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Artenschutz – Was kann jeder tun?

Die Vielfalt an Pflanzen und Tierarten bewahren und den Artenschwund stoppen: Das bedeutet Artenschutz. Er wird immer wichtiger! Denn durch den Klimawandel, Zersiedelung und intensive Landwirtschaft werden Lebensräume zerstört. Viele Tierarten werden außerdem durch Wilderei und illegalen Handel bedroht.

Und mit der stetig steigenden Population der Menschen schreitet das Artensterben voran. Vom Aussterben bedroht sind aktuell über 31.000 Arten. Darunter sind auch Tiere, die in Deutschland bzw. Europa leben. Das Artensterben wird früher oder später selbst uns Menschen stark betreffen. Da stellt sich natürlich die wichtige Frage: Was kann jeder Einzelne eigentlich für den Artenschutz tun? Wichtig ist, sich zu informieren und dann selbst aktiv zu werden. Hier kannst Du Dich umfassend online zum Thema Artenschutz informieren.

Inhaltsübersicht

Artenschutz – was heißt das eigentlich?
Welche Ursachen für das Artensterben gibt es?
Wie können wir das Artensterben stoppen?
Was kann jeder Einzelne für den Artenschutz tun?

Artenschutz – was heißt das eigentlich?

Derzeit sind laut der Roten Liste gefährdeter Arten über 31.000 Arten vom Aussterben bedroht, also etwa 27 Prozent aller bekannten Spezies! Der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) hat diese Liste 1962 veröffentlicht und seitdem regelmäßig erweitert. Hier sind alle aussterbenden Tier- und Pflanzenarten dokumentiert.

Artenschutz heißt aber nicht nur, dass wir diese bedrohten Tierarten schützen müssen, sondern auch deren Lebensräume. Damit sichern wir das Überleben der Tiere, des Menschen und können unsere wunderschöne Welt so erhalten, wie sie ist. 

SKRIPT PODCAST ARTENSCHUTZ

Übrigens: Es ist nicht das erste Mal, dass etliche Arten vom Aussterben bedroht sind. Das letzte Mal passierte dies vor rund 65 Millionen Jahren, als unter anderem die Dinosaurier ausstarben. Und auch das Artensterben durch menschliches Handeln ist nicht so neu, wie Du vielleicht vermutest. Es begann schon im 17. Jahrhundert, schreitet heutzutage allerdings viel schneller und drastischer voran.

Welche Ursachen für das Artensterben gibt es?

Wer sich für den Natur- und Artenschutz einsetzen möchte, sollte erst einmal die Gründe für das Artensterben kennen. Es gibt viele verschiedene und sie sind leider meist vom Menschen gemacht.

Zerstörung von natürlichen Lebensräumen

Die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen der Tiere ist wohl die Hauptursache für das Artensterben. Wälder werden ohne Rücksicht auf Verluste abgeholzt, ohne an Nachhaltigkeit zu denken. Betroffene Tiere finden meist nur noch wenig Nahrung oder pflanzen sich nicht mehr fort, weil sie ihre Jungen nicht ernähren könnten.

Grüner Papagei im Regenwald.

Einführung fremder Pflanzen- und Tierarten

Nichtheimische Tiere und Pflanzen können große Teile von Flora und Fauna zerstören. Menschen siedelten gebietsfremde Arten in ihrer Heimat an und glaubten, sie täten der Flora und Fauna gut. Doch leider war das nicht immer der Fall. Denn invasive Arten wie der nordamerikanische Waschbär oder die Königskrabbe haben in den betroffenen Gebieten meistens keine natürlichen Feinde, breiten sich immer weiter aus und verdrängen heimische Arten.

Umweltverschmutzung, Krankheiten und Ausbeutung

Menschen nehmen von der Natur, ohne an den Artenschutz zu denken und für Ersatz zu sorgen. Viele schmeißen ihren Müll einfach auf den Boden, wissen aber nicht, was das für die Umwelt bedeutet. Eine Plastikflasche beispielsweise braucht bis zu 500 Jahre, bis sie verrottet ist.

