HomeHunderassenAmerican Bulldog: Starker Vierbeiner mit sanftem Charakter

American Bulldog: Starker Vierbeiner mit sanftem Charakter

Mit seiner kräftigen Statur täuscht die amerikanische Bulldogge leider oft über ihren sanftmütigen Charakter hinweg. Denn ihre Optik trügt. Die als Kampfhunde verschrienen Tiere sind eigentlich freundlich und haben ein weiches Wesen. Sie sind treue Gefährten und eignen sich als Familienhunde. Grundlage dafür sind jedoch eine gelungene Sozialisation und Erziehung. Wie das gelingt und was den American Bulldog sonst noch ausmacht, das erfährst Du in diesem Rasseportrait:

Farmwächter, Kämpfer und Familienhund – die Geschichte der Bullys

Gemeinsam mit den ersten britischen Siedlern gelangten Bulldoggen nach Amerika. Diese hatten jedoch noch eine andere Optik als heute. Sie kreuzten sich im Laufe der Zeit mit anderen Rassen. So entstand der American Bulldog. Die muskulösen, starken Tiere wurden in der Regel vor allem als Farmhunde eingesetzt. Dabei hatten sie die Aufgabe, Hof und Vieh vor ungewünschten Eindringlingen zu schützen – zum Beispiel vor Wildtieren oder Räubern.

Kennzeichnend für diese Tiere war vor allem der ausgeprägte Vorbiss. Dieser machte es den Hunden möglich, Bullen auf Viehmärkten zu bewachen, indem sie diese auf den Boden drückten. Dabei konnten sie dennoch problemlos atmen. Zudem eigneten sich die Vierbeiner ideal zum Treiben von Viehherden und zur Abwehr von Raubtieren. Außerdem bewährten sich die Bulldoggen auch bei der Jagd als gute Begleiter. Aufgrund seiner kräftigen Statur wurde der American Bulldog zudem als Kampfhund für Hund- und Tierkämpfe eingesetzt. Diese Veranstaltungen sind heute glücklicherweise in den meisten Ländern verboten und somit illegal.

Jedoch werden die Tiere auch heute noch mit dieser Vergangenheit verbunden und genießen deshalb oftmals keinen besonders guten Ruf. Zudem sind diese Hunde heute weder beim europäischen FCI noch beim American Kennel Club, der größte amerikanische Dachverband der Hundezüchter, als eigene Rasse anerkannt. Lediglich der United Kennel Club führt den American Bulldog seit 1999 als eigenständige Rasse.

Harte Schale, weicher Kern?

Der American Bulldog ist sehr auf seine Bezugsperson fixiert und beschützt sein zweibeiniges Rudel. Zu diesem ist er freundlich und ihm gegenüber umgänglich. Zu Fremden ist er hingegen skeptisch und akzeptiert diese nur, wenn seine Familie sie willkommen heißt. Da diese Tiere sehr territorial veranlagt sind, akzeptieren sie andere Hunde in ihrem Territorium nur dann, wenn die bereits sehr früh und intensiv sozialisiert wurden. Insbesondere mit gleichgeschlechtlichen Artgenossen versteht der American Bulldog sich nur sehr schlecht und geht mit diesen auf Konfrontationskurs.

Amerikanische Bulldogge
Foto: pixabay.com/rzierik (Symbolbild)

Um den Vierbeiner auszulasten und zu beschäftigen, ist sehr viel Bewegung unerlässlich – am besten in der Natur. Grundsätzlichen können die Charaktere der American Bulldoggen sehr unterschiedlich sein. Das A und O für jeden Besitzer ist allerdings eine liebevolle, aber sehr konsequente Erziehung sowie Sozialisation. Denn wird die Prägungsphase vernachlässigt, sind die Tiere falsch erzogen oder gar speziell für Kämpfe gezüchtet, so stellen sie mit ihrer Kraft eine Gefahr dar. Gut sozialisierte Tiere lieben hingegen ihre Familie bereichern Dein Zuhause mit ihrem freundlichen, liebevollen Wesen.

