HomeRatgeberBitte nicht: Darum solltest Du keine Katze über TikTok kaufen

Bitte nicht: Darum solltest Du keine Katze über TikTok kaufen

Über die skrupellosen Machenschaften einiger Verkäufer auf TikTok warnt die Tierpsychologin Amely Rose in ihrem aktuellen Clip aber eindringlich und appelliert, keine Katzenbabys über TikTok zu kaufen. Warum das so ist, erfährst Du hier.

Mittlerweile ist TikTok eine der am schnellsten wachsenden Social-Media-Plattformen weltweit. Nur innerhalb eines Jahres hat TikTok rund 500 Millionen monatlich aktive Nutzer erreicht. Neben der stärker wachsenden Anzahl von gewerblichen Verkäufern mit ihren Shops finden sich jedoch auch immer mehr private Verkäufer.

Viele von ihnen nutzen die Clips, um ihre Fellnase oder Kitten bestmöglich verkaufen zu können. Gerade im Hinblick auf Welpen oder Kitten gibt es scheinbar einen riesigen Markt. Nur bei der Eingabe von zum Beispiel „Kitten zu verkaufen“ werden unzählige Filmchen angezeigt, die die süßen knuffigen Fellknäule – meistens untermalt mit peppiger Musik – zum Verkauf anbieten. Nähere Informationen zu den kleinen Fellnasen gibt es nur auf Nachfrage.

Die Tierpsychologin Amely Rose geht auf ihrem TikTok Kanal „amely_rose_official“ mit dem Verkauf von Kitten über diese Social-Media-Plattform sehr hart ins Gericht. In ihrem aktuellen Clip warnt sie eindringlich und leidenschaftlich davor, sich über TikTok ein kleines Katzen-Baby ins Haus zu holen.

„Wie auf dem Wühltisch“: Verkauf von Tieren auf TikTok verboten

Zum einen ist es auf TikTok verboten, lebende Tiere zu verkaufen, zum anderen haben viele Verkäufer nicht das notwendige Fachwissen, Rassekatzen zu verkaufen. Sie unterstellt vielen Verkäufern sogar, dass sie sich die Katzen nur deshalb paaren lassen, um dann die Kitten wie auf einem Wühltisch für wenige hundert Euro zu „verscherbeln“. Amely erinnert daran, dass solche „Vermehrer“ illegal sind, Veterinärämter gehen solchen Clips nach.

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Die Tierschützerin appelliert eindringlich, nicht aufgrund eines nur wenige Sekunden langen Clips eine Entscheidung für ein Lebewesen zu treffen, das die nächsten 20 Jahren der vierbeinige Mitbewohner sein wird. Und das, ohne die genauen gesundheitlichen Hintergründe der Fellnase zu kennen. Ohne zu wissen, ob nicht diverse Krankheiten weitergezüchtet worden sind und die kleine Samtpfote darunter ein Leben lang zu leiden hat.

Einige Verkäufer auf TikTok lügen bewusst

Schließlich stellt Amely anhand eines Beispiels eine weitere offensichtliche Skrupellosigkeit und dreiste Lüge eines Verkäufers vor. Denn in diesem TikTok-Clip werden zwei Kitten als „Britisch Kurzhaar“ angeboten, obwohl diese für jeden Katzenliebhaber eindeutig als „Scottish Fold“ erkennbar sind.

Empört erinnert Amely daran, dass die Katzenrasse „Scottish Fold“ eine Qualzucht ist, und die kleinen Vierbeiner ein Leben lang unter dem Gendefekt zu leiden haben, der unter anderem für die typischen Faltohren verantwortlich ist.

Lasse Dich nicht von süßen Videos blenden

Als letztes kritisiert Amely Rose, dass einige Verkäufer ihre Kitten bewusst schnell verkaufen wollen, obwohl sie wissen sollten, dass ein Kitten frühestens ab der zwölften Lebenswoche von der Katzen-Mama getrennt werden darf.

