Ein kleiner Welpe auf Erkundungstour im Stadtpark oder ein gemütlicher Hunde-Opi auf Gassi-Runde im Wald: Auch Menschen, die selbst keine Hunde haben, finden Vierbeiner oft niedlich – und wollen sie streicheln. Im besten Fall fragen sie Frauchen oder Herrchen vorher um Erlaubnis. Das mag für viele Hundebesitzer zwar nervig sein – sie werden schließlich ständig angequatscht – ist aber besser, als wenn Fremde einfach ungefragt losknuddeln.
Und es gibt Dir als Hundebesitzer die Möglichkeit, Deinem Hund möglicherweise Stress zu ersparen. Schließlich genießt nicht jede Fellnase die Streicheleinheiten der Unbekannten. „Wir entscheiden, wer unseren Hund streicheln darf und wer nicht“, sagt DeineTierwelt-Hundeexpertin Riccarda Kilias im Podcast „Pet-Talks: Hund“.
Schließlich kann jedes Herrchen oder Frauchen am besten einschätzen, in welcher Stimmung der Hund gerade ist – und wie reagieren wird. Und nur wir Menschen haben ein Gefühl dafür, ob eine Streichel-Runde gerade in den Kontext passt – oder ob wir unter Zeitdruck zu einem Termin müssen.

Auch Dein Hund entscheidet, wer ihn streicheln darf
Aber, so die Hundetrainerin, auch der Hund muss sich wohl fühlen. „Eigentlich müssten wir doch den Hund fragen“, sagt sie. Aber woran erkennt man, ob ein Hund gestreichelt werden will? Dabei hilft es, auf die Körpersprache zu achten. Rückt Dein Hund von der fremdem Person weg oder dreht er sich um, ist das zum Beispiel ein klares Zeichen dafür, dass er nicht gestreichelt werden möchte.
Wenn Dein Hund hingegen einen entspannten, weichen Gesichtsausdruck hat, zu „lächeln“ scheint und auf den Fremden zugeht, freut er sich vermutlich schon darauf, gestreichelt zu werden.
Wenn Dein Hund allerdings keine Lust darauf hat, angefasst zu werden, musst Du seine Bedürfnisse gegenüber den Menschen, die ihn streicheln wollen, durchsetzen.
Am besten sagst Du klar und deutlich, dass Du nicht möchtest, dass Dein Hund angefasst wird. Wenn Dir das zu direkt ist, kannst Du auch auf Ausreden zurückgreifen. Sätze wie „Mein Hund hat Angst vor Fremden“, „Wir haben grad keine Zeit“ oder „Wir trainieren gerade, bitte lenken Sie uns nicht ab“ werden die meisten Spaziergänger akzeptieren.

Einen Sonderfall stellen Kinder dar. Anders als viele Erwachsene tun sich Kinder nämlich häufig schwer, die Körpersprache von Hunden zu lesen. Und vielen Hundebesitzern fällt es nicht leicht, nein zu sagen, wenn ein Dreijähriger freundlich fragt, ob er den Hund mal streicheln darf.
„Ich sage zu Kinder immer: ,Stopp, bitte erst einmal fragen, Du weißt nicht, ob mein Hund nicht vielleicht gefährlich ist‘“, erklärt Riccarda Kilias. Außerdem sei es wichtig, Kindern direkt zu vermitteln, dass Hunde auch Gefühle haben, und sich zum Beispiel fürchten könnten. „So schafft man Klarheit und verhindert, dass Kinder die Grenzen von Hunden überschreiten.“



