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Deine Katze ist aggressiv? Das steckt dahinter!

Fauchen, angelegte Ohren, ein bedrohlicher Buckel: Wenn unsere Stubentiger schlecht gelaunt sind, können sie ganz schön gefährlich wirken. Aber nicht immer steckt nur eine schlechte Stimmung hinter diesem Verhalten. Deine Tierwelt sagt, warum Deine Katze aggressiv sein könnte.

Bevor es dazu kommt, dass Deine Katze fauchend vor Dir steht oder Dich kratzt, wird sie eine Reihe von Warnsignalen gesendet haben. Diese sind allerdings sehr subtil – Katzen haben (im Gegensatz zu Hunden) eine Körpersprache, die für uns Menschen deutlich schwieriger einzuschätzen ist.

Missverstehen der Körpersprache

Und dadurch kann es zu Missverständnissen kommen. Ein Beispiel: Die Katze fühlt sich bedrängt, weil auf ihre Signale, dass sie die Steicheleinheit beenden will, nicht reagiert wird. Sie weiß sich dann nicht anders zu helfen als durch beißen, kratzen oder Flucht.
Um gefährliche Verletzungen zu vermeiden und ein harmonisches Miteinander mit Deiner Katze zu pflegen, kann es hilfreich sein, wenn Du Dich über die Körpersprache von Katzen informierst.

Das Spiel läuft aus dem Ruder

Spielverhalten bei Katzen kann sehr dynamische und teilweise aggressive Züge annehmen… Wenn Du merkst, dass euer Spiel regelmäßig mit Kratz- oder Beißattacken endet, solltest Du versuchen, das Spiel sofort abzubrechen, wenn Deine Katze Dich potentiell verletzen könnte.
So lernt sie, dass sie nur Aufmerksamkeit bekommt, wenn sie vorsichtig ist. Das Umlenken der Aggression auf Spielbälle oder Kuscheltiere kann ebenfalls helfen.

Aggressive Katze beißt in Hand
Foto: Imago/Westend61

Deine Katze hat Langeweile

Gerade Hauskatzen ohne Partnertier müssen gut ausgelastet werden und eine Umgebung haben, die ihre Sinne anregt und dabei hilft, Energie rauszulassen – kann die Katze ihre Energie nicht loswerden, führt das zu einer Hemmung ihre Selbstkontrolle. Greift Deine Katze Deine Füße an, wenn Du an ihr vorbeigehst? Springt sie Dir hinterhältig auf die Schultern, wenn Du gemütlich auf dem Sofa sitzt? Dann ist es relativ wahrscheinlich, dass ihr langweilig ist.

Auch Katzen als soziale Tiere leiden, wenn sie alleine bleiben müssen, und benötigen viel Beschäftigung. Ein Partnertier kann Abhilfe schaffen, sollte aber nur unter fachkundigem Rat ausgewählt werden.

Auch Stress macht Deine Katze aggressiv

Apropos Partnertiere: Sie sind wichtig – aber auch häufig ein Auslöser für immensen Stress. Ein lauter Haushalt, mehrere Katzen und wenig Verstecke: So sieht der Alltag vieler Katzen aus. Einigen Tieren macht das nicht viel aus, aber für die meisten Katzen ist dies eine höchst stressige Lebenssituation.

Und Stress macht auf Dauer nicht nur schlechte Laune, sondern auch krank. Überlege deshalb schon vor der Anschaffung einer Katze, wie Du ihren Lebensraum möglichst artgerecht gestalten kannst. Frage dazu gerne auch Experten wie Tierschutzvereine, Tierärzte oder Verhaltenstherapeuten.

Katze aggressiv
Foto: Imago/Panthermedia

Schmerzen als Ursache für Aggression

Das Verhalten der Katze ist durch das Erbe ihrer wilden Vorfahren geprägt. Um nicht Opfer ihrer Feinde zu werden, zeigen sie keine Schwäche. Während beispielsweise ein Hund mit Zahnschmerzen schlecht frisst und sich bemerkbar macht, frisst eine Katze mit hochgradiger FORL (Feline odontoklastische resorptive Läsionen, eine schlimme Zahnerkrankung bei Katzen) einfach weiter.

Es ist sicher, dass Katzen leiden – aber sie leiden still. Die Anzeichen des Schmerzes sind oft so subtil, dass selbst sehr erfahrene Beobachter diese übersehen können. Deswegen sollte eine Katze, die plötzlich aggressiv ist, immer einem Tierarzt vorgestellt werden. Dieser sollte zunächst eine gründliche Anamnese durchführen, um die oben genannten Faktoren auszuschließen. Anschließend müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Katze beim Tierarzt
Foto: Envato Elements

Zeigt Deine Katze zum Beispiel zusätzlich Unsauberkeit, ist eine Harnuntersuchung ratsam, um Blasensteine oder eine Entzündung auszuschließen. Frisst sie vielleicht seit einiger Zeit etwas langsamer, können die Zähne die Ursache für den Schmerz sein.

Viele Katzen leiden an der FORL, einer sehr schmerzhaften Wurzelerkrankung, die von außen kaum sichtbar ist. Nur durch das Röntgen der Zähne in Narkose kann eine sichere Diagnose gestellt werden. Auch wenn dies sehr aufwändig ist, kann man durch die Behandlung einen enormen Wandel im Verhalten der Katzen beobachten. Deswegen sollte hier nicht an der falschen Stelle gespart werden. Aggression ist also ein Warnsignal Deiner Katze, dass etwas nicht stimmt. Nimm es deswegen nicht auf die leichte Schulter.

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