So gelingt die Erziehung des American Bulldog

Fest steht – die Haltung der amerikanischen Bulldogge ist nichts für Anfänger. Vielmehr gehört sie in die Hand von Kennern, die ihr eine konsequente und liebevolle Erziehung bieten können. Denn die Tiere sind selbstbewusst und eigenständig. Gleichzeitig sind sie sanftmütig und freundlich. Als Besitzer sollte man sich ihrer Kraft bewusst sein und diese Vierbeiner verantwortungsvoll halten. Bereits American Bulldog Welpen benötigen eine konsequente Führung durch einen souveränen Halter. Denn haben die Tiere die Möglichkeit, selbst die Initiative zu ergreifen, kann das fatale Folgen haben.

Bei der Erziehung der Amerikanischen Bulldogge Welpen ist vor allem Härte fehl am Platz. Vielmehr solltest Du die Bindung zwischen Dir und Deiner Fellnase mit liebevoller Konsequenz stärken. Erkennt der Vierbeiner Schwäche, so wird er sie direkt ausnutzen. Auch eine möglichst frühzeitige Sozialisation gegenüber anderen Hunden ist unverzichtbar, um mögliche spätere Auseinandersetzungen mit anderen Tieren zu vermeiden. Unerlässlich ist es, gemeinsam mit Deinem treuen Begleiter eine gute Hundeschule aufzusuchen. In dieser kommt er bereits im Welpen-Alter mit anderen Hunden in Kontakt.

Amerikanische Bulldogge
Foto: pexels.com/donadie (Symbolbild)

Doch nicht nur junge Tiere benötigen viel Aufmerksamkeit. Auch wenn Dein Liebling bereits erwachsen ist, musst Du Dich ausgiebig mit ihm beschäftigen. Denn nur so sorgst Du dafür, dass er angemessen ausgelastet ist. Grundsätzlich musst Du jedoch aufgrund des Wesens des American Bulldogs damit rechnen, dass er Kissen zerbeißt, lautstark bellt und Fremden gegenüber misstrauisch ist. Denn selbst die beste Erziehung wird ihn nicht davon abhalten.

Hundesportarten machen den Bullys Freude

Damit Dein Hund ausgeglichen ist, benötigt er viel Bewegung und Beschäftigung. Spazierengehen reicht dafür alleine in der Regel nicht aus. Deshalb solltest Du zudem eine geeignete Hundesportart für euch finden. Sinnvoll ist zum Beispiel Agility. Doch auch als Jogginggefährte oder als Begleiter beim Fahrradfahren macht der American Bulldog eine gute Figur. Zudem macht ihm Fährtensuche viel Spaß.

Die richtige Pflege ist wichtig für das Wohlbefinden

Grundsätzlich sind die Tiere nicht sehr pflegeintensiv. Wichtig ist jedoch das regelmäßige Ausbürsten – zum Beispiel mit einer Bürste oder Noppenhandschuhen. So entfernst Du abgestorbene Haare und regst die Durchblutung an. Dadurch bleibt das Fell Deines tierischen Lieblings weich, geschmeidig und glänzend. Zudem stärkst Du durch dieses Pflegeritual die Bindung zu Deinem Vierbeiner.

Waschen solltest Du ihn hingegen nur dann, wenn sein Fell wirklich verschmutzt ist. Dafür eignet sich ein mildes Shampoo am besten. Zudem solltest Du Augen, Ohren und Mund von Zeit zu Zeit kontrollieren. Fallen Dir Veränderungen auf, solltest Du einen Tierarzt aufsuchen. Zudem empfiehlt es sich, Augen und Ohren regelmäßig reinigen. Denn aufgrund ihrer Kopfform und der Schlappohren kommt es zu vermehrtem Tränenfluss und der Anfälligkeit für Ohrenentzündungen.

Kräftig und muskulös – das Aussehen des American Bulldogs

Diese Hunderasse verfügt über eine bullige Optik. Insbesondere Rüden beeindrucken mit ihrer Größe und ihrem Gewicht. Sie haben eine Widerristhöhe von 58 bis 71 Zentimetern und können zwischen 32 und 70 Kilogramm wiegen. Die Farbe des Fells kann variieren:

  • Weiß
  • Falb
  • Braun
  • Rot gescheckt
  • Creme
  • Gestromt

Insgesamt sind die Vierbeiner mittelgroß und stämmig.

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