Wenn man in ihre treuen Augen blickt, ist es meist zu spät für vernünftige Überlegungen: Kleine Hunde erobern unser Herz im Sturm. Informiert Euch deshalb vorab über die Hundehaltung und worauf Ihr beim Kauf unbedingt achten solltet.
In unserem Artikel findet Ihr die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
- Die Mutter der Welpen
- Der Preis
- Der Verkaufsort
- Das Interesse des Verkäufers
- Der Kaufvertrag
- Verfassung der Welpen
- Anzahl der Zuchttiere und Rassen
- Besuchstermine beim Züchter
Checkliste für den sicheren Welpenkauf: Was Ihr bei der Auswahl beachten solltet
1. Seht Ihr die Mutter der Welpen?
Lasst Euch die Hündin zeigen. Habt Ihr den Eindruck, dass es sich um die Mutter der Welpen handelt? Sie sollte mit den Welpen vertraut sein und die Welpen, sofern sie noch nicht entwöhnt sind, auch säugen. Es ist schon vorgekommen, dass unseriöse Händler Welpenkäufern eine Alibi-Hündin als Muttertier präsentierten. Wenn Euch das Verhalten der Hündin merkwürdig erscheint, solltet Ihr dort keinesfalls einen Welpen kaufen. Es kann durchaus vorkommen, dass eine Hündin das Saugen der Welpen unterbindet, zum Beispiel, wenn das Gesäuge gereizt ist. Insgesamt sollte sie sich ihnen gegenüber aber nicht aggressiv verhalten.
2. Der Preis
Der Preis für einen Rassehund vom Züchter schwankt in der Regel zwischen 600 bis 1200 Euro. Alles was deutlich darunter liegt, ist nicht marktüblich und sollte Euch misstrauisch machen. Fragt den Züchter, wie der Preis zustande kommt und vergleicht verschiedene Angebote. Der Preis ist allerdings nur bedingt ein Hinweis auf einen Hundehändler. Diese haben mittlerweile die Preise erhöht. Seriöse Züchter findet Ihr unter anderem beim Verband für das Deutsche Hundewesen, aber auch in anderen Vereinen. Im Online-Tiermarkt von Deine-Tierwelt.de könnt Ihr durch entsprechende Siegel erkennen, ob ein Tier Papiere mitbringt und ob der Züchter angegeben hat, dass er in einem Verein züchtet.
3. Wo und wie wird verkauft?
Auf Parkplätzen, Märkten, dreckigen Höfen? Aus dem Bus, dem Kofferraum, einem Pappkarton oder einem Drahtkäfig heraus?
Dies sind klare Indizien für Welpenhandel. Unbedingt Finger weg! Achtet darauf, dass Ihr die Welpen beim Züchter zu Hause besuchen dürfen. Ein seriöser Züchter nimmt sich viel Zeit für Euch, Eure Fragen und die Vermittlung seiner Welpen.
4. Stellt der Verkäufer Fragen?
Ein seriöser Züchter möchte wissen, in welche familiären und häuslichen Verhältnisse der Welpe kommt. Werden keine Fragen gestellt, geht es nur ums Geldverdienen. In diesem Fall könnt Ihr davon ausgehen, dass auch die Zucht nicht mit Leidenschaft betrieben wird. Natürlich darf der Züchter mit seinen Welpen Geld verdienen – er investiert schließlich viel Arbeit und Zeit in seine Hunde. Primär sollte ihn jedoch das Wohl seiner Tiere interessieren.
5. Gibt es einen Kaufvertrag?
Wenn ja, enthält er Namen, Adresse und eine Haftung des Verkäufers? Ist der Kaufpreis genannt? Achtet darauf, dass diese Angaben vorhanden sind.
6. Wie sehen die Welpen aus?
Sind die Kleinen dünn oder durch Würmer aufgebläht? Liegen sie apathisch in der Ecke oder zeigen ein ungewöhnliches Verhalten? Ist das Fell dreckig und stumpf? Fiepen die Kleinen oder geben sie sogar keinen Laut von sich?
Steht Wasser und Futter in der Nähe? Kranke oder schwache Welpen würde ein seriöser Züchter nicht verkaufen. Werden Euch die Tiere trotz des miserablen Gesundheitszustandes angeboten, solltet Ihr das Weite suchen.
7. Das Angebot
Wie viele Rassen hat der Züchter im Angebot? Bei mehr als zwei Rassen und mehr als vier Würfen im Jahr ist Vorsicht geboten. Oftmals werden die Welpen in einem solchen Fall unkontrolliert vermehrt und die Hündin mit häufigen Trächtigkeiten und Geburten strapaziert. Sucht lieber nach einer kleineren Zucht, in der jedem Hund individuell viel Aufmerksamkeit und Liebe entgegen gebracht wird.
8. Besuchstermine
Nicht immer fällt die Entscheidung beim ersten Besuch. Seriöse Züchter drängen Euch nicht zu einem Entschluss und bieten auch mehrere Besuchstermine an. Zudem stehen sie Euch beratend zur Seite und helfen Euch dabei, den passenden Welpen aus dem Wurf auszusuchen. Besteht der Züchter darauf, dass Ihr den Welpen direkt beim ersten Besuch mitnehmt, solltet Ihr Abstand von dem Kauf nehmen.
Seriöser Tierschutz oder kommerzieller Hundehandel?
