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Australien: Empörung über Kleidung aus Katzenfell

In Australien wurden Westen für Kinder mit echtem Katzenfell verkauft – als „Schafwolle“ deklariert. Auch Mützen aus Hunde- und Fuchsfell wurden entdeckt. Der Skandal ruft Tierschützer auf den Plan, die ein umfassendes Verkaufsverbot fordern.

Ein Skandal um falsch deklarierte Modeartikel erschüttert Australien: In Victoria wurden Kleidungsstücke mit echtem Katzen- und Hundefell verkauft. Deklariert waren sie jedoch als Schafswolle oder Kunstfasern.

Der Fund sorgt nicht nur bei Tierfreunden für Entsetzen. Laut einer Untersuchung durch eine Tierrechtsorganisation wurde etwa eine Kinderweste angeboten, die aus Hauskatzen- und Kaninchenfell bestand. Auf dem Etikett jedoch stand: „100 Prozent australische Schafswolle“.

Westen aus Katzenfell verkauft

Und es ist kein Einzelfall: Auch zwei Mützen mit Pompons, verkauft auf einem Markt im Zentrum von Melbourne, waren falsch etikettiert. Obwohl sie als „100 Prozent Acryl“ ausgewiesen waren, ergaben Tests, dass es sich um Fell von Fuchs und Marderhund handelte. Unabhängige Analysen, etwa durch das britische Faseranalyselabor „Microtex“, bestätigten die Funde, berichtet der „Independent“.

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Die Ergebnisse werfen Fragen zur Kontrolle von Herkunftsangaben und zur Einhaltung geltender Gesetze auf – und wecken Zweifel an der Transparenz innerhalb der Modebranche. Tierschützende fordern einmal mehr ein grundsätzliches Verkaufsverbot für Pelzprodukte in Australien. Die Tierrechtspartei „AJP“ drängt auf gesetzliche Konsequenzen – auch im Einklang mit der öffentlichen Meinung, die Tierpelz zunehmend ablehnt.

Regierung in der Kritik

Es sei an der Zeit, mit eindeutigen Regelungen zu handeln – so wie es bereits in anderen Ländern umgesetzt werde. Obwohl Australien bereits 2004 den Import und Export von Katzen- und Hundefellen verboten hatte, zeigt sich nun, dass die Kontrolle der Produktkennzeichnung nach wie vor lückenhaft ist. Schon 2020 hatte eine Untersuchung ergeben, dass etliche getesteten Pelzartikel falsch beschriftet waren. Hersteller und Verkäufer kamen damals mit Verwarnungen davon.

Jetzt werfen Tierschutzorganisationen der Regierung vor, zu wenig unternommen zu haben, um Verbraucher zu schützen und Tierleid konsequent zu unterbinden. Der Ruf nach einem Verkaufsstopp wird lauter. Das betroffene Modelabel „Suttons UGG“ mit Filialen in Sydney und Melbourne räumte inzwischen ein, dass die Kennzeichnung der Kinderweste falsch gewesen sei.

Tierschützer fordern Fell-Verbot

Man sei von der Herstellungsfirma darüber informiert worden, dass es sich um eine „besondere Art Fell“ handele. Ob dieses Fell tatsächlich von Katzen stamme, könne man aber nicht mit hundertprozentiger Sicherheit bestätigen, hieß es in einer Stellungnahme. Diese Aussage sorgt für zusätzliche Empörung und wird von Tierschützern als ausweichend kritisiert.

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Für viele Australier ist die Vorstellung kaum zu ertragen, unbewusst Kleidung aus Hauskatzenfell zu kaufen – womöglich, während eine eigene Katze zu Hause auf dem Sofa liegt. Der Vertrauensbruch ist groß und die Empörung spürbar.

Emma Hakansson von der NGO „Collective Fashion Justice“ brachte es sinngemäß auf den Punkt: Der Gedanke, solch ein Produkt versehentlich zu erwerben, sei für viele nicht nur unvorstellbar, sondern moralisch erschütternd.

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