Neuesten Vermutungen zufolge kann Plastik niemals komplett abgebaut werden, sondern zerfällt nur in kleinste Teile. Gelangt das Plastik in den Körper eines Tieres, kann es dort Schaden anrichten. Durch fehlende Lebensräume leben außerdem immer mehr Tiere auf engstem Raum. Das hat zur Folge, dass sich Krankheiten viel schneller verbreiten. Eine weitere Ursache für das Artensterben.

Klimawandel

Das Klima verändert sich rasant. Viele Tiere können sich den neuen Bedingungen nicht so gut und schnell anpassen. Natur- und Artenschutz bedeutet also auch, den Klimawandel einzudämmen.

Mit welchen Lösungen können wir das Artensterben stoppen?

Der Mensch ist für das große Artensterben verantwortlich. Nur er kann es beenden. Deshalb müssen wir anfangen, nachhaltiger zu denken. Wir müssen mehr aufklären und schon die Kleinsten über dieses Thema informieren. Es müssen härtere und konkretere Maßnahmen gegen Artensterben durchgesetzt werden. Regelmäßige Kontrollen, vor allem bei schon einmal auffällig gewordenen Bezirken, sind dringend notwendig.

Elfenbein-Handel boomt

Die Übernutzung und der Handel mit Tieren und Pflanzen muss aufhören, ebenso wie illegale Wildereien. Um diese Wildereien und illegale Rodungen zu stoppen, braucht es härtere Gesetze sowie Strafen, die auch durchgesetzt werden müssen. Es ist wichtig, Arten außerhalb von Schutzgebieten zu erhalten und zu schützen.

Weltartenschutz-Tag

Um auf die Reduzierung der Artenvielfalt aufmerksam zu machen, gibt es den internationalen Tag des Artenschutzes. Er findet jährlich am 3. März statt – dem Jahrestag, an dem das Washingtoner Artenschutzabkommen unterzeichnet wurde. Es gibt dann viele Veranstaltungen und Aktionen, um zu betonen, wie wichtig der Schutz aussterbender Tieren und Pflanzen ist.

Artenschutz in Deutschland

In Deutschland sind ein Drittel der Tier- und Pflanzen in ihrem Bestand bedroht. Bei Wirbeltieren sind es sogar zwei Drittel. Deutschland hat sich daher verpflichtet, das Artensterben zu stoppen. Das Artenschutzrecht ist ein zentraler Bestandteil des Bundesnaturschutzgesetzes. § 44 Abs. 1 BNatSchG behandelt unter anderem Zugriffsverbote auf besonders geschützte Tierarten:

  • Ihnen darf nicht nachgestellt werden, sie dürfen nicht verletzt oder sogar getötet werden.
  • Ihre Fortpflanzungs- und Ruheorte dürfen nicht beschädigt werden.
  • Besonders geschützte Tiere dürfen nicht besessen oder vermarktet werden.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) arbeitet daran, Regelungen des Artenschutzes zu betreuen und weiterzuentwickeln. Es pflegt zudem eine Datenbank – das Wissenschaftliche Informationssystem zum Internationalen Artenschutz (WISIA). Darin sind die nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützten Tier- und Pflanzenarten aufgelistet. Du findest bei WISIA online außerdem Informationen zum Schutzstatus nach den in Deutschland geltenden Regeln.

Es ist aber noch ein weiter Weg, bis das Artensterben wirklich verhindert werden kann. Aktionen wie das bayerische Volksbegehren Artenvielfalt oder der Weltartenschutz-Tag können helfen und Aufmerksamkeit schaffen. Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V. arbeitet ebenfalls unermüdlich daran, bedrohte, wildlebende Tiere und ihre Lebensräume zu schützen. Die Organisation agiert international und führt Projekte mit deutschen bzw. lokalen Naturschutzorganisationen durch.

Bedrohte Arten: Wisent

Sie setzt sich unter anderem gegen illegalen Handel ein und versucht, die Bedeutung und Gefährdung tropischer Lebensräume ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und beispielsweise den Lebensraum des Aras zu schützen. Dazu führt er Artenschutzprojekte vor Ort durch, organisiert aber auch lokale und bundesweite Umweltbildungsmaßnahmen

Was kann jeder Einzelne für den Artenschutz tun?