Mehr als 470 Kommentare zeigen, dass die Problematik dieser Verkäufe für viele empörte Nutzer ein Thema ist, sich aber nicht nur auf Kitten, sondern sich mittlerweile auch auf Hunde-Welpen ausgeweitet hat.

Kleines Kätzchen
Foto: unsplash.com/Tran Mau Tri Tam (Symbolfoto)

Rechtliche Regelungen bei Online-Verkauf von privat zu privat

Der Verkauf von lebendigen Tieren über die anonymen Welten des Internets ist zu Recht ein sensibles Thema. Denn oftmals treffen unprofessionelle, unseriöse oder sogar kriminelle Verkäufer auf unerfahrene oder vor „jetzt unbedingt haben wollen“ blinde Käufer. Es sind genau diese Verkaufssituationen, vor denen Amely Rose so eindringlich warnt. Denn nur mit dem Klicken auf „Play“ kann die Käuferin oder der Käufer auf das TikTok-Video hereinfallen und einen unüberlegten Kauf tätigen – mit schwerwiegenden Folgen.

Zurzeit gibt es für den Verkauf von Haustieren über das Internet von privat an privat „keine besonderen Regelungen bezüglich der Vorschriften des deutschen Rechts. Die kaufrechtlichen Mängelrechte können durch entsprechende vertraglichen Bestimmungen ausgeschlossen werden“, so formuliert es eine Anwaltskanzlei. Weder müssen der private Verkäufer noch der private Käufer besondere Eigenschaften besitzen oder nachweisen, um Haustiere verkaufen zu dürfen. Die Fellnasen werden ge- und behandelt wie eine x-beliebige Ware.

Kitten, kleine Kätzchen
Foto: unsplash.com/The Lucky Neko (Symbolfoto)

Was jedoch viele nicht wissen: Auch beim Online-Verkauf von Privatperson zu Privatperson greift das „Mängelrecht“. Gehört „Miezi“ daher einer anderen Rasse an als vereinbart, ist nicht gechippt oder hat keine Papiere ist sie – so seltsam das auch klingt – mangelhaft. Auch wenn bestimmte Impfungen nicht vorliegen, der Vierbeiner eine Krankheit, eine Verletzung oder einen Gendefekt hat, liegt ein „Sachmangel“ vor.

Es steht aber zu befürchten, dass kaum ein Käufer, sich darüber Gedanken macht, ob die Samtpfote auch wirklich gesund ist und alle notwendigen Impfungen und Papiere vorhanden sind. Meistens sind nach dem Anschauen des Videos die entsprechen Synapsen im Gehirn schon zu sehr auf „oh – wie niedlich, die will ich haben“ eingestellt.

Grafik: DeineTierwelt.de

Worauf musst Du beim Online-Kauf einer Fellnase achten?

Zuerst einmal solltest Du Dich vorher intensiv mit Deinem neuen vierbeinigen Mitbewohner beschäftigen. Denn nur so wirst Du als Käufer misstrauisch, wenn zum Beispiel die Haltungsbedingungen vor Ort, das Abgabealter oder der Preis nicht stimmen. Besondere Vorsicht gilt, wenn vorgeschriebene Impfungen oder auch Herkunftsnachweise fehlen. Damit die Verkäufer eben nicht anonym bleiben, hat der Tiermarkt von DeineTierwelt kürzlich das Online-Ident-Verfahren auch auf Katzen ausgeweitet.

Kein Kauf sollte stattfinden, ohne dass Du den Verkäufer und die Fellnase vorher kennengelernt hast. So kannst Du Dir in Ruhe die Haltung vor Ort anschauen und prüfen, ob die Vierbeiner artgerecht untergebracht und augenscheinlich gesund sind. Möchtest Du Dir ein Jungtier ins Hause holen, lasse Dir auch die Elterntiere zeigen. Seriöse Verkäufer bieten solche Besuchstermine gerne an. Denn auch sie möchten wissen, ob ihre kleine Samtpfote beim neuen Besitzer in guten Händen ist.