Der Wunsch nach einem vierbeinigen Gefährten wird oft mit dem Bedürfnis verbunden, einem Hund das Leben zu retten, sein Leiden zu beenden und ihm ein gutes Zuhause zu bieten.
Leider werden Mitleid und das Bedürfnis des Menschen zu helfen gerne von kommerziellen Hundehändlern ausgenutzt. Wie kann man aber unterscheiden, ob die Hunde wirklich gerettet werden oder ob nur wirtschaftliche Interessen dahinterstecken, leider oft verbunden mit rücksichtslosen und brutalen Transport- und Unterbringungsbedingungen?
Dieser Text soll Kriterien an die Hand geben, wie seriöser Tierschutz von kommerziellem Hundehandel unterschieden werden kann.
1. Hund und Besitzer sollen gut zusammen passen
Dazu ist zunächst ein Gespräch über Lebensumstände, Wünsche und Erwartungen des zukünftigen Hundehalters zu führen. Zu klären ist, ob der eventuell schon ausgesuchte Hund diese Bedingungen auch erfüllt und eventuell auf Grund der bei der jeweiligen Rasse vorherrschenden Eigenschaften überhaupt erfüllen kann. Fragen nach den bisherigen Lebensumständen des Hundes: Hat der Hund in einer Familie gelebt? Kann er mit Katzen und anderen Hunden zusammenleben? Mag er Kinder? Kennt er städtisches Leben? Geht er jagen? Ist er stubenrein? Handelt es sich um einen Hüte- oder Jagdhund mit speziellen Arbeitsbedürfnissen?
2. Kennenlernen und überprüfen, ob es wirklich klappt
Dazu bedarf es einiger Besuchsstunden und oft mehrere Tage. Hund und neuer Besitzer sollen sich aneinander gewöhnen und überprüfen, ob sie miteinander auskommen. Ein Spaziergang zeigt, ob der Hund gewöhnt ist an der Leine zu gehen und wie er auf seine zukünftige Umwelt reagiert. Diese Besuche sollten beratend begleitet werden, da sich hierbei zeigt, ob die richtige Wahl getroffen worden war.
3. Herkunft des Hundes erfragen
Es muss klar angegeben werden, aus welchem Land der Hund stammt und ob er auf länderspezifische Krankheiten getestet wurde. Dazu sollte man sich die Unterlagen auch konkret zeigen lassen: Gesundheitszeugnis, eventuelle Behandlungsprotokolle und natürlich der Impfpass: Impfungen gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose, Tollwut und Zwingerhusten müssen eingetragen sein. Ein Welpe unter 15 Wochen kann diese Bedingungen nicht erfüllen und eine längere Reise aus dem Ausland auch nicht verkraften. Alle Hunde müssen einen Transponder (Kennzeichnung) tragen, damit eine eindeutige Zuordnung zu ihren Unterlagen gewährleistet ist.
4. Unterbringung und Zustand des Hundes
Das Tierheim oder die private Pflegestation, in der der Hund untergebracht ist, muss in gepflegtem und hygienisch einwandfreiem Zustand sein. Das sollte man sich auf jeden Fall genau ansehen. Der Pflegezustand des Hundes ist wichtig: Sind Fell und Ohren sauber, die Augen klar und die Nase trocken?
5. Abgabe des Hundes mit Bedingungen
Der Hund wird nur mit einem schriftlichen Vertrag, den beide Parteien unterzeichnen, abgegeben. Darin muss vermerkt sein, dass der Hund bei Schwierigkeiten jederzeit wieder zurückgenommen wird. Üblicherweise werden auch Besuchstermine vereinbart, um ein problemloses Zusammenleben zu überprüfen, aber auch, um eventuell mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
6. Einnahmen für den Tierschutz überprüfen
Ein Tierschutzverein kann belegen, wozu seine Einnahmen dienen. Aus seiner Jahresbilanz geht eindeutig hervor, wofür die Mittel verwendet werden. Gehen Gelder für den Tierschutz vor Ort in die Ursprungsländer zurück? Wird Tierschutz in Deutschland damit unterstützt? Das Behandeln kranker Hunde, Impfen, Transponderimplantieren (Kennzeichnen) und Kastrieren kostet natürlich Geld. Die Kosten können aber nachgewiesen werden. Danach kann man fragen. Werden ausweichende Antworten gegeben, Unterlagen nicht vorgelegt oder Vereinbarungen nicht schriftlich getroffen, ist äußerste Vorsicht geboten. Wird keine Beratung zur Eignung des Hundes oder ein Zeitraum zum Kennenlernen geboten, sind die Verkäufer nur am Verkauf des Hundes interessiert, sein Schicksal interessiert sie nicht. Die Vorinformationen, die über den Hund gegeben werden, können zutreffend sein. Bei der Erwähnung von großem Leid, unglaublichen Rettungen oder Freikauf aus Tötungsstationen sollte man jedoch eher misstrauisch sein und Nachweise verlangen. Auch wenn eventuell ein einzelner Hund aus tierschutzrelevanten Lebensumständen gerettet werden kann, so ist damit leider auch zu erwarten, dass viele Hunde mit dem geleichen Schicksal nachkommen und deren Leid allein durch die Nachfrage vorbestimmt ist. Ohne Käufer keine „Hundeware“.
Mit Informationen der Initiative wuehltischwelpen.de – Eine Initiative von VDH, Tasso, Vier Pfoten, bmt, TVT und GTVMT
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