Du möchtest Dich engagieren bzw. Deinen Teil beitragen? Achte beim Einkaufen auf verschiedene Siegel. Die Produkte sind möglicherweise etwas teurer – Du kannst Dir aber sicher sein, dass drin ist, was draufsteht. Hier einige Beispiele:

  • FSC – Forest Stewardship Council

Holz und Papier mit diesem Siegel stammen definitiv nicht aus dem Raubbau. FSC fördert die soziale und umweltverträgliche Waldwirtschaft. Die Bäume werden zwar trotzdem gefällt, jedoch wird darauf geachtet, dass noch genug Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten erhalten bleibt.

  • MSC – Marine Stewardship Council

Das MSC-Siegel steht dafür, dass der Meeresbestand an Fischen oder Krebstieren nicht durch Überfischung bedroht ist. Die Durchführung von regelmäßigen strengen Kontrollen garantiert dies. Fischereien müssen außerdem einige Tests bestehen, bevor sie das Siegel tragen dürfen. Die Fischer dürfen nur bestimmtes Equipment zum Fischen benutzen und für viele Fischarten wird einmal im Jahr eine Schonzeit eingeführt, damit sich der Bestand regenerieren kann.

Weitere Siegel und deren Bedeutung findest Du in dieser Siegel-Übersicht.

Keine tierischen Souvenirs

Nimm im Sinne des Artenschutzes bitte keine (illegalen) tierischen Mitbringsel aus dem Urlaub mit. Dazu gehören:

  • lebende Tiere
  • Korallen, Schwämme oder Seeigel
  • Schnitzereien aus Hörnern, Zäunen oder Knochen bedrohter Arten
  • Schnitzereien aus geschützten und seltenen Tropenhölzern OHNE FSC–Siegel
  • Felle von bedrohten Tierarten
  • Wolle der Tibetantilopen (Shahtoosh) bzw. Schals und Tücher daraus
  • Medizin aus Tierprodukten
  • Federn von Wildvögeln
  • Produkte aus Schildkrötenpanzern

Dadurch werden nämlich illegale Wildereien und in der Folge auch das Artensterben unterstützt. Außerdem ist es meist verboten, solche tierischen Souvenirs mitzubringen. An Flughäfen werden verschärft Kontrollen durchgeführt. Dafür gibt es sogar extra ausgebildete Spürhunde, die Koffer nach Tieren oder bestimmten tierischen Produkten absuchen. Wer mit illegalen Mitbringseln aus dem Urlaub erwischt wird, muss mit einer Strafe rechnen.

Im Alltag

Du möchtest in Deinem Alltag zum Artenschutz beitragen? Dann achte auf Deinen ökologischen Fußabdruck. Wirf Müll nicht auf den Boden, sondern in den Mülleimer, damit er nicht in die Umwelt gelangt. Lass öfter mal das Auto stehen und steige auf Dein Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel um.

Nimm zum Einkaufen eine wiederverwendbare Tasche mit, anstatt Dir immer wieder neue aus Plastik zu kaufen. Geh raus in die Natur und sieh Dir den Lebensraum an, den es zu schützen gilt. Denn wenn die Menschheit nicht langsam aufwacht und etwas unternimmt, dauert es nicht mehr lange, bis die Natur so, wie wir sie kennen, nicht mehr existiert.

2 Kommentare

  1. Genau richtig, was ich da gerade gelesen habe, sehr interessant!!! Und wichtig natürlich auch!! Viele Menschen, die man täglich so beobachtet, lassen den Motor ihres Autos im Stand laufen, ohne daß die Motorkraft in solchen Momenten überhaupt gebraucht wird, oder sie werfen Müll aus dem Auto…
    Viele lassen auch die Lampen im oder am Haus leuchten ( bei Tageslicht sogar ! ) und vieles, vieles mehr.. Wann hört das endlich auf? Einstein sagte einmal: „Es gibt zwei Dinge, die unendlich sind: die Dummheit der Menschen und die Ausdehnung des Universums, beim Universum bin ich mir da noch nicht so sicher“

  2. Das MSC Siegel ist keine Garantie dafür dass die Meere nicht überfischt werden. Verweis auf Dokumentation „Seaspiracy“

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