Der Collie stammt ursprünglich aus den schottischen Highlands. Mit seiner freundlichen und lernfreudigen Art möchte er seinen Menschen gefallen und ist an vielen Aktivitäten interessiert. Collies sind Hunde, die sich als Arbeitshunde und Familienhunde hervorragend eignen.
Steckbrief
Herkunft: Schottland
Körperbau: kräftig, muskulär, breite Brust
Größe: mittelgroß; 56 bis 61 Zentimeter
Gewicht: 18 bis 29 Kilogramm
Fell und Farbe: kurzes bis langes Fell; sehr dichtes, glattes Deckhaar, voluminöser Kragen sowie eine weiche und sehr dichte Unterwolle; Farbe: Zobel-Weiß, Tricolor, Blau-Merle, White
Charakter: freundlich und treu, intelligent und lernfreudig, fürsorglich und familiär
Pflege: pflegeleicht: regelmäßig bürsten, selten baden
Gesundheit: Augenkrankheiten (CEA), MDR1-Defekt (Arzneistoffüberempfindlichkeit), sensible Verdauung, Hüftdysplasie (HD)
Lebenserwartung: bis zu 14 Jahre
Wie der Collie vom Hütehund zum Familienhund wurde
Die Herkunft der Collie-Hunde ist sehr spannend. Seit dem 13. Jahrhundert half der Collie den Menschen in den schottischen Highlands dabei, ihre Schafe zu hüten. Um diese Aufgabe optimal erfüllen zu können, war es wichtig, dass der Collie schnell, wendig und muskulös war, um sich gegen Wölfe und Bären behaupten zu können. Ihre Intelligenz ermöglichte es ihnen, eigene Entscheidungen zu treffen. Das einmalige Aussehen der Collies war bis dahin zweitrangig.
Doch als Königin Victoria von England die Rasse sah, war sie sofort von der sanften, charaktervollen Schönheit der Collie-Hunde verzaubert. Fortan galt der Collie als außergewöhnliches Mitbringsel für königliche und adlige Herrschaften. Ab 1840 gründete sich der erste Collie-Club in England und bereits 1858 wurde der Langhaarcollie ganz offiziell als Rasse anerkannt.
Vor allem die hinreißende Optik und die Eigenschaften waren es, die den Collie 1954 für Hollywoods Filmindustrie interessant machten. Die Fernsehserie „Lassie“ sorgte für einen regelrechten Hype um die Hunderasse und ließ die Collie-Hunde zum Sehnsuchtstraum vieler Kinder werden. Der Ansturm auf die Züchter von Collies war nicht mehr aufzuhalten.

Warum der Charakter für die Haltung des Collies wichtig ist
Collie-Hunde genießen einen guten Ruf als Arbeits- und Familienhunde. Dies haben sie nicht zuletzt ihrer Treue und ihrem freundlichen Wesen zu verdanken. Das bedeutet allerdings auch, dass sie eine körperliche und geistige Auslastung benötigen, um glücklich zu sein.
Durch den liebevollen Collie-Charakter wird es den Menschen leicht gemacht, den Collie für Erziehung zu begeistern. Sein unbedingter Wille, den Menschen zu gefallen, macht ihn zu einem idealen Begleithund. Die Erziehung eines Collie-Welpen sollte stets einfühlsam, aber konsequent durchgeführt werden. Ansonsten kann es vorkommen, dass Collie-Hunde ihre eigenen Entscheidungen treffen.
Wer den Collie als reinen Familienhund halten möchte, sollte sich bewusst sein, dass der Collie zu den aktiven Rassen zählt. Deshalb wäre die Teilnahme an Hundesportarten wie Agility, Obediance oder DogDance für den Collie ebenso optimal geeignet wie seinen Menschen beim Joggen, Wandern, Radfahren oder Reiten zu begleiten.
Da der Collie keinen Jagdtrieb aufweist, muss er nicht zwangsläufig an die Leine – vorausgesetzt natürlich, dass „Freilauf“ erlaubt ist. Hat der Collie ausreichend Bewegung und Beschäftigung, ist es problemlos möglich, ihn in der Wohnung zu halten. Hier gilt es zu beachten, dass ein Collie sich gerne und laut mitteilt, was eventuell zu Schwierigkeiten mit den Nachbarn führen könnte.
Ohnehin sollte der anhängliche und sensible Collie nicht lange alleingelassen werden, da dies seine geistige und emotionale Gesundheit beeinträchtigen kann. Schließlich ist ein Collie sehr sozial und eine echte Schmusebacke. Am liebsten wäre er rund um die Uhr bei seinem Menschen.
Für einen fitten und aktiven Collie: Pflege und Gesundheit
Es gibt Langhaar-Collies und Kurzhaar-Collies. Ob die Langhaar-Variante „Rough Collie“ oder der kurzhaarige Collie, besser bekannt als „Border Collie“, beide besitzen ein dickes Doppelfell, das regelmäßig gekämmt und gepflegt werden sollte, um Hautirritationen und Hautschäden durch Verfilzungen zu vermeiden. Außer beim Fellwechsel verliert der Collie nicht viele Haare. Ebenfalls solltest Du Ohren, Augen, Zähne und Pfoten regelmäßig kontrollieren und reinigen, um den geliebten Vierbeiner bei guter Gesundheit zu halten.
Neben der Fellpflege und dem Auslauf spielt die Ernährung eine große Rolle. Abhängig vom Alter, dem Geschlecht und dem Gesundheitszustand sollte Deine Fellnase immer ein ausgewogenes und proteinreiches Futter bekommen. Wichtig für eine gesunde Haut und schönes Fell sind gute Öle oder auch rohe Eier. Es ist wie bei den Menschen: Wenn der Collie sich viel bewegt, benötigt er mehr Futter als ein Artgenosse, der viel zu Hause ist und nur mal Gassi geführt wird. Das macht sich schnell beim Gewicht bemerkbar.
Verantwortungsvolle Zucht von Collies
Wenn Du einen „Lassie“-Collie oder einen Border Collie kaufen möchtest, solltest Du dich an einen registrierten und verantwortungsvollen Züchter wenden. Bei einem seriösen Züchter ist die Gesundheit der Hunde stets am wichtigsten.
Verpaart ein Züchter zwei Merle-farbige Collie-Hunde miteinander, führt dies in den überwiegenden Fällen bei den Welpen zu Blindheit und/oder Taubheit. Derartige Risiko-Kreuzungen sind in Deutschland verboten!
Ein Border Collie Welpe sollte nach ungefähr drei Monaten ein für Collies typisches Gewicht von 6,3 kg aufweisen. Collies in diesem Alter sollten zudem eine Größe von ungefähr 40 cm haben. Dann dürfen die kurzhaarigen Collies von ihrer Mutter getrennt werden und in ein neues, liebevolles und aktives zu Hause einziehen.



