Tätigkeit als Hüte- und Hofhund aus und waren ein vollwertiges Familienmitglied. Vor etwa 100 Jahren wurden dann vier eigenständige Rassen aus den Sennenhunden geformt:
- Entlebucher Sennenhund
- Appenzeller Sennenhund
- Berner Sennenhund
- Großer Schweizer Sennenhund
Wo kommt der Appenzeller Sennenhund ursprünglich her?
Der Einfachheit halber wurden die Vierbeiner ihrer Größe nach eingeordnet. 1913 dann wurden die heute noch typischen drei Farben für den Appenzeller Sennenhund festgelegt. In seinem Ursprungsgebiet findet man diese Farbvarianz allerdings eher selten.
Mit den Jahren differenzierten sich die Rasse-Typen genetisch immer weiter aus. Das hat heute oftmals zur Folge, dass die Vierbeiner nicht so alt werden und häufig Erbkrankheiten auftreten. Wenn Du Dir diesen Hund zulegen möchtest, dann solltest Du daher unbedingt einen Appenzeller Welpen kaufen, der aus einer gesunden Zuchtauswahl stammt. Du solltest mit Anschaffungskosten von etwa 1.200 Euro rechnen.

Die Hunderasse Appenzeller Sennenhund im Überblick
| Funktion | Hüte- und Wachhunde |
| Widerristhöhe | 50 bis 56 Zentimeter |
| Gewicht | zwischen 25 und 30 Kilogramm |
| Fell und Färbung | mittellanges Fell laut Rassestandard dreifarbig (Schwarz, Braun, Weiß) |
| Charakter und Wesen | Wachsam, fröhlich, lernbereit, lebhaft, mutig, intelligent |
| Bewegungsdrang | 🐾 🐾 🐾 🐾 🐾 |
| Für Anfänger geeignet | 🐾 🐾 🐾 🐾 🐾 |
Der Appenzeller Sennenhund ist mittelgroß und perfekt angepasst an seine Rolle als Hütehund. So verfügt er über eine ausgeprägte Muskulatur, die ihn allerdings nicht schwerfällig macht. Sein Körperbau ist beinahe quadratisch. Kennzeichnend für diese Hunderasse ist der kecke Gesichtsausdruck und die eingerollte Rute. Diese wird oft als „Posthorn“ bezeichnet. Beim FCI ist diese Rasse in der Gruppe 2: „Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde“ zu finden.
Viele Züchter legen besonderen Wert auf die spezifische Dreifarbigkeit der Vierbeiner. Schwarz, Braun und Weiß – das sind die typischen Farben des Appenzeller Sennenhundes. In vielen Zuchtverbänden gibt es zahlreiche Beschreibungen über die Position und Anzahl von Flecken sowie andere Fell-Eigenheiten. Das entspricht allerdings heute kaum mehr dem richtigen Sennenhund.
Zudem wurde diese spezielle Färbung von besonders ehrgeizigen Züchtern durch gezielte Inzucht künstlich erzeugt. Das tut keiner Hunderasse gut.
Wie alt wird ein Appenzeller Sennenhund?
Durch schlechte Zucht in vorherigen Generationen hat Dein Appenzeller Sennenhund meist leider nur eine Lebenserwartung von etwa acht Jahren. Appenzeller Mischlinge können deutlich älter werden.
Wie groß ist ein Appenzeller Sennenhund?
Die Widerristhöhe eines Appenzeller Sennenhundes beträgt zwischen 50 und 56 Zentimeter. Damit gehört diese Rasse zu den mittelgroßen Hunden.

So tickt Dein Appenzeller Sennenhund
Welche Eigenschaften hat ein Appenzeller Sennenhund?
Das Wesen Deines Appenzellerhundes ist vor allem lebhaft. Er verfügt über ein selbstsicheres Auftreten und ist in den meisten Situationen furchtlos, ohne dabei leichtsinnig zu sein. Dir als Besitzer ist er besonders zugewandt: Er wünscht sich Dich als Freund und sieht Deine Familie als seine eigene an. Auch mit Kindern ist er sehr umgänglich, allerdings neigt er dazu, sein „Rudel“ gegen Fremde zu verteidigen. Das tut er dann oftmals mit seiner hellen Stimme. Wenn Du gegen die Bellfreudigkeit Deines Appenzeller Sennenhundes von Anfang an vorgehst, macht dies später keine Probleme mehr.
Fremden Personen misstraut der Appenzeller Sennenhund zunächst, daher ist eine gute Sozialisierung mit anderen Vier- und Zweibeinern schon als Welpe essentiell. Helfen kann Dir dabei eine gute Hundeschule. In der Erziehung solltest Du viel Gefühl einsetzen und gerecht zu ihm sein.
Nichts für Couch-Potatos: Die Haltung
Der Appenzellerhund ist der sportlichste unter den Sennenhunden. Heute wird er aufgrund seines Aktivitätsdrangs auch als Rettungshund eingesetzt. Da er sehr agil ist, solltest Du selbst ebenfalls Lust haben, viel Zeit mit Deinem Vierbeiner draußen zu verbringen. Der Appenzeller Sennenhund ist gut für die verschiedensten Hundesportarten geeignet. Er liebt Dogtrekking genauso wie Fahrradfahren.
Abgesehen von der ausgiebigen Bewegung ist Dein vierbeiniger Freund sehr anspruchslos in der Haltung. Natürlich ist ein Haus mit Garten besser für den ehemaligen Hüte- und Wachhund geeignet. Er fühlt sich aber bei guter Auslastung auch in einer Wohnung wohl. Sorge einfach für eine enge Bindung zwischen Dir und ihm und Dein Hund ist glücklich.

Wie viel Pflege braucht ein Appenzeller Sennenhund?
Auch in der Pflege und Ernährung ist der Appenzeller Sennenhund relativ anspruchslos. Reinrassige Tiere verfügen allerdings über eine verkürzte Lebenserwartung. Daher solltest Du darauf achten, ihn ausgewogen zu ernähren. Ob Trocken- oder Nassfutter spielt dabei keine Rolle. Besonders im Alter neigt er schnell zu Übergewicht. Gelegentliches Bürsten des Fells schadet ebenfalls nicht.
Gibt es beim Appenzeller Sennenhund typische Krankheiten?
Appenzeller Sennenhunde aus unseriöser Zucht neigen leider zu ein paar Erbkrankheiten. Diese können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und tragen oftmals zur kurzen Lebenserwartung bei. Einige davon sind:
- Hüft- und Knieprobleme
- Grauer Star
- Hauttumore
Gute Vermehrer setzen allerdings auf gesunde Mutter- und Vatertiere. Zudem sind diese Welpen gründlich von einem Tierarzt untersucht, bevor Du sie bekommst.



