HomeKatzenCheckliste für den Katzenkauf

Checkliste für den Katzenkauf

Eine Katze sollte man niemals spontan kaufen. Stattdessen muss die Anschaffung gut durchdacht und geplant werden. Schließlich gibt es nicht nur allerhand zu tun, bevor die Samtpfote bei Dir einzieht. Du musst für Dich auch klären, ob Du den Bedürfnissen der Katze gerecht werden und ihr ein gutes Zuhause bieten kannst.

Vor dem Kauf solltest Du darauf achten, dass die Katze gesund ist und von einem seriösen Züchter oder aus einem gut geführten Tierheim kommt. Alles Wissenswerte zum Katzenkauf findest Du in unserer Checkliste.

Allgemeine Checkliste Katzenkauf

  1. Auf der Suche nach der richtigen Katze solltest Du Dir Zeit lassen! Besuche mehrere Züchter, Verkäufer, Tierheime oder Pflegestellen und lerne die Samtpfoten in Ruhe kennen.
  2. Ein seriöser Züchter steht Dir beim Katzenkauf mit Rat und Tat zur Seite und gibt Dir bei Fragen bereitwillig Auskunft.
  3. Das Wohlergehen seiner Katzen liegt einem seriösen Züchter oder Verkäufer am Herzen. Stelle Dich deshalb auf kritische Fragen zum zukünftigen Zuhause des Stubentigers ein und antworte wahrheitsgemäß, freundlich und ausführlich.
  4. Bei einem persönlichen Besuch solltest Du die Katze gut beobachten und Dir ein Bild von ihrer aktuellen Lebenssituation sowie ihrem Umfeld machen.
Kitten spielen
Foto: pixabay.com/birgl (Symbolfoto)

Folgende Fragen solltest Du beim Besuch der Katze im Hinterkopf behalten:

  • Wie und wo werden die Katzen gehalten?
  • Wie ist der hygienische Zustand von Futterschalen und Toiletten?
  • Wirkt die Katze munter und aufgeschlossen oder eher apathisch sowie verängstigt? (Sehr schreckhaftes und extrem zurückhaltendes Verhalten solltest Du ausschließlich bei Tierheimkatzen tolerieren.)
  • Bei Kitten: Machen Muttertier und Geschwister ebenfalls einen aufgeweckten und gesunden Eindruck?
  • Wie verhalten sich die Tiere untereinander sowie Dir und dem Verkäufer gegenüber?
  • Besitzt die Katze einen Impfpass (EU-Heimtierausweis) und wenn ja, wird er Dir gezeigt beziehungsweise bei der späteren Übergabe ausgehändigt?

Zusatz-Checkliste Rassekatze

Wer sich im Vorfeld dazu entschließt, eine Rassekatze anzuschaffen, sollte beim Züchter ganz genau hinschauen. Denn leider gibt es immer wieder schwarze Schafe, die verwahrloste und/oder kranke Tiere verkaufen: Hier steht nicht das Wohlergehen der Miezen, sondern ein möglichst großer Gewinn durch den Verkauf im Vordergrund.

So erkennst Du unseriöse Züchter:

  1. Gehört der Züchter einem Rassekatzenverein an, ist dies ein erster Hinweis für seine Seriosität, jedoch keine Garantie.
  2. Bei einem seriösen Züchter wachsen die Katzen in der Wohnung oder im Haus mit Familienanschluss auf und werden auf keinen Fall in einem Zwinger, Keller oder Verschlag gehalten.
  3. Frage den Züchter, wie häufig er seine Katzen decken lässt und versuche, so herauszufinden, ob er die Wurfpausen einhält (Häufiger als einmal im Jahr sollte eine Katze nicht gedeckt werden).
  4. Kennt sich der Züchter gut mit der Rasse aus und kann Dich über Eigenheiten und rassespezifische Krankheiten aufklären? (Hierfür solltest Du Dich im Vorfeld selbst ausführlich über die jeweilige Rasse informieren; unsere Katzen-Rasseporträts können Dir dabei helfen)
  5. Ein seriöser Züchter hat sich in der Regel auf ein bis zwei Rassen spezialisiert.
  6. Von auffällig günstigen Kitten solltest Duauf jeden Fall die Finger lassen beziehungsweise beim Züchter nachfragen, wie der vergleichsweise geringe Preis (unter 400 Euro) zustande kommt.
  7. Bei Langhaarkatzen testest Du am besten, ob die Katze an Kamm oder Bürste gewöhnt wurde. So vermeidest Du lästige Routinebesuche beim Tierarzt, um Verfilzungen zu entfernen.
  8. Wer Wert auf die Anschaffung einer echten Rassekatze legt und möglicherweise auch selbst züchten möchte, sollte sich beim Kauf unbedingt die Papiere (den Stammbaum) der Katze aushändigen lassen.
  9. Die meisten Vereine führen ein Besitzerregister. Achte darauf, dass der Eintrag dort vom Züchter auf Euch geändert wird.