Kitten, junges Katzenbaby
Foto: unsplash.com/The Lucky Neko (Symbolfoto)

Aber Vorsicht, „PETA“ warnt: „In manchen Fällen wird bei Verkäufen in der Wohnung einfach ein anderes Tier präsentiert, das als vermeintliches Muttertier herhalten sollen, um einen vermeintlich seriösen Eindruck zu vermitteln.“ Schaue deshalb ganz genau hin, ob es Ungereimtheiten oder widersprüchliche Angaben gibt.

Achte auf Red-Flags: Ungeduldige Verkäufer sind ein No-Go

Nimm Abstand von Angeboten, die nur wenige oder sehr oberflächliche Informationen enthalten. Lass außerdem die Finger von Angeboten, in denen die Fellnasen zu jung oder überraschend günstig angeboten werden oder ganz schnell und dringend abgegeben müssen. Denn dann könntest Du mit illegalem Katzenhandel konfrontiert sein.

Weitere Ausreden für die dringende Abgabe sind laut der Tierrechtsorganisation oft, dass die Katzenmutter überfahren worden sei oder jemand aus der Halterfamilie überraschend eine Allergie entwickelt habe. Natürlich kann beides in manchen Fällen stimmen. Ein Verkäufer sollte aber dennoch keinen Druck auf den Käufer ausüben, um seine Tiere loszuwerden. Meide zudem von Anfang an Angebote über Wildfänge oder Qualzuchten.

Kitten, kleines Kätzchen
Foto: unsplash.com/The Lucky Neko (Symbolfoto)

Finger weg von Qualzuchten und Parkplatzkäufen

Hast Du Dich für einen neuen vierbeinigen Mitbewohner entschieden, hole ihn direkt vom Verkäufer ab. Kein vertrauenswürdiger Verkäufer gibt seinen kleinen tierischen Liebling aus dem Kofferraum seines Autos, aus Pappschachteln oder an dunklen Parkplätzen ab.

Lass zudem die Finger von Angeboten, in denen kleine Fellnasen in kurzen Videoclips angepriesen werden. Amely Rose hat in ihrem Video eindringlich auf die Gefahren beim Kauf über Plattformen wie zum Beispiel TikTok hingewiesen.

So entdeckst Du seriöse Verkäufer

Achte bei Angeboten immer darauf, dass zumindest die Identität der Verkäufers geprüft und verifiziert ist. Dazu muss sich der Anbieter über seine Kontonummer oder Postadresse identifizieren. Für professionelle Züchter gibt es weitere Prüfungsmerkmale. So zum Beispiel das Vorhandensein der Erlaubnis zur Tiervermittlung nach § 11 des Deutschen Tierschutzgesetzes.

Eine verlässliche Alternative zum Online-Kauf einer Fellnase sind die lokalen Tierschutzvereine oder Tierheime. Dort erhältst Du vorab viele Informationen zu Vorgeschichte, Charakter und Gesundheitszustand Deines zukünftigen, vierbeinigen Mitbewohners und kannst den kleinen Vierbeiner kennenlernen. Eine gute Basis für ein lebenslanges und glückliches Zusammenleben.

Schon gewusst? – Im Tiermarkt von DeineTierwelt inserieren auch Tierheime und Tierschutzvereine, um ihre Schützlinge zu vermitteln. Anhand des Siegels „Tierschutz” können Nutzerinnen und Nutzer der Plattform erkennen, welche Anbieterinnen und Anbieter ausgewiesene Tierschützer sind.

Hinweis in eigener Sache: Das DeineTierwelt-Magazin ist ein Angebot des Unternehmens DeineTierwelt, das selbst eine Online-Plattform zur Vermittlung von Haustieren betreibt. Die Redaktion arbeitet unabhängig davon nach rein journalistischen Standards. Was DeineTierwelt gegen den illegalen Welpenhandel unternimmt, kannst Du unter anderem hier nachlesen.

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