Der Fachbegriff für Haarausfall lautet Alopezie. Und während es Hunderassen gibt, die von Natur aus weniger Haare am ganzen Körper oder an bestimmten Körperstellen haben, tritt auch bei anderen Hunden manchmal extremer Haarausfall auf.
Wenn Dein Hund so sehr haart, dass er an einigen Stellen komplett sein Fell verliert oder dieses rapide ausdünnt, stecken dahinter oft verschiedene Ursachen. Welche das sein können, erklärt Tierärztin Dr. Karen Becker in ihrem Blog „Healthy Pets“.
Zum einen kann Alopezie durch äußere Einflüsse hervorgerufen werden: etwa als Reaktion auf eine Impfung rund um die Einstichstelle, wenn ein Haarband zu sehr am Fell zieht, oder weil das Fell nach dem Rasieren nicht nachwächst.
Medizinische Gründe, warum Dein Hund extrem haart
Weitere Ursachen können Krankheiten wie Follicular Dysplasia oder Kreisrunder Haarausfall sein. Bei Follicular Dysplasia sieht das Fell bei bestimmten Hunderassen „mottenzerfressen“ aus. Kreisrunder Haarausfall ist eine Autoimmunkrankheit, die – wie der Name verrät – runde, haarlose Stellen zur Folge hat, oft im Bereich von Kopf und Nacken.

Auch eine Schilddrüsenunterfunktion kann Haarausfall als Nebenwirkung haben. Dafür sind bestimmte Hunderassen besonders anfällig, darunter Golden Retriever, Dackel und Boxer.
Cushing ist eine Erkrankung, bei der die Adrenaldrüsen zu viel Cortisol produzieren. Oft tritt diese bei Terrier, Pudel, Dackel und Spitz auf. Der Überschuss an Cortisol kann dazu führen, dass Dein Hund extrem haart und sein Fell verliert.
Das Gegenteil von Cushing ist die Addison-Krankheit: die Adrenaldrüsen produzieren dann zu wenig Costicorid. Besonders betroffen sind Hündinnen zwischen vier und sieben Jahren und unter anderem die Rassen Deutsche Dogge und Rottweiler.
Alozepie X ist eine Hundekrankheit, die Schritt für Schritt zum Fellverlust führt, allerdings nur an Hals und Rumpf. Am Rest des Körpers wirken Haut und Fell trocken und stumpf. Betroffen sind vor allem Hunderassen mit einem sehr dichten Fell betroffen, wie Chow-Chow, Zwergpudel oder Zwergspitz. Helfen kann unter anderem eine Hormontherapie.
Weitere Gründe für Alopezie beim Hund
- Juckende Haut: Wenn Hunde juckende Hautstellen haben, entwickeln sie dort oft Haarausfall aufgrund des ständigen Kratzens, Leckens oder Beißens. Ursachen dafür können Allergien, bakterielle oder Pilzinfektionen der Haut sein. Auch Parasiten wie Sarkoptesräude können zu juckender Haut und dadurch zu Haarausfall führen.
- Druckwunden: Knochige Körperstellen wie die Ellegebogen haben oft Kontakt mit harten Oberflächen. Dort kann die Haut schnell haarlos werden. Besonders alte Hunde, aber auch große und schwere Hunderassen, leiden unter Fellverlust an Druckwunden.
- Reaktion auf bestimmte Medikamente: Bekommt Dein Hund eine Chemo- oder Corticosteroid-Therapie? Auch hier ist Haarausfall eine häufige Begleiterscheinung.
- Andere Ursachen können Stress oder Mangelernährung sein.
Wichtig ist: Haarausfall beim Hund ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern kann ein Hinweis auf ernsthafte gesundheitliche Ursachen sein. Da sich viele Auslöser ähneln oder gegenseitig beeinflussen können, sollte bei anhaltendem, starkem Fellverlust immer ein Tierarzt aufgesucht werden. Nur durch eine gründliche Untersuchung lässt sich die genaue Ursache feststellen und eine passende Behandlung einleiten, damit es Deinem Hund schnell wieder besser geht.