Checkliste für den Katzenkauf: Gesundheit

Natürlich lässt sich niemals mit Gewissheit sagen, ob die Katze wirklich hundertprozentig fit ist. Dennoch gibt es einige Indizien, die für oder gegen die Gesundheit der Samtpfote sprechen können.

Banner für die Katzen-Krankenversicherung von Deine Tierwelt Protect. neu

Folgende Aspekte solltest Du vor dem Katzenkauf bedenken und prüfen:

  1. Eine Katze sollte nie vor der zwölften Lebenswoche abgegeben werden. Danach ist sie meist auch stubenrein. Vor diesem Alter wurde die Katze in der Regel zwar entwöhnt, jedoch häufig noch nicht hinreichend sozialisiert, sodass sich später Verhaltensprobleme entwickeln können. Sofern Verkäufer und Käufer einverstanden sind, empfiehlt es sich, die Samtpfote bestenfalls sogar bis zur 14. Woche bei ihrer Familie zu lassen, da sie von Mutter und Geschwistern in dieser Zeit noch viel lernen kann.
  2. Ein Kätzchen sollte bei Abgabe mehrfach entwurmt sowie geimpft sein – mindestens gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche (im Impfpass überprüfen). Zudem lohnen sich bei erwachsenen Katzen und insbesondere Freigängern Impfungen gegen das Feline Leukämie Virus (FeLV) und Tollwut.
Die Gesundheit einer Katze kannst Du an äußeren Merkmalen überprüfen:
  • Augen: Achte darauf, dass die Augen der Katze glänzen und sauber sind (Sie dürfen auf keinen Fall nass oder gerötet sein).
  • Ohren: Die Ohren sollten sauber und frei von Belägen oder Verkrustungen (Ohrmilben) sein.
  • After: Achte hier ebenfalls auf Sauberkeit. Es sollten keine Kotreste vorhanden sein.
  • Fell: Ein glänzendes und weiches Fell ist ein wichtiges Indiz für die Gesundheit der Katze (Achtung: Das gilt nicht für alle Rassen und Farben). Es sollten keine kleinen schwarzen Krümel (Flohkot) im Fell sein.
  • Gesamterscheinung: Auffällig sichtbare und leicht zu erfühlende Rippen weisen auf eine mögliche Unterernährung der Katze hin. Der Bauch sollte nicht aufgebläht und hart sein, da dies ein Symptom für Wurmbefall sein kann.
Eine weiße Katze miaut.
Foto: unsplash.com/Elena Mozhvilo (Symbolfoto)

Checkliste Kaufvertrag / Schutzvertrag

Zur Deiner eigenen Absicherung sollte immer ein Kauf- beziehungsweise Schutzvertrag zwischen Käufer und Verkäufer geschlossen werden. Ist ein Züchter seriös, hat der Vertragsabschluss für ihn oberste Priorität.

Folgende Punkte müssen im Kaufvertrag enthalten sein:

  • Vor- und Zuname sowie Adressen des Käufers und Verkäufers
  • Personalausweisnummern beider Parteien
  • Name, Geschlecht, Rasse, Farbe, Zuchtbuchnummer (bei Hauskatzen gibt es keine solche Nummer)
  • Chip- oder Tätowierungsnummer (wenn vorhanden)
  • Impfungen, Entwurmungen
  • Datum, Ort und Unterschrift von Käufer und Verkäufer
  • Der Vertrag muss immer in zwei identischen Versionen (Achtung: vergleichen!) angefertigt sein, sodass sowohl Käufer als auch Verkäufer ein unterschriebenes Exemplar behalten können.

