1. Stumpfes Fell nach Kastration
Eine in der Fachliteratur beschriebene Nebenwirkung einer Kastration ist die Veränderung der Fellstruktur. Hatte Dein Hund vor der Kastration ein seidiges und glänzendes Fell, das ohne eine weitere Veränderung nach der Kastration stumpfer und struppiger wurde? Dann kann die hormonelle Umstellung für die Fellveränderung gesorgt haben.
2. Dein Hund hat ein hormonelles Problem
Außerdem können eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreoidismus) oder eine Überfunktion der Nebennieren (Morbus Cushing) zu Veränderungen der Haut und des Fells führen. Bei beiden Erkrankungen werden die Tiere zusätzlich meist lethargisch und dicker, obwohl das Futter gleich bleibt. Zur Diagnose sind verschiedene Bluttests notwendig. Beide Krankheiten können durch Medikamente gut behandelt werden.
Bei unkastrierten Hündinnen und Rüden können auch Zysten der Ovarien oder Hodentumore dazu führen, dass das Fell stumpf wird und ausfällt (Hyperöstrogenismus). Eine Veränderung der Keimdrüsen kann Dein Tierarzt im Ultraschall feststellen. Als Therapie wird eine Kastration empfohlen.
3. Dein Hund hat eine Allergie
Juckreiz, Haarausfall und stumpfes Fell können auch Anzeichen für eine Allergie sein. Zum Glück gibt es mittlerweile spezialisierte Tierärzte, die sich mit der Diagnose und dem Management von Allergikern sehr gut auskennen. Zunächst wird in der Regel eine Parasitenbehandlung und eine Ausschlussdiät durchgeführt. Bringt dies keine Besserung, kann man eine Blutuntersuchung auf viele Umwelt-Allergene durchführen.
4. Stumpfes Fell durch Nährstoffmangel
Ein hochwertiges Alleinfuttermittel sollte Deinem Hund normalerweise alle Nährstoffe zur Verfügung stellen, die er braucht. Doch hat er zum Beispiel eine chronische Magen-Darm-Krankheit, kann er einige Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen. Daher kann eine Blutuntersuchung zeigen, ob Dein Hund ausreichend Folsäure und Vitamin B12 im Blut hat. Im gleichen Zuge wird in der Regel gemessen, ob die Bauchspeicheldrüse Deines Hundes richtig arbeitet (TLI-Wert).

Trifft dies auf Deinen Hund zu, können die fehlenden Nährstoffe unter die Haut gespritzt werden. Außerdem muss die zugrunde liegende Darmkrankheit therapiert werden.
5. Dein Hund hat Parasiten
Flöhe und Zecken kennt jedes Herrchen oder Frauchen. Und meist sorgen sie gegen die unangenehmen Mitbewohner durch Tabletten, Halsbänder oder Spot-Ons auch gut vor. Dennoch kann ein einziger Flohstich ausreichen, um bei einem Hund massiven Juckreiz und Fellveränderungen auszulösen. Und viele der angebotenen Präparate helfen zwar gegen Flöhe, Zecken und Stechfliegen, aber nicht gegen Milben. Durch ein Hautgeschabsel kann Dein Tierarzt unter dem Mikroskop feststellen, ob Milben der Grund für die Fellveränderung Deines Hundes sind.
Hautpilze sind nach dem neusten Stand der Wissenschaft durch eine PCR nachweisbar. Dafür müssen lediglich ein paar Haare und Hautschuppen in ein Labor eingeschickt werden. Ist die PCR positiv, kann von den Haaren eine Pilzkultur angefertigt werden, um herauszufinden, um welchen Pilz es sich genau handelt. Hautpilze sind allerdings eher selten und meistens optisch so eindeutig erkennbar, dass keine weitere Diagnostik nötig ist.
Stumpfes Fell richtig pflegen
Ohne die Ursache zu beseitigen, wird Dein Hund natürlich kein schönes Fell entwickeln. Ist das allerdings geschehen, kannst Du die Regeneration von Haut und Haar unterstützen. Medizinische Shampoos können nach Absprache mit Deinem Tierarzt helfen, Infektionen zu bekämpfen und das Fell Deines Hundes wieder zum Glänzen zu bringen. Achte dabei unbedingt auf die angegebene Einwirkzeit des Shampoos.

Zusätzlich solltest Du Deinen Hund regelmäßig mit einem Striegel oder einer Bürste, die zum Fell Deines Hundes passt, bürsten. Am besten beraten kann Dich bei der Auswahl der richtigen Bürste ein Hundefriseur oder Groomer.
Zusatzfuttermittel für gesundes Fell enthalten in der Regel vor allem essentiellen Fettsäuren. Mittlerweile gibt es auch Spot On-Präparate auf dem Markt (zum Beispiel Allerderm), die essentielle Fettsäuren enthalten. So kannst Du parallel eine Ausschlussdiät durchführen und musst nicht auf die Hautpflege verzichten.



