Giftige Pflanzen, Insekten, deren Stiche allergische Schocks auslösen können, Menschen, die Gift streuen und natürlich die leidigen Zecken: Der Frühling birgt einige Gefahren für unsere Haustiere, an die wir vielleicht nicht immer direkt denken. Deswegen gilt: Vorsicht auf der Gassi-Runde – auch, wenn es draußen endlich warm ist.
Bärlauch: Die duftende Gefahr im Wald
Kaum steigen die Temperaturen, weht ein Hauch von Knoblauch durch die Wälder: Der Bärlauch wächst wieder. Doch während wir Zweibeiner das Kraut ganz ohne Mundgeruch als Pesto oder im Salat essen können, ist es für Hunde giftig.
Bärlauch zerstöre die roten Blutkörperchen und führe damit zu Blutarmut, warnt Tina Hölscher, Tierärztin von der Tierschutzorganisation „Aktion Tier“. Das liege an der Wirkung des Giftstoffes Methylcystein-Sulfoxid, der sich in den Blättern befindet.

Erste Symptome einer Bärlauch-Vergiftung sind Schleimhautreizungen, später kommen Durchfall und Erbrechen dazu. Besonders tückisch: Ein Gegengift gibt es nicht. Der Tierarzt kann nur versuchen, den Kreislauf des Tieres mit Infusionen zu stabilisieren. Im schlimmsten Fall wird eine Bluttransfusion erforderlich, die die kaputten roten Blutkörperchen ersetzt.
Schneckenkorn: Riecht süß, ist aber tödlich
Kaum scheint die Sonne wieder, beginnt in deutschen Wohngebieten der Wettkampf um den gepflegtesten Vorgarten. Schnecken kann dabei keiner brauchen. Deshalb greifen viele Gartenfreunde auf Schneckenkorn und andere Insektizide zurück, um sich der Weichtiere zu entledigen.
Die blauen Körner töten aber nicht nur Schnecken – sie stellen auch für alle anderen Tiere, die sie fressen, eine Lebensgefahr dar. Gerade Hunde fressen Schneckenkorn gerne, da es süßlich riecht.

Hunde, die das Schneckengift gefressen haben, zeigen Symptome wie Speicheln, Erbrechen, Muskelkrämpfe und Zittern – oft schon nach etwa einer Stunde. Dann heißt es: ab zum Tierarzt. Je schneller Du den Arzt aufsuchst, desto eher kann er Deinem Hund helfen. Außerdem solltest Du bei Spaziergängen besonders auf verdächtige Körner achten. Und Gartenbesitzer sollten sich fragen, ob sie Schnecken und Raupen wirklich mit Gift bekämpfen wollen.
Buntzecke: Alle Jahre wieder…
Wenn Du schon länger ein Haustier hast, bist Du mit dem Problem bestimmt bestens vertraut. Kaum streift die Katze durchs hohe Gras, kaum schnüffelt der Hund im Stadtwald, schon befallen die fiesen Blutsauger die Tiere.
Gerade die Buntzecke, auch als Auwaldzecke bekannt, breitet sich rasant in Deutschland aus. Die Parasiten sind nicht nur ekelhaft, sie können auch die tödliche Krankheit Babesiose übertragen, die die roten Blutkörperchen zerstört. Deshalb braucht Dein Vierbeiner dringend einen wirksamen Zecken-Schutz.

Aber auch hier musst Du die Augen aufhalten: Arzneimittel mit dem Wirkstoff Permethrin sind nicht für alle Haustiere geeignet. Während Hunde die Mittel gut vertragen, können bei Katzen schwere Vergiftungen auftreten, die sogar tödlich enden können, warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Katzen fehlt nämlich das Enzym, um den Wirkstoff abzubauen. Die Folge: Krämpfe, Lähmungserscheinungen, erhöhter Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall und Atembeschwerden.
Bienen und Wespen: Allergiker müssen im Frühling aufpassen
Angrillen, im Park ein Bierchen trinken oder ein Eis essen – herrlich. Wären da nicht Bienen und Wespen, die einen dabei – vom Duft angelockt – immer umschwärmen und auf dem Essen herumkrabbeln.
Während wir Zweibeiner darauf achten können, dass uns keine Wespe in die Limoflasche klettert, sind die Insekten gerade für unsere Hunde ziemlich gefährlich. Denn sobald ein Stückchen Fleisch vom Grill fällt, sind sowohl die Fellnase als auch die Wespen zur Stelle. Wenn der Hund dann nach dem Fleischstück schnappt, kann er schnell gestochen werden.

In den meisten Fällen trägt Dein Vierbeiner „nur“ eine schmerzhafte Schwellung davon. Wird er aber in den Rachen gestochen, kann die Schwellung die Atmung behindern. Besonders gefährlich sind Bienen- und Wespenstiche für allergische Hunde.
Die Symptome: juckender Hautausschlag und Schwellungen, Bauchschmerzen mit Erbrechen und Durchfall, Kreislaufschwäche bis hin zum Kollaps, Atembeschwerden, eine bläuliche Verfärbung der Schleimhäute und Krämpfe. Im schlimmsten Fall verliert Dein Hund sogar das Bewusstsein.
„Beim Verdacht auf eine allergische Reaktion oder einen Stich in den Rachenraum muss sofort der tierärztliche Notdienst kontaktiert werden, denn es kann sich ein lebensbedrohlicher Zustand entwickeln“, warnt Susanne Werner, Tierärztin von den „Uelzener Versicherungen“.

Wenn der Stachel noch in der Haut steckt, muss Du ihn entfernen. Danach solltest Du die Stichstelle sofort zehn bis 15 Minuten kühlen, um die Schwellung und den Schmerz zu lindern. Das geht am besten mit in Tüchern eingewickelten Cool Packs oder Eiswürfeln.
Wenn Du Deinen Hund also mit zum Grillen oder zum Picknick mitnimmst, solltest Du immer darauf achten, dass er Wespen und Bienen nicht zu nah kommt. Wenn Du einen Allergiker-Hund hast, bietet es sich an, ein Notfallset mit den entsprechenden Medikamenten, die Dir Dein Tierarzt verschreiben kann, mit auf die Gassi-Runde zu nehmen.