Der Kaufvertrag ist ein wichtiges Dokument, das Dich nicht nur vor Betrügern schützt, sondern Dir auch einen guten Anhaltspunkt für die Abwicklung des Kaufs einer Katze liefert. Damit alle Angaben stimmen, haben wir einen Mustervertrag erarbeitet, der juristisch geprüft ist und damit alle wichtigen Details für einen Tierkauf beinhaltet. Die Nutzung unseres Mustervertrags ersetzt jedoch keine rechtliche Beratung.

Hier geht’s zum Download:

Banner_Tierkaufvertrag

Weitere Tipps rund um das Thema Katzenkauf findest Du in unserem Artikel „10 Fragen zum Katzenkauf“ und der Reihe „Eine Katze kommt ins Haus“.

4 Kommentare

  1. Danke !! Es ist gut zu wissen was man alles wissen muss .! bei zugelaufenen Katzen braucht man aber auch einige Tips Grüße lenelotte

  2. Als Hobbyzüchterin (meine beiden Cooniedamen dürfen max. 1x/Jahr werfen), kann ich sagen: was hier geschrieben wird, kann ich voll und ganz unterstreichen. Ich gehe noch zwei Schritte weiter: zum Ersten bekommen meine „Zwerge“ jeweils ein „Starterpaket“ im Wert von mehr als 100€ mit (Streu, Futter, Internationaler Impfpass (kriegt frau übrigens auch nicht geschenkt etc.)) und zweitens bringe ich jedes Kitten persönlich an seinen neuen Platz (von Stuttgart nach Erfurt bis Köln, Speyer etc.) und bleibe da 2-3 Stunden. Das nicht, weil ich den neuen Dosenöffnern misstraue, sondern weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass den Kitten das den Übergang wesentlich leichter macht.

  3. Ja sehr gut, denn erzählen können die Leute viel.
    Und wenn ich mir ein Tier anschaffe dann gehe ich auch eine verbindliche Verpflichtung ein, mich um meinen tierischen Freund in guten wie in schlechten Zeiten, wenn er alt und vielleicht auch krank sein wird zu kümmern.
    Sobald sich die kleinste Kleinigkeit ändert, geben viele der erst so euphorischen Tierliebhaber gleich ihre Tiere weg.
    Für die armen Tierchen bricht dann eine Welt zusammen.
    In 15 / 20 Jahren eines Katzenlebens kann sich vieles ändern.
    Dann sollte man auch mit seinem tierischen Partner durch dick und dünn gehen.
    Und sich kümmern vom ersten bis zum letzten Tag.

    Hier in 30938 Burgwedel hat sich ein Schlangenbesitzer nacheinander 7 Katzen a 75,- €
    von der Katzenhilfe geholt und dann an seine Schlange verfüttert.
    Dann wurden sie misstrauisch und haben ihn angezeigt.
    Der Mann wurde vom Amtsgericht verurteilt.
    Die armen Katzen, darf gar nicht daran denken was sie für ein Ende hatten.
    Trotzdem schöne Grüße aus Burgwedel

  4. Sehr wichtig wäre noch der Hinweis, dass einige Züchter Ihre Katzen nur als Stubenkatze verkaufen. Ist uns jetzt schon mehrmals passiert. Und da ist es natürlich ärgerlich, wenn man sich eine Katze ausgeguckt hat und der Züchter gibt sie dann nicht raus. Dann bitte sofort hineinschreiben, dass man nur an „Haus“tierhalter verkauft. Ich persönlich finde eine Haustierhaltung als Quälerei. Wir haben seit 38 Jahren ununterbrochen Katzen und da darf man voraussetzen, dass wir etwas von Katzen verstehen.
    Hartmut

Kommentarfunktion ist geschlossen.

Neueste Artikel

Weihnachtsbaum und Katze: So vermeidest Du Gefahren

Was in Deinen Augen Deko ist, verspricht für Deine Katze Kletterabenteuer, etwas zum Anknabbern und Krallenwetzen – deshalb solltest...

Ähnliche Artikel